Nachdem die dauerhafte Zuwanderung in die OECD-Länder nach der Pandemie drei Jahre lang stark zugenommen hatte, ging sie 2024 um 4 % zurück. Mit 6,2 Millionen Neuzuzügen bleibt die Gesamtzahl der dauerhaft Zugewanderten dennoch historisch hoch; sie liegt 15 % über dem Niveau von 2019.
Der Familiennachzug ist nach wie vor der wichtigste Grund für die dauerhafte Zuwanderung in die OECD-Länder. Die Arbeitsmigration ging nach einem seit 2020 anhaltenden Anstieg zurück (-21 %). Dagegen nahm die humanitäre Migration aufgrund der hohen Zahl der in den vorangegangenen Jahren gestellten Asylanträge und der Rekordzahl an neuen Resettlement-Flüchtlingen (+19 %) um 23 % zu.
Die befristete Arbeitsmigration in die OECD-Länder stabilisierte sich 2024 auf einem historisch hohen Niveau. In den OECD-Ländern (ohne Polen) wurden rd. 2,3 Millionen Arbeitsgenehmigungen erteilt, was einem Anstieg um 26 % gegenüber 2019 entspricht.
2024 nahmen die OECD-Länder mehr als 1,8 Millionen internationale Studierende im Tertiärbereich auf, 13 % weniger als 2023. Zurückzuführen war dieser Rückgang in erster Linie auf die rückläufige Zuwanderung in alle vier führenden Aufnahmeländer – die Vereinigten Staaten (-12 %), das Vereinigte Königreich (-14 %), Kanada (-39 %) und Australien (-22 %).
Die Zahl der neuen Asylsuchenden im OECD-Raum stieg weiter an (+13 %) und war mit 3 Millionen Neuanträgen im Jahr 2024 so hoch wie nie zuvor. Ausschlaggebend für den Anstieg waren die Vereinigten Staaten, aber auch in Kanada und im Vereinigten Königreich wurden Zuwächse verzeichnet, während die Zahl der Asylanträge in den übrigen OECD-Ländern abnahm.
Die Zahl der irregulären Grenzübertritte in die EU ging 2024 stark zurück (-37 %), ebenso wie die Aufgriffe der US-Grenzschutzbehörde in den Vereinigten Staaten (-48 %), während die Zahl der irregulären Einreiseversuche in das Vereinigte Königreich um 19 % zunahm. Zugleich ist die Zahl der Rückkehrenden aus der EU, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten zwischen 2021 und 2024 stetig gestiegen.