PISA - Internationale Schulleistungsstudie der OECD

Länderergebnisse

PISA 2015: Infomaterial

Schülerinnen und Schüler in Deutschland erzielen in allen von PISA getesteten Bereichen Ergebnisse leicht über dem OECD-Durchschnitt. Der Abstand zu den PISA-Spitzenreitern in Asien und Europa bleibt aber weiterhin groß. » Mehr...

» Internationale Pressemitteilung

» Zusammenfassung der Ergebnisse (PDF)

» Beispielaufgaben (PDF)

» Interaktive Testfragen in 90 Sprachen

» Eckdaten (xls)


INFOGRAFIKEN

1. Ländervergleich der Schülerleistungen

2. Anteil leistungsstarker und leistungsschwacher Schüler

3. Wo erzielen benachteiligte Schüler die besten Ergebnisse?

4. Einfluss von Migrationshintergrund auf Schülerleistung

Publikationen

Band I: Excellence and Equity in Education

Band I untersucht, was Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Naturwissenschaften, Lesekompetenz und Mathematik wissen und inwieweit sie dieses Wissen anwenden können. » Deutsche Ausgabe

Band II: Policies and Practices for Successful Schools

Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Schülerleistungen und den verschiedenen Merkmalen der einzelnen Schulen und Schulsysteme? Band II untersucht Bildungsressourcen, Lernumfeld und Verteilung der Schüler auf verschiedene Schulen, Bildungsgänge und Klassen.


» Ergebnisse aus früheren Testrunden: 2012, 2009, 2006, 2003, 2000

» PISA in Focus (Infobroschüren zu ausgewählten Themen)

» Alle PISA-Berichte im freien Zugang

Was ist PISA?

Das Programme for International Student Assessment (PISA) untersucht, inwieweit Schülerinnen und Schüler gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit Kenntnisse und Fähigkeiten erworben haben, die es ihnen ermöglichen, an der Wissensgesellschaft teilzuhaben.

Mehr als eine halbe Million Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren haben in 72 Ländern und Regionen an der jüngsten Erhebung teilgenommen. Schwerpunkt waren dieses Mal die Naturwissenschaften.

Häufig gestellte Fragen

1. Was ist PISA?

Das „Programme for International Student Assessment“ (PISA) wurde von der OECD ins Leben gerufen und testet das Können und Wissen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in Mathematik, Leseverständnis und Naturwissenschaften. 72 Länder bzw. Wirtschaftsräume haben an der Erhebung 2015 teilgenommen, deren Schwerpunkt auf den Naturwissenschaften lag. Die Daten werden am 6. Dezember 2016 veröffentlicht.

2. Wie werden die an PISA teilnehmenden Schulen ausgewählt?

Die Auswahl der Schulen sowie der Schülerinnen und Schüler innerhalb dieser ausgewählten Einrichtungen erfolgt nach strikten technischen Standards. Es werden repräsentative Stichproben genommen, die sowohl mit Blick auf die Auswahl des Teilnehmerkreises als auch auf die Rücklaufquote einer konsequenten Qualitätssicherung unterliegen. Sollte in einem Land die Rücklaufquote unter einen bestimmten Schwellenwert fallen, wird dies berichtet. Weitere Informationen zu den Rücklaufquoten finden Sie auf der PISA-Webseite, Informationen zu den Rücklaufquoten der einzelnen Länder in Band 1 und 2 des PISA-Berichts.

3. Haben die Erkenntnisse aus PISA den Ländern geholfen, ihre Bildungssysteme zu verbessern?

In einer 2012 durchgeführten Befragung hat eine große Mehrheit der Teilnehmerländer angegeben, dass die Strategien von leistungsstarken Ländern oder sich verbessernder Bildungssysteme die eigene Politikfindung beeinflusst hat. Gleichzeitig hat PISA die Entwicklung von neuen Elementen in der nationalen Prüfungsstrategie und die Gestaltung der Lehrpläne beeinflusst. So hat PISA unter anderem dazu beigetragen, einheitliche nationale Bildungs- und Kompetenzstandards zu erarbeiten und den Lesekanon anzupassen.

4. Was misst PISA und warum?

PISA konzentriert sich zunächst auf die Leistung der Schülerinnen und Schüler in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, da diese die Basis für eine weiterführende Bildung sind. Gleichzeitig erfasst PISA Informationen zur inneren Einstellung und Motivation und bewertet Fähigkeiten wie zum Beispiel das gemeinschaftliche Problemlösen. Auch wird erforscht, wie andere wichtige Fertigkeiten, wie Kreativität oder Unternehmergeist, gemessen werden können.

PISA greift auf Inhalte zurück, die sich in Lehrplänen auf der ganzen Welt wiederfinden. Dabei konzentriert sich die Studie auf die Fähigkeit, Wissen und Können anzuwenden, Probleme zu erkennen und effektiv zu analysieren sowie auf das Vermögen zu argumentieren und zu kommunizieren. Die aktuelle Erhebung hat ihren Schwerpunkt in der Beurteilung von naturwissenschaftlichen Kompetenzen, die Experten aus den teilnehmenden Ländern als entscheidend für den Erfolg der Schülerinnen und Schüler in einer wissenschaftlich-basierten Welt identifiziert haben.

5. Wie können die PISA-Ergebnisse Verbesserungen in den Bildungssystemen unterstützen?

Die OECD untersucht, welche Reformen und Praktiken dazu beitragen, dass Länder im PISA-Test hohe Leistungen oder deutliche Verbesserungen erzielen. Auf diese Befunde können alle Länder zurückgreifen, die Reformen für ihre Bildungssysteme planen. Dabei müssen immer die unterschiedlichen Gegebenheiten in den einzelnen Ländern berücksichtigt werden (2018 werden mehr als 80 Länder an der PISA-Studie teilnehmen). Es gibt kein allgemeingültiges Bildungsmodell, das auf alle Länder passt, und es ist auch nicht möglich, ein Bildungssystem aus einem Land direkt auf ein anderes zu übertragen.

6. Welche Testverfahren nutzt PISA und warum?

PISA nutzt in erster Linie Multiple-Choice-Fragen, da diese zuverlässig und effizient sind und eine solide wissenschaftliche Analyse ermöglichen. Die Fragen können dabei unterschiedliche Formen annehmen, wie das Markieren von Wörtern in einem Text, das Verbinden von verschiedenen Informationen oder die Auswahl in einem Aufklappmenü. Darüber hinaus werden offene Fragen gestellt, die bis zu ein Drittel des PISA-Tests ausmachen.

7. Wo finde ich mehr Informationen über die PISA-Tests und wer diese entwickelt?

Die OECD stellt auf ihrer Webseite und in ihren Veröffentlichungen alle wichtigen Informationen zu den Methoden und dem Ablauf der PISA-Studie bereit. Dazu gehören: der Testrahmen, der erklärt, was geprüft wird, wie geprüft wird und warum; Beispiele des PISA-Tests und der Hintergrundfragebögen, den alle Teilnehmer beantworten; ein umfassender technischer Bericht zum Ablauf, der detaillierte technische Informationen zu jedem Prüfungs- und Analyseaspekt enthält; die erhobenen Daten; Datenanalysehandbücher, die es Wissenschaftlern ermöglichen, die Daten weiter zu analysieren; technische Handbücher für die Durchführung der Tests und sprachliche Qualitätssicherung sowie detaillierte FAQs mit wichtigen Schlüsselinformationen. Zusätzlich zum OECD-Sekretariat und den Vertragspartnern arbeiten hunderte Experten und Wissenschaftler aus den teilnehmenden Ländern an der Entwicklung, Analyse und Aufbereitung der Ergebnisse. Details zu den beteiligten Partnern finden Sie in den PISA-Berichten und auf der OECD PISA-Webseite.

8. 2015 wurde PISA erstmals auf Computern durchgeführt, was bedeutet diese Neuerung?

Computer und Computertechnologie sind Teil unseres täglichen Lebens. Ein Wechsel zu computerbasierten Tests ist deshalb angemessen und sinnvoll. Die große Mehrheit der Länder führte den Test 2015 am Bildschirm durch. Die wenigen Länder, die zu einer computerbasierten Durchführung technisch nicht in der Lage waren, nutzten die Papierversion. Ein Vergleich der Schülerinnen und Schüler ist ohne Einschränkung möglich, sowohl zwischen jenen, die den Test am Computer bzw. auf Papier ausgeführt haben, als auch zwischen dem Test in 2015 und früheren Durchgängen. Mehr Informationen zu der Vergleichbarkeit des computerbasierten und des papierbasierten Tests finden Sie auf der OECD PISA-Webseite.

9. Inwiefern wurde die Auswertung der PISA-Daten 2015 verbessert?

Die Verbesserungen basieren auf Erfahrungen aus vorigen Durchgängen und der Erkenntnis, dass die neuen Techniken die Messpräzision, die Gültigkeit und Zuverlässigkeit der Daten erhöhen. Weitere Informationen zu diesen Verbesserungen finden Sie auf der OECD PISA-Webseite.

10. Warum wird PISA alle drei Jahre durchgeführt und warum werden dabei 15-Jährige getestet?

Eine Hauptaufgabe von PISA ist es, Länder in ihren Entscheidungen zur Bildungspolitik zu unterstützen. Ein Zyklus von drei Jahren versorgt die Länder zeitnah mit Informationen, Daten und Analysen, um die Auswirkungen ihrer politischen Entscheidungen und Programme zu erfassen. Kürzere Zyklen würden nicht genug Zeit lassen, damit Reformen und Innovationen ihre Wirkung entfalten. Ein größerer Zeitabstand würde bedeuten, dass auf rückläufige Leistungen nicht schnell genug reagiert werden kann.

Das Alter von 15 Jahren wurde festgelegt, da junge Menschen zu diesem Zeitpunkt in den meisten OECD-Ländern das Ende ihrer Pflichtschulzeit erreichen. Die Auswahl der Schulen ist so umfassend wie möglich, so dass die Schülerstichprobe ein breites Spektrum von Hintergründen und Können aufweist.

PISA-Mythen entlarvt

PISA-Mythos 1: Die leistungsstärksten Länder haben hohe Punktzahlen, weil sie nicht alle Schüler erfassen

Realität: Alle PISA-Proben sind repräsentativ für die 15-Jährigen, die an Schulen angemeldet sind. Sie werden auf einer wissenschaftlich fundierten Basis ausgewählt, um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler gleichmäßig repräsentiert werden. Dabei werden 89 Prozent der 15-Jährigen von PISA abgedeckt.

PISA-Mythos 2: Es liegt nur an der Kultur!

Realität: Die PISA-Ergebnisse haben über die Jahre gezeigt, dass ein Teil der Länder und Wirtschaftsräume das Leistungsniveau ihrer Schüler verbessern konnte, ohne dabei ihre Bildungskultur zu ändern. Zwischen den Jahren 2000 und 2012 schafften es einige Bildungssysteme, die Schülerleistungen um mehr als ein Schuljahr zu verbessern. Diese Systeme reformierten ihre Bildungspolitik und verzeichneten deutlich bessere Lernerfolge.

PISA-Mythos 3: Die Welt ist geteilt in reiche Länder mit hohen Bildungsstandards und arme Länder mit niedriger Bildung.

Realität: Weniger als ein Viertel der Leistungsunterschiede zwischen den OECD-Ländern kann durch die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung erklärt werden. Es gibt also Länder, die nicht reich sind, aber dennoch herausragende Bildungsstandards haben, und gleichzeitig hochentwickelte Länder, die in der PISA-Rangliste eher schlecht abschneiden. Exzellente Bildung ist nicht allein von den verfügbaren finanziellen Mitteln abhängig.

PISA-Mythos 4: Armut ist Schicksal.

Realität: PISA zeigt klar, dass Armut nicht Schicksal ist und dass Bildung und Politik einen Unterschied für benachteiligte Schülerinnen und Schüler machen können. Im letzten PISA-Test von 2012 erzielten die am meisten benachteiligten 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Shanghai ähnliche Ergebnisse in Mathematik wie die privilegiertesten 10 Prozent der amerikanischen 15-Jährigen.

Die PISA-Ergebnisse deuten darauf hin, dass es selbst unter den schwierigsten Umständen möglich ist, exzellente Bildung zu erreichen, die talentiertesten Lehrer in die schwierigsten Klassen zu bringen und sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler von einem exzellenten Bildungssystem profitieren.

PISA-Mythos 5: Exzellenz lässt sich nicht mit Chancengleichheit vereinbaren.

Realität: Die PISA-Ergebnisse zeigen, dass sich Qualität und Gerechtigkeit durchaus verbinden lassen. Die PISA-Studie 2012 identifizierte Bildungssysteme in Asien, Europa und Nordamerika, die hohe und gleichmäßig verteilte Leistungen vorweisen konnten.

PISA-Mythos 6: Exzellenz erfordert eine strikte Auswahl.

Realität: Die leistungsstärksten Bildungssysteme sind tatsächlich nicht selektiv und bieten allen Schülern vergleichbare Chancen.

PISA-Mythos 7: Bildungsqualität und individuelle Anpassung hängt nur von der Klassengröße ab.

Realität: Die leistungsstärksten Bildungssysteme legen mehr Wert auf die Qualität der Lehrkräfte als auf die Klassengröße. Wenn in diesen Systemen Entscheidungen für besser qualifizierte Lehrer oder kleinere Klassengrößen getroffen werden müssen, fällt die Wahl zugunsten der Lehrerkompetenz aus.

PISA-Initiativen

PISA for Development

“PISA for Development” hat zum Ziel, interessierte Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen zur Teilnahme an PISA zu ermutigen und zu befähigen. Erfahren Sie, welche Länder teilnehmen und wie die Initiative dazu beiträgt, die „Ziele für eine nachhaltige Entwicklung im Bereich Bildung“ zu erreichen.

PISA-based Test for Schools

Der PISA-basierte “Test for Schools” ermöglicht einen Vergleich auf Schulebene. Hier werden Leistungseinschätzungen sowie Informationen zur Lernumgebung und den Einstellungen der Schülerinnen und Schüler aus den Fragebögen ausgewertet. Erfahren Sie mehr über den Test und wie Schulen daran teilnehmen können.

PISA Online Programme for School Improvement

Das “PISA Online Programme for School Improvement” ist eine Online-Lernplattform, die dazu beiträgt, die Erkenntnisse aus der PISA-Studie wieder zurück in die Schulen zu tragen. Die Teilnehmer können zusammen mit Einrichtungen aus aller Welt daran arbeiten, dass Schüler besser lernen, Lehrer besser unterrichten und Schulen bessere Lernumgebungen schaffen.

PISA-Datenbank

Die PISA-Datenbank enthält die kompletten Antworten einzelner SchülerInnen, Schulleiter und Eltern. Diese Daten können von Statistikern und Forschern für eigene Analysen genutzt werden. Sie stehen in unterschiedlichen Formaten zur professionellen Weiterverarbeitung zur Verfügung.

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