Laut der OECD-Studie The Economic Case for Preventing Mental Ill Health leidet mehr als ein Fünftel der Bevölkerung im OECD-Raum und in den EU27-Ländern unter psychischen Erkrankungen. Schätzungen zufolge verringert sich die gesunde Lebenserwartung dadurch um 2,5 Jahre. Besonders betroffen sind junge Menschen, Frauen und Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status. In diesem Bericht werden die starken wirtschaftlichen Argumente dargelegt, die für Investitionen in eine bessere Politik im Bereich der psychischen Gesundheit sprechen. Der Fokus liegt dabei auf Depressionen und Angststörungen. Es wird aufgezeigt, wie evidenzbasierte Maßnahmen in der Primärversorgung, in Schulen und am Arbeitsplatz die Gesundheitsergebnisse verbessern und das Wirtschaftswachstum durch eine Steigerung der Produktivität und der Erwerbsbeteiligung ankurbeln können. Viele dieser Interventionen sind kosteneffektiv und einige sind kostensparend. Der Gesamteffekt dieser Maßnahmen ist allerdings nach wie vor gering, was darauf zurückzuführen ist, dass sie nicht in großem Maßstab umgesetzt werden. Um wesentliche Verbesserungen zu erzielen, müssen die Länder einen systematischeren Ansatz verfolgen, der die Gestaltung und Umsetzung der Maßnahmen verbessert, die Behandlungsquoten und die Investitionen erhöht und die eigentlichen Ursachen psychischer Belastungen angeht.
Die deutsche auszugsweise Übersetzung umfasst die Zusammenfassung und das Kapitel 1 über die Erkenntnisse zu den wirtschaftlichen Argumenten für die Prävention psychischer Erkrankungen.