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Die Subventionen in 15 wichtigen Industriesektoren haben einem neuen OECD-Bericht zufolge seit der weltweiten Finanzkrise 2008–2009 ihren im Verhältnis zu den Umsatzerlösen höchsten Stand erreicht. Die MAGIC Database of Industrial Subsidies der OECD, die jetzt öffentlich verfügbar ist, bietet einen Überblick über Industriesubventionen auf Unternehmensebene und neue Erkenntnisse darüber, wie sie die Welthandelsströme prägen. In der Datenbank werden die Subventionen erfasst, die 525 der weltweit größten Industrieunternehmen im Zeitraum 2005–2024 erhalten haben, d. h. die staatlichen Zuschüsse, Steuervergünstigungen und zinsvergünstigten Kredite, die Unternehmen in verschiedenen Regionen und Sektoren gewährt werden.
Die Datenbank und der Bericht werden zu den Diskussionen auf der am 3. Juni 2026 unter dem Titel „Getting industrial policies right for open markets, growth and prosperity“ (Richtige industriepolitische Weichenstellungen für offene Märkte, Wachstum und Wohlstand) beginnenden OECD-Ministerratstagung beitragen.
Dem Bericht zufolge erreichten die Subventionen in 15 wichtigen Industriesektoren 2024 1.3 % der Umsatzerlöse der Unternehmen und beliefen sich damit auf insgesamt 108 Mrd. USD. Dies war das zweithöchste jemals erreichte Niveau nach dem Höchststand im Jahr 2009, der auf einen Umsatzrückgang während der weltweiten Finanzkrise zurückzuführen war. Dieser hatte das Verhältnis von Subventionen zu Umsatzerlösen in die Höhe getrieben.
Zwar sind die Subventionsniveaus in den meisten Regionen gestiegen, Unternehmen in China erhielten jedoch nach wie vor deutlich mehr Unterstützung als ihre Konkurrenten in anderen Ländern. Zwischen 2005 und 2024 erhielten chinesische Unternehmen je nach Region im Durchschnitt eine drei- bis achtmal stärkere Unterstützung von staatlicher Seite als in den OECD-Ländern ansässige Unternehmen.
Rund 22 % der globalen Marktanteilsgewinne von Unternehmen, die in den letzten 20 Jahren expandiert haben, können durch die Subventionen erklärt werden, die diese Unternehmen erhalten haben; bei chinesischen Unternehmen sind es sogar 60 %. Durch die Subventionen nahmen zwar die Marktanteile der Unternehmen zu, sie führten jedoch nicht zu beträchtlichen Produktivitäts- oder Rentabilitätssteigerungen.
„Umfangreiche und anhaltende Industriesubventionen können globale Märkte verzerren, unfaire Wettbewerbsvorteile schaffen und auf der Angebotsseite zu Überkapazitäten beitragen“, so OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. „Um zu beobachten und zu analysieren, wie Subventionen globale Märkte beeinflussen, sind verlässliche Daten zu Industriesubventionen von entscheidender Bedeutung. Die MAGIC Database der OECD hilft Ländern, ein gemeinsames Verständnis der damit verbundenen Herausforderungen zu entwickeln, und ebnet den Weg für koordinierte Anstrengungen, um das globale Handelssystem fairer und funkionsfähiger zu machen, ohne die Vorteile offener Märkte und eines regelbasierten Handels zu beeinträchtigen.“
Zu den am stärksten subventionierten Sektoren, die in der Datenbank erfasst sind, gehören Erneuerbare-Energien-Anlagen, Halbleiter und Schwerindustrien. Im Zeitraum 2005–2024 wurden die Herstellung von Photovoltaikmodulen, Halbleitern, Aluminium und Stahl sowie der Schiffbau im Verhältnis zum Umsatz der Unternehmen am stärksten gefördert.
Unternehmen mit erheblicher staatlicher Beteiligung spielten ebenfalls eine große Rolle, sowohl als Subventionsempfänger als auch als Subventionsgeber. Im Durchschnitt erhielten Unternehmen mit einem staatlichen Anteil von über 25 % deutlich mehr Unterstützung als ihre privatwirtschaftlichen Konkurrenten, insbesondere in Form von Zuschüssen und zinsvergünstigten Krediten. Dies ist zum Teil der Tatsache geschuldet, dass diese Unternehmen häufig in Schwerindustrien, denen mehr Fremdfinanzierungen und zinsvergünstigte Kredite zugutekommen, und in China angesiedelt sind.
Für das Verständnis des Umfangs und der Tragweite von Industriesubventionen stellt fehlende Transparenz nach wie vor eine große Herausforderung dar. Im Gegensatz zu Ansätzen, die auf Offenlegungen staatlicher Stellen basieren, verfolgt die MAnufacturing Groups and Industrial Corporations (MAGIC) Database der OECD die von Unternehmen tatsächlich erhaltenen Subventionen. Diese auf Unternehmensebene ansetzende Methode ermöglicht es, in der Datenbank die weltweit geleistete Unterstützung zu erfassen, einschließlich auf subnationaler Ebene (Stadt, Kreis, Land) und in Volkswirtschaften mit begrenzter öffentlicher Berichterstattung.
Weitere Informationen zu den Arbeiten der OECD im Bereich Industriesubventionen sind unter https://www.oecd.org/en/topics/sub-issues/industrial-subsidies zu finden.
Weitere Informationen zur OECD-Ministerratstagung 2026 finden sich unter https://www.oecd-events.org/e/meeting-of-the-council-at-ministerial-level-2026/en.
Ansprechpartnerin für Medien ist Yumiko SUGAYA im OECD Media Office (+33 1 45 24 97 00).
Die OECD ist ein globales Forum, das mit über 100 Ländern zusammenarbeitet. Sie tritt ein für eine Politik, die die individuellen Freiheiten wahrt und das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Menschen weltweit fördert.