Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Nüssen ist für die Erhaltung einer guten Gesundheit und die Vorbeugung gegen nicht übertragbare Krankheiten unerlässlich. Die regelmäßige Aufnahme von Gemüse in die täglichen Mahlzeiten kann helfen, ein gesundes Körpergewicht aufrecht zu erhalten und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten zu senken. Laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen Erwachsene mindestens 400 Gramm – oder mindestens fünf Portionen – Obst und Gemüse pro Tag zu sich nehmen. Unerlässlich für eine gesunde Ernährung ist es auch, die Aufnahme von Nahrungsmitteln mit hohem Zuckergehalt, gesättigten und trans-Fettsäuren sowie zuckerhaltigen Getränken in Grenzen zu halten. Die globalen wirtschaftlichen Kosten, die auf ungesunde Ernährungsgewohnheiten und nicht übertragbare Krankheiten zurückzuführen sind, wurden 2024 auf rd. 8,1 Bill. USD geschätzt (FAO, 2024[13]).
2023 nahmen im Durchschnitt von 32 OECD-Ländern 59 % der Personen ab 15 Jahren täglich Gemüse zu sich. Am größten war der Gemüsekonsum mit einem Anteil von über 95 % in Korea, Australien und Neuseeland (Abbildung 4.14). Am niedrigsten war der tägliche Gemüsekonsum dagegen mit höchstens 41 % in Ländern, wie Luxemburg, Türkiye und dem Beitrittsland Rumänien. In allen Ländern außer Mexiko verzeichneten Frauen durchweg einen höheren Gemüseverzehr als Männer. Die größten geschlechtsspezifischen Unterschiede wurden mit einer Differenz von mindestens 18 Prozentpunkten in Deutschland, Finnland, Luxemburg und der Schweiz beobachtet.
2023 gaben mehr als 35 % der Personen ab 15 Jahren in 9 OECD-Ländern an, am Vortag oder in der Nacht zuvor zuckerhaltige Getränke konsumiert zu haben (Abbildung 4.15). Am höchsten waren die Konsumquoten zuckerhaltiger Getränke in Chile und Israel sowie in den Beitritts-/Partnerländern Südafrika und Thailand (45 % oder mehr). Am niedrigsten waren sie in Griechenland sowie in den Beitritts-/Partnerländern China, Indien und Indonesien (unter 25 %).
Es hat sich gezeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivitäten einer Reihe nicht übertragbarer Krankheiten vorbeugen, die kognitiven Funktionen verbessern und Symptome von Depressionen und Angstzuständen lindern. Die WHO-Leitlinien zu körperlicher Aktivität und sitzendem Verhalten empfehlen Erwachsenen aerobe körperliche Aktivitäten von mindestens 150 Minuten mit moderater Intensität oder von mindestens 75 Minuten mit hoher Intensität (oder eine Kombination von beidem) pro Woche. Zusätzlich sollten sie an mindestens zwei Tagen pro Woche kräftigende Übungen für alle größeren Muskelgruppen durchführen und die Sitzzeit reduzieren.
2022 gaben im Durchschnitt von 38 OECD-Ländern 30 % der Erwachsenen ab 18 Jahren an, sich nicht ausreichend körperlich zu betätigen. Zugrunde gelegt werden dabei Tätigkeiten am Arbeitsplatz, zu Hause, im öffentlichen Verkehr und in der Freizeit. Dieser Anteil reichte von 11 % in Schweden und den Niederlanden bis zu über 50 % in Ländern wie Korea, Portugal, Japan und Costa Rica (Abbildung 4.16). Im OECD-Durchschnitt gab ein größerer Anteil der Frauen (32 %) als der Männer (27 %) an, unter Bewegungsmangel zu leiden. Am größten war die Geschlechterdifferenz in Türkiye, Costa Rica und Chile sowie im Partnerland Indien (mit einem Unterschied von mindestens 16 Prozentpunkten).
Die politischen Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung und Förderung regelmäßiger körperlicher Aktivitäten bestanden in erster Linie aus Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen, Lebensmittelkennzeichnungen sowie Programmen am Arbeitsplatz und in Gemeinschaften. Einige Länder haben Maßnahmen zum Stadtumbau ergriffen, um körperliche Betätigung zu fördern. Dazu zählen die Schaffung von Grünflächen und die Priorisierung von Fußgänger- und Fahrradzonen (OECD, erscheint demnächst[14]).