Die regionalen Ungleichheiten sind nach wie vor beträchtlich und drohen sich durch die ökologische und digitale Transformation zu vergrößern. Um die regionale Entwicklung zu unterstützen, müssen die Maßnahmen der regionalen Wirtschaftsförderung besser mit industrie-, infrastruktur- und innovationspolitischen Maßnahmen abgestimmt und die finanziellen und administrativen Kapazitäten der Kommunen gestärkt werden.
Transfers zwischen verschiedenen staatlichen Ebenen mit Auswirkungen auf die regionale Entwicklung sollten besser koordiniert werden. Die Regionalfördermaßen sind nicht mit den wesentlich umfangreicheren zweckgebundenen Zuweisungen des Bundes und industriepolitischen Maßnahmen koordiniert. Auch wenn sich ihre Zielsetzungen unterscheiden können, zielen diese Maßnahmen doch häufig auf die gleichen Bereiche ab. Die unzureichende Koordinierung verringert die Ausgabeneffizienz.
Die Einnahmen der Kommunen aus der laufenden Besteuerung von unbeweglichem Vermögen sind niedrig, obwohl die Gebäude- und Grundstückspreise stark gestiegen sind. Die Nutzung aktualisierter Immobilienwerte zur Steigerung der Einnahmen aus der Grundsteuer würde die Finanzlage der Kommunen und ihre Anreize zur Erhöhung der Ausgabeneffizienz stärken, da die lokale Bevölkerung eher geneigt sein dürfte, die Kommunen für ihre Ausgabenentscheidungen zur Rechenschaft zu ziehen. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, z. B. durch gemeinsame Beschaffungsinitiativen, könnte die Ausgabeneffizienz und die Verwaltungskapazitäten erheblich steigern.
In Gebieten mit hohem Angebot an erneuerbaren Energien sind die Netzentgelte höher. Dies verringert die Akzeptanz der erneuerbaren Energien in der Öffentlichkeit und senkt die Anreize für Unternehmen, dorthin überzusiedeln, wo Grünstrom erzeugt wird. Da viele dieser Regionen eher wirtschaftsschwach sind, könnte eine Angleichung der Netzentgelte oder eine weitere Verbesserung der Netzentgeltanreize für die Übersiedlung von Unternehmen in Gebiete, die mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden, die Ziele der Regionalentwicklungspolitik und die ökologische Transformation unterstützen.
Die ökologische und digitale Transformation werden zu einer Reallokation von Arbeit zwischen Sektoren und Unternehmen führen und drohen Ungleichheiten zu verstärken. Um die Anpassungskosten für die Arbeitskräfte zu verringern und dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist es entscheidend, Arbeitslosen mehr Möglichkeiten zur Umschulung oder Weiterqualifizierung zu bieten, auch beispielsweise durch die Nachholung von Berufs- oder Bildungsabschlüssen, und die Koordinierung zwischen den Jobcentern und den Arbeitgebenden vor Ort zu verbessern. Wenn Einnahmen aus der CO2‑Bepreisung genutzt werden, um vulnerable Haushalte zu unterstützen, können die negativen Verteilungseffekte der CO2‑Bepreisung verringert und die Akzeptanz der ökologischen Transformation gesteigert werden.