Heyo Kroemer leitet mit der Charité das größte Universitätsklinikum Europas. Damit erlebt er täglich, was der demographische Wandel konkret für den Klinikbetrieb bedeutet. Ohne zugewanderte Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte oder Spitzenforschende, wären weder die Zuverlässigkeit noch die Qualität der Gesundheitsversorgung in Deutschland gesichert. Und die Herausforderungen werden nicht kleiner. Gleichzeitig hat die Charité mit ihrer Forschung und Lehre auch Schlüssel zur Lösung in der Hand. Das Klinikum setzt Digitalisierung und künstliche Intelligenz (KI) nicht nur selbst ein, um die eigene Gesundheitsforschung und -versorgung effizienter und effektiver zu machen, sie forscht auch dazu, wie sich das Potenzial dieser Technologien am besten heben lässt. Im Tête-à-Tête fragen wir ihn, welche Chance er in besserer Datennutzung und künstlicher Intelligenz sieht, um die Herausforderungen im Gesundheitssystem zu meistern. Gewinnt die kosteneffiziente und gesundheitsförderliche Vorsorge, wenn Gesundheitsdaten nicht mehr nur in der Klinik entstehen, sondern auch am Handgelenk? Wir wollen wissen, was in einem Haus wie der Charité heute schon funktioniert und wo die Grenzen liegen, und auch welche Rolle internationale Fachkräfte im deutschen Gesundheitsystem heute und in Zukunft spielen und welche Hürden ihnen im Weg stehen. Und natürlich interessiert uns, wie er auf die geplante Gesundheitsreform blickt.