Der Konsum illegaler Drogen ist eine der Hauptursachen vermeidbarer Todesfälle. Er wird mit vielen akuten und chronischen Erkrankungen – darunter Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, neurologische und psychische Störungen, Infektionskrankheiten wie Hepatitis C und HIV – sowie einem erhöhten Überdosierungsrisiko assoziiert. Diese Risiken sind besonders ausgeprägt, wenn die Drogen auf regelmäßiger Basis und/oder in großen Mengen konsumiert werden. 2021 war der Drogenkonsum in den OECD-Ländern für 5,1 % der Todesfälle vor dem Alter von 70 Jahren verantwortlich, die durch nicht übertragbare Krankheiten verursacht wurden (IHME, o. J.[1]). Cannabis, Opioide und Kokain gehören zu den am häufigsten konsumierten Drogen. In den letzten zehn Jahren war eine merkliche Zunahme des Kokainkonsums zu beobachten, eine Entwicklung, die hauptsächlich von Nordamerika, Südamerika und Europa ausging (UNODC, 2025[4]).
2023 hatten etwa 9 % der Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren im Jahr zuvor illegale Drogen konsumiert, hauptsächlich Cannabis. Die höchsten Konsumquoten wurden in Australien verzeichnet, wo nahezu 18 % der Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren im Vorjahr illegale Drogen konsumiert hatten, und in den Vereinigten Staaten, wo der Anteil 25 % betrug (Abbildung 4.4). In nahezu allen Ländern ist der Gebrauch illegaler Drogen bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen. In 12 von 25 Ländern macht die Differenz über 5 Prozentpunkte aus.
Der Anteil der Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren, die im OECD-Raum angaben, im vergangenen Jahr Kokain konsumiert zu haben, lag bei 1,3 % (Abbildung 4.5). Am höchsten war er (mit 2,7 % oder mehr) in Australien, Frankreich, Kanada und den Niederlanden. In allen Ländern außer Israel und Japan nahmen Männer häufiger Kokain als Frauen. Im Durchschnitt von 33 OECD-Ländern hatten 2 % der Männer im vorangegangenen Jahr Kokain genommen, verglichen mit weniger als 1 % der Frauen.
Der Missbrauch von Opioiden – ein narkotisches Schmerzmittel, das zur Behandlung mittelschwerer bis starker Schmerzen eingesetzt wird – ist in den letzten Jahren zu einem zunehmend ernsten öffentlichen Gesundheitsproblem geworden. Illegaler Opioidkonsum kann zu Abhängigkeit führen und ist für viele Todesfälle durch Überdosierung verantwortlich – insbesondere in Ländern, die von der Opioidkrise betroffen waren, darunter die Vereinigten Staaten und Kanada. 2022 waren Opioidkonsumstörungen für nahezu 74 000 Todesfälle im OECD-Raum verantwortlich (IHME, o. J.[1]).
2023 gaben 0,7 % der Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren in 35 OECD-Ländern an, im vergangenen Jahr Kokain konsumiert zu haben (Abbildung 4.6). Am niedrigsten war dieser Anteil in Türkiye und Israel (unter 0,1 %). Demgegenüber lag der Anteil in Australien und Schweden bei über 2 % und erreichte in den Vereinigten Staaten 3,6 %. In den Beitritts-/Partnerländern waren die Quoten unterschiedlich: Indien hatte mit 2,1 % eine hohe Quote, in Indonesien, Rumänien und Kroatien lag sie dagegen bei unter 0,5 %. In den Ländern, für die Daten zur Verfügung stehen, ist kein einheitliches Geschlechtermuster zu erkennen.
Die weltweiten Anstrengungen zur Prävention und Reduzierung des Gebrauchs illegaler Drogen bestehen aus einer Kombination von Strategien, darunter Rechtsdurchsetzung und Regulierung, Prävention in Form öffentlicher Aufklärungskampagnen, Schadensbegrenzung sowie Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs zu Behandlung und Genesung. Die Länder haben Strategien zur Verringerung von Gesundheitsschäden eingeführt – wie z. B. Drogentests, überwachte Konsumstätten sowie Nadel- und Spritzenprogramme –, um das Risiko von Überdosierung und Infektionskrankheiten durch Drogeninjektion (z. B. HIV und Hepatitis C) zu mindern. Um die Zahl der Todesfälle durch Überdosierung zu verringern, werden in Ländern wie Australien, Finnland, Kanada, Kroatien und den Vereinigten Staaten Programme zur Nach-Hause-Mitnahme von Naloxon durchgeführt (in denen ein Opioid-Antagonist verabreicht wird, der in der Lage ist, die Wirkung einer Opioid-Überdosierung vorübergehend rückgängig zu machen).