Pandemien und gesundheitliche Notlagen von internationaler Tragweite sind Ereignisse mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit aber weitreichenden Auswirkungen, die alle Bereiche der Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttern können – ein Risiko, das durch den anhaltenden Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo unterstrichen wird. Die Grippepandemie von 1918 forderte weltweit schätzungsweise 40–50 Millionen Todesopfer. Vom Ausbruch des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) 2002–2003 waren 26 Länder auf 5 Kontinenten betroffen.
Die rasche Verstädterung, Entwaldung und Intensivlandwirtschaft, der schlecht regulierte Wildtierhandel und veränderte Witterungsbedingungen erhöhen das Risiko künftiger Pandemien. Wissenschaftliche Studien warnen davor, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Pandemie in der Größenordnung von COVID-19 in den nächsten 25 Jahren bei etwa 50 Prozent liegt. Die Zunahme von Infektionen mit der hochpathogenen Vogelgrippe beim Menschen verstärkt diese Besorgnis.