Vor Ort im Kampf gegen Ungleichheit

Die Initiative „Champion Mayors“ der OECD bringt Bürgermeister aus aller Welt zusammen, die der wachsenden Ungleichheit den Kampf ansagen.

Worum geht es?

Wachsende Ungleichheit vergrößert die Kluft zwischen Arm und Reich. Ungleichheit hat Auswirkungen auf die individuelle Lebensqualität und schadet dem Wirtschaftswachstum. Sie führt dazu, dass Erfolg unverhältnismäßig stark von Faktoren wie sozioökonomischer Hintergrund, Geschlecht, Alter oder Wohnort abhängt.

In Städten konzentrieren sich Ressourcen, Dienstleistungen und Chancen. Dies kann aber zugleich bewirken, dass Ungleichheiten verstärkt werden und dass sich Armut verfestigt. So ist z. B. die Einkommensungleichheit in städtischen Ballungsräumen in der Regel höher als im nationalen Durchschnitt. Bereits heute entfällt im OECD-Raum mehr als die Hälfte der Bevölkerung, der Arbeitsplätze und der Wirtschaftstätigkeit auf städtische Räume. In 30 Jahren dürften 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Es besteht also dringender Handlungsbedarf.

Was wurde unternommen?

Viele Kommunalverwaltungen erkennen soziale Ungleichheiten im städtischen Raum als eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Sie bemühen sich daher aktiv, einen Wandel herbeizuführen. Vor diesem Hintergrund rief die OECD 2016 die Initiative „Champion Mayors for Inclusive Growth“ ins Leben – eine Koalition von Bürgermeistern, die sich für eine inklusivere globale Agenda stark macht. In dieser Koalition tauschen sich Kommunalpolitiker aus aller Welt direkt über Erfahrungen und Strategien für inklusivere Städte aus.

Die Initiative versucht, in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt und Kompetenzen, Wohnen und städtische Umwelt, Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen lokale Politikinnovationen voranzutreiben um sicherzustellen, dass niemand ins Abseits gerät. Die Bürgermeister sprechen über Herausforderungen und Lösungsansätze und lernen voneinander.

Wir haben uns verpflichtet, zur Feier des 300-jährigen Jubiläums von Quillota für jeden Einwohner einen Baum zu pflanzen. In den kommenden Jahren werden in Quillota als Beitrag zum Klimaschutz 100 000 Bäume gepflanzt werden. All dies ist dieser Initiative und diesen Zusammenkünften zu verdanken.

Luis Mella Bürgermeister von Quillota, Chile

Was wurde erreicht?

Bislang haben sich der Initiative mehr als 60 Bürgermeister angeschlossen, wobei Megastädte ebenso repräsentiert sind wie Kleinstädte. Sie werden von verschiedenen anderen Institutionen, Vereinigungen und Stiftungen unterstützt.

Die Initiative hilft Kommunalvertretern u .a. dabei, die Frage der zunehmenden Ungleichheiten analytisch anzugehen, die Entwicklung des materiellen Lebensstandards sowie der Lebensqualität insgesamt zu beobachten und Maßnahmenpakete zu schnüren, die die soziale Gerechtigkeit und das Wachstum fördern. Grundlage des Dialogs bildet das mehrdimensionale OECD-Konzept eines inklusiven Wachstums, das über das Einkommen hinausgeht und auch anderen Lebensbereichen, wie Beschäftigung und Gesundheit, Rechnung trägt.

Wir lernen voneinander. Von Singapur z. B. haben wir mehr über die Umnutzung alter Bauten gelernt. Singapurs Ansatz, Hallen und alte Fußballstadien in neue Lebensräume zu verwandeln, gefällt uns. Er dient uns bei unseren eigenen Umnutzungsprojekten als Beispiel.

Ahmed Aboutaleb Bürgermeister von Rotterdam, Niederlande
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