Impulsvortrag auf Englisch: Fabien Mercier, OECD
Im Anschluss Diskussion auf Deutsch mit:
Tobias Aldenhoff, Wirtschaftsvereinigung Stahl
Bernd Lange, Vorsitzender Handelsausschuss, Europäisches Parlament
Christian Vietmeyer, Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung
Pauline Weinzierl, Europäische Kommission
Moderation: Nicola Brandt, OECD
Die Stahlindustrie steht weltweit unter Druck. Der OECD-Stahlausblick 2026 rechnet damit, dass die globalen Überkapazitäten bis 2028 auf rund 745 Millionen Tonnen steigen. Das würde die gesamte OECD-Produktion um mehr als 300 Millionen Tonnen übersteigen. Ein wesentlicher Faktor ist die Entwicklung in China, wo eine schwache Inlandsnachfrage 2025 zu einem Exportanstieg auf rund 131 Millionen Tonnen führte, während die OECD-Länder ihre eigenen Kapazitäten eher zurückfahren.. Solche Handelsströme wirken sich zunehmend auf die Weltmärkte aus. Für Europa steht dabei viel auf dem Spiel: Stahl ist Grundstoff für zentrale Industrien von Autobau bis Maschinenbau und zugleich Schlüsselbranche der grünen Transformation, die vor erheblichem Investitionsbedarf steht. Viele Länder reagieren bereits mit handelspolitischen Maßnahmen. Die EU hat sich im Juli auf ein neues Handelsschutzinstrument geeinigt, das zollfreie Stahlimporte verringert und höhere Zöllen auf Importe vorsieht, die darüber hinausgehen. Unser Panel diskutiert, welche Wirkungen von dem neuen Handelsschutzinstrument zu erwarten sind. Wie müssen Länder weltweit zusammenarbeiten, um Überkapazitäten abzubauen, faire Wettbewerbsbedingungen herzustellen und gemeinsam zu einer nachhaltigeren Stahlproduktion zu kommen?