Ziel der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Das Ziel der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) ist es, eine Politik zu befördern, die das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbessert.

Die OECD bietet Regierungen ein Forum zur Zusammenarbeit – hier können sie Erfahrungen austauschen und Lösungen für gemeinsame Probleme suchen. In Kooperation mit den Staaten versuchen wir herauszufinden, welche Faktoren die Wirtschaft, die Gesellschaft oder die Umwelt verändern. Wir messen Produktivität und weltweite Waren- und Finanzströme. Wir analysieren und vergleichen Daten, um künftige Trends vorauszusagen. Und wir setzen internationale Standards – ob in der Landwirtschaft, in der Steuerpolitik oder bei der Sicherheit von Chemikalien.

Wir beschäftigen uns auch mit Fragen des Alltags: Wie hoch sind die Steuern und Abgaben, die ein Arbeitnehmer zahlt? Wie viel Freizeit hat er oder sie? Statten die Schulsysteme einzelner Länder unsere Kinder mit dem Wissen aus, das sie brauchen, um sich in modernen Gesellschaften zu behaupten? Wie belastbar sind unsere Rentensysteme?

Auf der Grundlage unserer Analysen sprechen wir Politikempfehlungen aus. Dabei stehen wir mit der Unternehmerseite genauso in Kontakt wie mit Gewerkschaften oder mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft. Uns alle eint das Bekenntnis zu einer Marktwirtschaft, die von demokratischen Institutionen getragen wird und die das Wohl aller Bürger zum Ziel hat.

Mitglieder

  Australien

  Belgien

  Chile

Denmark_small  Dänemark

  Deutschland

  Estland

  Finnland

  Frankreich

  Griechenland

  Irland

  Island

  Israel

  Italien

  Japan

  Kanada

  Korea

  Lettland

  Luxemburg

  Mexiko

  Neuseeland

  Niederlande

  Norwegen

  Österreich

  Polen

  Portugal

  Schweden

  Schweiz

  Slowakische Republik

  Slowenien

‌  ‌Spanien

  Tschechische Republik

 Türkei

  Ungarn

  Vereinigtes Königreich

  Vereinigte Staaten


Die Anfänge der OECD reichen bis in die 1960er Jahre zurück, als 18 europäische Staaten sowie die USA und Kanada sich zusammenschlossen, um im Rahmen einer gemeinsamen Institution wirtschaftliche Integration und Entwicklung voranzutreiben.

In mehreren Erweiterungsrunden ist die Zahl der Mitglieder auf jetzt 35 Staaten angewachsen, verteilt auf Nord- und Südamerika sowie Europa und Asien. Neben den meisten hochentwickelten Wirtschaftsnationen gehören heute auch Schwellenländer wie Mexiko, Chile oder die Türkei zum Kreis der OECD-Mitgliedern.

Darüber hinaus arbeitet die OECD eng mit großen Schwellenländern wie China, Indien und Brasilien sowie einer Reihe von aufstrebenden Volkswirtschaften in Afrika, Asien, Lateinamerika und der Karibik zusammen. Gemeinsam arbeiten wir an dem Ziel einer stärkeren, sauberen und fairen Welt.

Neben den Mitgliedstaaten und Partnern nimmt auch die Europäischen Kommission an den Diskussionen innerhalb der OECD teil. Vertreter der Kommission sind auf verschiedene Weise in die Arbeit der Organisation involviert. Obwohl der Status der Kommission weit über den eines Beobachters hinausreicht, hat sie keine Stimmrechte und nimmt nicht offiziell an der Verabschiedung von Rechtsvorschriften im OECD-Rat teil.

Weitere Informationen (engl.):

» Konvention über die Gründung der OECD

» Beitrittsdaten einzelner Länder

» Die OECD und die Europäische Union

Beitritt und Partnerschaften

Erweiterung

Derzeit führt die OECD Beitrittsgespräche mit drei weiteren Ländern: seit Mai 2013 mit Kolumbien und seit April 2015 mit Costa Rica und Litauen. Die Beitrittsgespräche mit der Russischen Föderation wurden im März 2014 vorläufig ausgesetzt.

Schlüsselpartner

Seit 2007 besteht eine vertiefte Zusammenarbeit mit Brasilien, Indien, Indonesien, der Volksrepublik China sowie mit Südafrika. Diese Schlüsselpartner tragen nachhaltig und umfassend zur Arbeit der OECD bei. Zentrales Anliegen dieser Kooperation ist die direkte und aktive Teilnahme dieser Länder an den verschiedenen Ausschüssen und Arbeitsgruppen der Organisation.

Weltweite Beziehungen

Neben den Schlüsselpartnern werden auch andere Nicht-Mitglieder in die Arbeit der OECD eingebunden. Für diese globalen Beziehungen entwickelt das OECD-Sekretariat die strategische Orientierung.

In mehr als 15 globalen Foren werden grenzübergreifende Aktivitäten zu Themen koordiniert, bei denen ein Dialog mit Nicht-Mitgliedern unverzichtbar ist. Regionale Initiativen bestehen in Europa, mit den Ländern des Kaukasus und Zentralasiens, in Asien und Lateinamerika sowie im Nahen Osten und in Nordafrika. Der Sahel und Westafrika Club fördert die Zusammenarbeit mit den Ländern Westafrikas.

Im Rahmen der gemeinsamen OECD-EU-Initiative „Support for Improvement in Governance and Management (SIGMA)“ werden EU-Beitrittskandidaten bei der Verbesserung von Governance und Management im öffentlichen Sektor unterstützt.

Weitere Informationen (engl.):

» Die Erweiterung der OECD

» Die Arbeit der OECD mit Schlüsselpartnern

» Global Relations Secretariat

» Globale Foren

» OECD Development Centre

» Sahel and West Africa Club

» SIGMA


INTERNATIONALE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN

Die OECD arbeitet eng mit anderen internationalen Organisationen und Institutionen zusammen, wie etwa mit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO), dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sowie einer Reihe weiterer UN-Organisationen. Darüber hinaus ist die OECD ein aktiver Partner der G20.

» Die OECD und die G20


GESELLSCHAFTLICHE AKTEURE

Auch mit der Zivilgesellschaft kooperiert die OECD auf vielfältige Weise. So tragen etwa Gewerkschaften und die Arbeitgeberverbände über die Beratungsgremien TUAC und BIAC zu den meisten Arbeiten der OECD bei.

Seit einigen Jahren werden diese Konsultationen mit den Sozialpartnern durch einen Austausch mit weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren, wie Nichtregierungsorganisationen, Think Tanks und akademische Institutionen ergänzt.

Volksvertreter werden über das Globale Parlamentariernetzwerk sowie über die parlamentarischen Versammlungen des Europarats und der NATO in die Arbeit der OECD eingebunden.

Das jährlich stattfindende OECD-Forum ist die Plattform für den globalen Austausch von Ideen und Wissen und das Knüpfen von Netzwerken. Hier treffen sich zivilgesellschaftliche Akteure, Regierungsvertreter, Vertreter Internationaler Organisationen sowie Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen. Das OECD-Forum findet in Verbindung mit dem jährlichen Treffen des OECD-Rats auf Ministerebene statt.

Weitere Informationen (engl.):

» BIAC

» TUAC

» Zivilgesellschaft

» Parlamentarier

» OECD Forum

Struktur

Der Rat

Oberstes Entscheidungsorgan der OECD. Er setzt sich zusammen aus je einem Vertreter der Mitgliedsländer und der Europäischen Kommission. Der Rat tagt regelmäßig auf Botschafterebene und fasst seine Beschlüsse im Konsens. Mindestens einmal jährlich tagt der Rat auf Ministerebene, um wichtige Fragen zu beraten und um die Prioritäten für die Arbeit der OECD festzulegen. Die vom Rat beschlossenen Arbeiten werden vom Sekretariat umgesetzt.

Ausschüsse

Vertreter der Mitgliedsländer und eingeladener Nicht-Mitglieder treffen sich in den rund 200 Ausschüssen, Arbeits- und Expertengruppen der OECD. Dort werden Konzepte ausgearbeitet und Fortschritte in den verschiedenen Politikbereichen überprüft. Die Delegierten diskutieren die Arbeiten des Sekretariats und liefern eigene Beiträge. Jährlich nehmen etwa 40.000 hochrangige Vertreter aus den nationalen Verwaltungen an diesen OECD-Arbeitstreffen teil.

Sekretariat

Das Sekretariat steht unter der Leitung eines Generalsekretärs. Amtsinhaber ist seit Juni 2006 Angel Gurría. Ihm stehen ein oder mehrere Stellvertretende Generalsekretäre zur Seite. Der Generalsekretär führt den Vorsitz im Rat und ist das Bindeglied zwischen den Vertretungen der Mitgliedsländer und dem Sekretariat. Das Sekretariat unterstützt die Arbeit der Ausschüsse und setzt die vom Rat beschlossenen Prioritäten um. Rund 2500 Mitarbeiter arbeiten im Sekretariat, zumeist Ökonomen, Juristen, Natur- oder Sozialwissenschaftler. Die überwiegende Mehrheit der Bediensteten arbeitet am Hauptsitz in Paris. Die OECD unterhält aber auch Büros in Berlin, Mexiko, Tokio und Washington.

Weitere Informationen (engl.):

» Generalsekretär

» Stabschef

» Stellvertretende Generalsekretäre

» Direktoren

» Leiter von OECD-Agenturen und Sondereinheiten

» Organigramm der OECD

» Ständige Vertreter bei der OECD

» Liste aller Ausschüsse

Arbeitsweise

Die OECD nutzt ihre umfassenden Daten und Informationen aus den verschiedenen Themenbereichen, um Regierungen bei der Förderung von Wohlstand und im Kampf gegen Armut durch wirtschaftliches Wachstum und finanzielle Stabilität zu helfen. Außerdem trägt die OECD dazu bei, dass die Auswirkungen wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung auf die Umwelt berücksichtigt werden.

Die Arbeit der OECD basiert auf einer kontinuierlichen Beobachtung der Entwicklung in den Mitgliedsländern und außerhalb der OECD. Dazu gehören auch regelmäßige Projektionen zu kurz- und mittelfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen. Das Sekretariat sammelt und analysiert Daten. Auf basis dieser Informationen diskutieren die Ausschüsse über konkrete Maßnahmen. Der Rat trifft letztendlich die Entscheidungen und präsentiert den Regierungen die Empfehlungen.

Peer Review

Gegenseitige Prüfung der Mitgliedsländer und ein Prüfungsprozess, in dem die Stärken und Schwächen eines Landes durch Experten aus den Partnerländern analysiert werden, sind das Herzstück der Arbeit der OECD. Ein Beispiel für den Prüfungsprozess oder Peer Review ist die Arbeitsgruppe zur Bestechung, die die Umsetzung der OECD-Konvention gegen Bestechung überwacht.

» Peer Reviews

Abkommen, Standards und Empfehlungen

Die Analysen der OECD münden immer wieder in Verhandlungen in denen sich OECD-Länder und häufig auch Nicht-Mitglieder auf Regeln für die internationale Zusammenarbeit einigen. Dies kann durch formelle Übereinkommen geschehen, wie bei der Korruptionsbekämpfung, bei den Standards für Exportkredite oder im Kapitalverkehr; es können aber auch Standards oder Richtlinien verabschiedet werden, wie etwa die Musterabkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung oder Empfehlungen wie zur grenzüberschreitenden Kooperation im Kampf gegen Internet-Spam oder die Leitsätze zur Unternehmensführung oder zum Umweltschutz.

» Übersicht über alle OECD-Enscheidungen, Richtlinien und andere Instrumente.

Publikationen

Die Veröffentlichungen der OECD sind das wichtigste Vehikel zur Verbreitung der Analysen der Organisation. Die OECD veröffentlicht regelmäßig Ausblicke, Jahresüberblicke und vergleichende Statistiken.

Geschichte

Ursprünge

Die OECD ist die Nachfolgeorganisation der Organisation für Europäische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Mit Unterstützung der Vereinigten Staaten und Kanadas wurde diese 1947 zur Koordinierung des Marshall Plan für den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet. Als Hauptquartier bezog die OEEC 1949 das Château de la Muette in Paris. Dort hat die OECD noch heute ihren Sitz.

‌Nach Abwicklung des Marschall-Programms sahen die beteiligten Staaten weiteren Bedarf für einen Austausch über wirtschaftliche Fragen. So trat im Jahr 1961 an die Stelle der OEEC die OECD. Die neue Organisation sollte ihren Mitgliedsländern helfen, eine optimale Wirtschaftsentwicklung und Beschäftigung sowie einen höheren Lebensstandard zu erreichen und dadurch zur Entwicklung der Weltwirtschaft beizutragen. Gleichzeitig sollte die OECD den Ländern helfen, ihre finanzielle Stabilität zu wahren. Die Gründungsakte der Organisation, die OECD-Konvention, nennt als weitere Ziele einen Beitrag zu einem gesunden wirtschaftlichen Wachstum in anderen Ländern und eine Ausweitung des Welthandels auf multilateraler und nichtdiskriminierender Grundlage.

Entwicklung

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hat die OECD in den vergangenen Jahren ihren Aktionsradius über den Kreis der 35 Mitgliedsländer erweitert. Heute stellt sie ihre Analysen und Erfahrungen in den Dienst von über 100 Entwicklungs- und Schwellenländern.

Was kommt

Die sich rasch wandelnde und eng verflochtene globale Wirtschaft verändert auch die Rolle der OECD. Mit dem Erweiterungsprozess und dem Programm für eine verstärkte Zusammenarbeit mit großen Schwellenländern will die Organisation den Veränderungen im globalen Wirtschaftsumfeld gerecht werden.

Budget

2016 belief sich das Budget der OECD auf 370 Mio Euro.

Finanzierung der OECD

  • Die OECD wird aus Beiträgen ihrer 35 Mitgliedsländer finanziert, also letztlich aus Steuermitteln. Der Anteil jedes Mitgliedslandes orientiert sich an der der nationalen Wirtschaftskraft.

  • Die Vereinigten Staaten sind mit 20,93 Prozent des Budgets der größte Beitragszahler, gefolgt von Japan mit 11,92 Prozent und Deutschland mit 7,52 Prozent. Die Schweiz trägt 2,02 Prozent des OECD-Budgets, Österreich 1,42 Prozent.

  • Mit Zustimmung des Rats können die Mitglieder für bestimmte Programme oder Projekte, die nicht über das Hauptbudget finanziert werden, separate freiwillige Beiträge leisten.

Verwaltung des Budgets

Das Volumen des OECD-Budgets und das Arbeitsprogramm werden für zwei Jahre von den Mitgliedsländern festgelegt. Planung, Budgetierung sowie das Management der Organisation sind ergebnisorientiert organisiert.

Ein Ausschuss aus Rechnungsprüfern ist für die unabhängige externe Kontrolle der OECD-Konten und des Finanzmanagements verantwortlich. Die Rechnungsprüfer gehöhren den Rechnungshöfen der Mitgliedstaaten an und werden durch den OECD-Rat ernannt.

Im Gegensatz zur Weltbank oder dem Internationalen Währungsfonds vergibt die OECD keine Fördermittel oder Kredite.

Vergütung des Generalsekretärs und der stellvertretenden Generalsekretäre

2016 lagen die Jahresbezüge des Generalsekretärs bei 214.712 Euro, die der stellvertretenden Generalsekretäre bei 189.320 Euro. Von diesen Bezügen werden Pensionsbeiträge sowie Beiträge für Unfall- und Krankenversicherung abgezogen. Die Bezüge sind von der Einkommensteuer befreit.

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, können Zulagen für Kinder, Haushalt oder eine Auslandszulage beantragt werden. Hier gelten die gleichen Regeln wie für alle Bediensteten der Organisation.

Weitere Information (engl.):

» Gehälter und Leistungen

OECD Observer