Share

Newsroom

Moderater Anstieg der Entwicklungshilfe im Jahr 2003

 

16/04/2004 - Die Mitgliedländer des OECD Ausschusses für Entwicklung (DAC) haben ihre Aufwendun-gen für öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) an die Entwicklungsländer von 2002 auf 2003 um real 3,9 % erhöht. Zwischen 2001 und 2002 betrug der Anstieg der Entwicklungshilfeleistun-gen real 7 %. Die "realen" Daten sind sowohl inflations- wie auch wechselkursbereinigt.

Gemäß den vorläufigen Daten betrugen die gesamten Ausgaben der DAC-Länder für die öffentliche Entwicklungshilfe 68,5 Mrd US Dollar im Jahr 2003. Damit haben die ODA Leis-tungen ihr bisher höchstes Niveau in nominalen und realen Werten erreicht. Der Anteil der Hilfeleistungen am Bruttonationaleinkommen aller DAC-Länder ist damit von 0,22 % 2001 und 0,23 % 2002 auf 0,25 % im Jahr 2003 angestiegen. Drei Faktoren waren für den realen Zuwachs der ODA um 2,3 Mrd US Dollar im Jahr 2003 ausschlaggebend:

  • Anhaltendes Wachstum von bilateralen Zuschüssen (2 Mrd US Dollar)
  • Beginn der Wiederaufbauhilfe für den Irak (2 Mrd US Dollar)
  • Kompensation durch einen konjunkturbedingten Rückgang der Beiträge für multilate-re vergünstigte Leistungen (- 1,2 Mrd US $) und eine geringfügige Abnahme bei den Nettokrediten (- 0,5 Mrd US $).


Die USA bleibt das Land mit den höchsten Zahlungen in absoluten Werten, gefolgt von Ja-pan, Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Dänemark, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und Schweden sind noch immer die einzigen Länder, die das von den Vereinten Nationen gesetzte Ziel von 0,7 % des Bruttovolkseinkommens erreichen. Drei weitere Länder haben ein festes Datum zum Erreichen des Zielwertes von 0,7 % genannt: Belgien bis 2010; Irland bis 2007 und Frankreich 0,5 % bis 2007 und 0,7 % bis 2012.

Zwölf der 22 DAC Mitgliedländer verzeichneten eine reale Zunahme bei der ODA. Im Jahr 2003 erhöhten die USA ihre ODA real um 16,9 % auf 15,8 Mrd Dollar, das entspricht 0,14 % ihres Bruttovolkseinkommens. Die bilaterale US Hilfe erhöhte sich um 3,9 Mrd Dollar, ein-schließlich 2 Mrd Dollar für den Irak, teilweise jedoch kompensiert durch einen Rückgang von 1,4 Mrd Dollar bei der multilateralen US Hilfe, bedingt durch das Timing von Kapital-zeichnungen bei internationalen Finanzinstitutionen.

Japans ODA verringerte sich real um 8,9 % auf 8,9 Mrd Dollar, das entspricht 0,35 % ihres Bruttovolkseinkommens. Während die Bruttoauszahlungen relativ unverändert blieben gab es bei den Rückzahlungen von ODA Darlehen einen beträchtlichen Anstieg.

Die EU-Länder erhöhten ihre ODA 2003 real um 2,2 %, das entspricht 0,35 % ihres gemeinsamen Bruttovolkseinkommens. Seit Monterrey verpflichteten sich die EU Mitglieder ihre ODA bis 2006 gemeinsam auf 0,39 % des Bruttovolkseinkommens zu erhöhen sowie jedes Land für sich allein auf ein Minimum von 0,33 % des Bruttovolkseinkommens. Hauptmerkmale der EU Hilfe sind u.a.:

  • In Belgien stieg die ODA erheblich auf 0,61 % des Bruttovolkseinkommens auf Grund der Schuldenerlassoperationen des Pariser Clubs für die Demokratische Republik Kongo; in Frankreich stieg die ODA auf 0,41 % des Bruttovolkseinkommens, was die Anstrengungen für Schuldenerleichterungen im Rahmen der Initiative für die hoch-verschuldeten armen Länder widerspiegelt; und in Großbritannien auf 0,34 % des Bruttonationaleinkommens, was teilweise auf die von 2002 auf 2003 verschobenen Beiträge an die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA, Weltbanktochter für vergünstigte Entwicklungshilfeleistungen) zurückzuführen war.
  • Die ODA stieg auch in Deutschland (real um 3,9 %), Griechenland (real um 4 %), Irland (real um 5,1 %) und Luxemburg (real um 5,6 %).
  • Kleinere Rückgänge bei der ODA in realen Werten verzeichneten Finnland (-0,2 %), die Niederlande (-1,3 %) und Spanien (-4,6 %).
  • Zu größeren Rückgängen bei der ODA in realen Werten kam es in Österreich (-20,7 %), Dänemark (-12,8 %), Italien (-16,7 %), Portugal (-24,8 %) und Schweden (-14,1 %). In Österreich verringerte sich die ODA auf Grund nichtvorhersehbarer Faktoren: vorzeitige Darlehensrückzahlungen und die Verschiebung bilateraler Schuldererlassabkommen. Dänemarks ODA wurde durch außerordentliche Rückzahlungen von Indien reduziert, das seine ODA Schulden an kleine Geber beglichen hat, und durch niedrigere als vorhergesehene ODA Ausgaben außerhalb des Kernhilfsprogramms. Die Rückgänge in Italien und Portugal waren größtenteils auf niedrigere Auszahlungen an multilaterale Entwicklungsbanken zurückzuführen, wobei Portugal auch seine Mittel für bilaterale technische Zusammenarbeit auf Grund von Haushaltsbeschränkungen kürzte. Schwedens ODA verringerte sich wegen verschobener Auszahlungen nach einem Spitzenwert im Jahr 2002, der durch eine hohe Einlage bei der IDA, die über mehrere Jahre abgerufen werden kann, verursacht wurde.


Andere DAC Länder verzeichneten im Jahr 2003 folgende Veränderungen in realen Werten:

  • Australien + 1,9 %;
  • Kanada, - 5,1 %, wegen einer Rückzahlung von Indien von ungefähr 300 Millionen $ seines ODA Schuldenbestandes und nach einem außergewöhnlichen Anstieg von mehr als 30 % im Jahr 2002 auf Grund von ungewöhnlich hohen Zusagen für Schuldenerlässe;
  • Neuseeland + 9,3 %
  • Norwegen + 4,7 %; Norwegen erreichte mit 0,92 % den höchsten Anteil der ODA am Bruttonationaleinkommen innerhalb des DAC und verzeichnete Fortschritte auf dem Weg zur Erreichung des Zielwerts von 1 % bis 2005; und die
  • Schweiz + 19,5 %, nach einem außergewöhnlichen Rückgang im Jahr 2002 wegen der Verschiebung einer größeren Zahlung an die IDA.


Unter den Nicht-DAC Gebern verzeichnete Korea einen Anstieg der ODA in laufenden Dollar von 279 Millionen 2002 auf 334 Millionen im Jahr 2003. Helen Fisher, OECD Pressestelle (Tel: + 33 1 45 24 80 97 ) steht Journalisten für weitere Informationen gern zur Verfügung.

Siehe Tabellen und Grafiken

 

Related Documents

 

Also AvailableEgalement disponible(s)