Die Verbesserung der effizienten Nutzung knapper Ressourcen ist in vielen OECD-Ländern eine zentrale Priorität, um die langfristige Tragfähigkeit der Gesundheitsausgaben[RM1.1] sicherzustellen. In diesem Zusammenhang besteht eine Möglichkeit darin, die Nachfrageseite zu addressieren und das Inanspruchnahmeverhalten der Patientinnen und Patienten gezielt zu steuern. Zwei mögliche Instrumente hierfür sind „Gatekeeping“ bei dem Hausärztinnen und Hausärzte oder andere Ärztinnen und Ärzte der Primärversorgung den Zugang zur fachärztlichen Versorgung mittels Überweisung steuern, und Kostenbeteiligungen, bei der Patientinnen und Patienten einen finanziellen Eigenanteil zu den Behandlungskosten leisten. Beide Instrumente sind im OECD-Raum weit verbreitet und verfolgen mitunter auch Ziele, die über Effizienzsteigerungen hinausgehen. Mit Fokus auf den ambulanten Sektor liefert dieses Arbeitspapier eine Bestandsaufnahme dazu, in welchen OECD-Ländern entsprechende Regelungen bestehen und wie sie ausgestaltet sind. Zudem wird die Evidenz dazu ausgewertet, wie sich diese Instrumente auf die Gesundheitsausgaben, die Effizienz und die gesundheitlichen Ergebnisse (Health Outcomes) auswirken. Ergänzt wird dies durch sechs Länderfallstudien, welche die Umsetzung von Gatekeeping- und Kostenbeteiligungsregelungen detailliert beschreiben und zusätzliche Faktoren identifizieren, die einen Einfluss auf die Wirksamkeit dieser Instrumente haben. Dazu zählen unter anderem die Verfügbarkeit von Hausärztinnen und Hausärzten, die Anreizstrukturen für deren Leistungserbringung sowie die Frage, ob Patientinnen und Patienten Gatekeeping-Pfade umgehen können.
Anreize für die Steuerung von Patientenwegen in der ambulanten Versorgung
Eine Analyse von Gatekeeping- und Zuzahlungsregelungen in den OECD-Ländern