In den letzten zehn Jahren hat das Tabakrauchen in den meisten OECD-Ländern abgenommen, das Vapen dagegen zugenommen. Dennoch stellt der Tabakkonsum nach wie vor eine große Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Rauchen ist eine der Hauptursachen für verschiedene Krankheiten, wie Krebs Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. 2022 war der Tabakkonsum in den OECD-Ländern Schätzungen zufolge für 1,25 Millionen Todesfälle unter Erwachsenen verantwortlich (IHME, o. J.[1]).
2023 rauchten im OECD-Raum 14,8 % der Bevölkerung ab 15 Jahren täglich. Am höchsten war der Anteil der täglichen Raucher*innen in Türkiye, Ungarn und Griechenland sowie in den Beitritts-/Partnerländern Indonesien, Bulgarien und China, wo mindestens ein Viertel der Bürger*innen täglich rauchte (Abbildung 4.1). Die niedrigsten Raucherquoten wurden dagegen in Island und Costa Rica beobachtet, wo der Anteil der täglichen Raucher*innen höchstens 6 % betrug. Im OECD-Raum insgesamt rauchen Männer häufiger als Frauen: 2023 rauchten im Durchschnitt 18,5 % der Männer täglich, bei den Frauen waren es 11,4 %. Einige Länder weisen große geschlechtsspezifische Unterschiede auf – am deutlichsten sind diese in Japan, Korea, Litauen, Lettland und Türkiye sowie in den Partnerländern Indonesien, China und Südafrika.
In den vergangenen zehn Jahren sind die Raucherquoten in den meisten OECD-Ländern gesunken. Die verfügbaren Daten lassen auf einen durchschnittlichen Rückgang um ein Viertel seit 2013 schließen (Abbildung 4.2). Der stärkste Rückgang war mit 8–9 Prozentpunkten in Chile, Estland, Neuseeland und dem Vereinigten Königreich zu beobachten.
Gleichzeitig hat der E-Zigarettenkonsum Erwachsener in den meisten OECD-Ländern zugenommen. In einigen Ländern werden E-Zigaretten zur Rauchentwöhnung eingesetzt, sie können jedoch auch Lifestyle-Produkte sein. Zwischen 2016 und 2023 ist die Rate der Personen, die regelmäßig E-Zigaretten konsumieren, im Durchschnitt der OECD-Länder, für die Daten vorliegen, von 3 % auf 6 % gestiegen (Abbildung 4.3). Die deutlichste Zunahme war in Neuseeland zu beobachten, wo 2023 14 % der Bevölkerung ab 15 Jahren angaben, regelmäßig zu dampfen. In Estland waren es 12 %.
Weltweit wurden viele Anstrengungen unternommen, um die Raucherquoten zu senken und den Einstieg ins Rauchen zu verhindern. Die meisten OECD-Länder haben bei der Umsetzung zentraler Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums – insbesondere im Hinblick auf die Tabaksteuer und Warnhinweise auf Zigarettenschachteln – bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. In einigen Ländern halten sich die Fortschritte in manchen Bereichen jedoch in Grenzen. Dies gilt u. a. für die Durchsetzung von Werbeverboten, die Einschränkung des Rauchens in öffentlichen Räumen und die Unterstützung für den Rauchstopp (WHO, 2025[2]). Um seine Anti-Tabak-Politik zu verschärfen, führte Australien 2023 den Public Health (Tobacco and Other Products) Act ein, der 2024 in Kraft trat. Das Gesetz enthält u. a. Vorschriften zu neuen Merkmalen, die die Attraktivität von Tabakwaren erhöhen sollen. Betroffen sind insbesondere Aromastoffe, die den Geschmack von Zigaretten verändern.
Im OECD-Raum hat die überwiegende Mehrzahl der Länder, in denen der Verkauf von elektronischen Zigaretten (E-Zigaretten) legal ist, die Regulierungsrahmen vollständig oder teilweise umgesetzt. Diese Rahmen stimmen in der Regel mit bestehenden Tabakvorschriften überein und enthalten u. a. Mindestaltersbeschränkungen für den Verkauf, Rauchverbote in geschlossenen Räumen des öffentlichen Lebens, Gesundheitswarnungen auf Verpackungen, Aromaverbote, Werbeverbote und Kontrollsysteme. Die meisten OECD-Länder haben eine E-Zigaretten-Steuer eingeführt. Australien ist noch einen Schritt weiter gegangen, indem es Vapes zu einem medizinischen Produkt erklärt hat, das nur noch in Apotheken verkauft werden darf, wo es verschreibungspflichtig ist. Die Einfuhr, Herstellung, Lieferung und der kommerzielle Besitz von Einweg- und nicht medizinisch verwendeten E-Zigaretten wurde verboten. Zusätzlich zu regulatorischen Vorschriften haben einige Länder ein Komplettverbot sämtlicher E-Zigaretten eingeführt, um Nichtraucher davon fernzuhalten. In Brasilien und Türkiye sind beispielsweise Import und Verkauf von E-Zigaretten verboten (Sóñora et al., 2022[3]). In jüngerer Zeit haben mehrere Länder – darunter Belgien, Frankreich und das Vereinigte Königreich – Verbote für Einweg-E-Zigaretten eingeführt.