Seien wir ehrlich: Fast alle haben eine starke Meinung zum Ehegattensplitting, aber kaum jemand blickt wirklich durch. Wer endlich alles über Funktionsweise und Wirkung wissen will, muss Katharina Wrohlich fragen. Die Wirtschaftsprofessorin leitet am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung die Forschungsgruppe für Gender Economics, forscht seit Jahren zu den Wirkungen der Familienbesteuerung auf das Arbeitsangebot von Zweitverdienerinnen – fast immer Frauen - und hat gerade einen Reformvorschlag für das Ehegattensplitting vorgelegt, mitentwickelt und unterschrieben von einer Vielzahl von Ökonomen beiderlei Geschlechts und unterschiedlicher Denkschulen. Im Tête-à-Tête sprechen wir darüber, was das Vorrücken von Frauen auf Spitzen- und andere Positionen in der Wirtschaft fördert und was es behindert. Wir fragen auch, was dabei am wichtigsten ist: Kinderbetreuung, Besteuerung oder doch einfach nur Normen und Präferenzen? Wir vergleichen die Situation in Deutschland mit Österreich, wo Katharina Wrohlichs Wurzeln liegen und das Ehegattensplittung längst abgeschafft ist, ohne dass sich indes an den hohen Teilzeitquoten bei Frauen sehr viel geändert hätte. Und wir diskutieren, warum es in der finanz- und wirtschaftspolitischen Debatte schnell emotional wird, wenn Steuern und Transfers an Familien und Rollenbilder rühren.
Tête-à-Tête mit Katharina Wrohlich – Fachfrau für frauenfreundliche Finanz- und Familienpolitik
- Date
- 27 August 2026
- Time
- 14:00-14:30 Uhr
- Location
- Online