Hildegard Müller steht an der Spitze des Verbands der Automobilindustrie und damit gleichzeitig im Auge des Orkans, der gerade die deutsche Wirtschaft schüttelt. China hat sich vom schnell wachsenden Absatzmarkt zum schärfsten und vor allem sehr innovativen Konkurrenten entwickelt, insbesondere in der zukunftsträchtigen E-Mobilität. Weltweit toben Handelskonflikte und der Kampf um Rohstoffe, Halbleiter und andere kritische Inputs. Und auch industriepolitische Ansätze, die strukturelle Reformen für mehr internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes vermissen lassen, setzen der traditionell exportorientierten deutschen Automobilindustrie naturgemäß zu. Das Ergebnis zeigt sich ganz konkret in Gewinneinbrüchen, Restrukturierungen und allgemeiner Verunsicherung. Zum Glück hat Hildegard Müller als ehemalige Bankerin, Bundestagsabgeordnete, Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Vorständin und Hauptgeschäftsführerin in der Energiewirtschaft schon einiges gesehen und kennt die Wirtschaftspolitik aus allen Lebenslagen. Im Tête-à-Tête sprechen wir darüber, wie sich die deutsche Automobilindustrie im weltweiten Rennen um Technologieführerschaft wieder behaupten kann: Geht es darum preisliche Wettbewerbsfähigkeit über Regulierungsvereinfachung, Steuer-, Arbeitsmarkt- und Energiepolitik zu verbessern und wie sieht sie in dem Zusammenhang die aktuellen Reformvorhaben der Bundesregierung? Natürlich sind wir neugierig, wie eine Rohstoffaußenpolitik – oder sollte es globale Lieferketten-Politik heißen? – nach ihrer Vorstellung aussehen könnte. Und wie können sich aus ihrer Sicht Deutschland und Europa als Innovatoren auch bei den neuesten digitalen Technologien wieder stärker ins Spiel bringen?
Tête-à-Tête mit Hildegard Müller – Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie
- Date
- 14 Juli 2026
- Time
- 11:15-11:45 Uhr
- Location
- Online