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Neue OECD-Studien zu Agrarreformen, zur Agrarpolitik und zu den Perspektiven der Landwirtschaft

 

07/06/2004 - Die OECD veröffentlicht am Donnerstag, den 10. Juni 2004 um 11:00 Uhr ihre neueste Analyse zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union. Die Studie wird gemeinsam mit zwei anderen neuen Berichten veröffentlicht - einer Bewertung der Agrarpolitik in den OECD-Ländern sowie neue Prognosen zur Entwicklung der Weltmarktpreise, der weltweiten Nachfrage und der Weltproduktion.

Analyse der EU-Reform der gemeinsamen Agrarpolitik

Die von den Agrarministern der Europäischen Union vereinbarten Reformen der Agrarpolitik stellen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur "Entkopplung" der finanziellen Unterstützung der Landwirte von der Produktion dar. Damit werden in Zukunft die finanziellen Hilfen, die an die Bauern geleistet werden, nicht mehr unmittelbar davon abhängen, was sie produzieren.

Bei der Einschätzung der Auswirkungen der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik, die im letzten Jahr vereinbart worden ist, kommt die OECD zu dem Schluss, dass eine verstärkte Entkoppelung der Agrarstützung die Wettbewerbsverzerrungen auf den Agrarmärkten verringern und die Einkommen aus der Landwirtschaft erhöhen sollte. Die Bewertung geht von einem lediglich moderaten Rückgang der Produktion bei den wichtigsten Agrargütern aus, die von der EU-Reform betroffen sind, es wird jedoch erwartet, dass die Nettoexporte stärker zurückgehen. Man schätzt, dass die Reform eine extensivere Bodennutzung und eine Zunahme an Weideland begünstigen wird.

Die EU-Agrarreformen führen jedoch weder zu einer signifikanten Reduzierung des Ausmaßes der Unterstützung für die EU-Landwirte, noch werden damit die EU-Märkte den nichteuropäischen Agrarproduzenten geöffnet, so die OECD. Darüber hinaus wird die Agrarstützung weiterhin die reicheren Bauern mit dem meisten Land begünstigen, da das Ausmaß der Zahlungen größtenteils noch immer mit der Betriebsgröße verknüpft bleibt.

OECD Agrarpolitik auf einen Blick

Die Unterstützung der Regierungen an die Landwirte der 30 OECD-Länder belief sich 2003 auf 229 Mrd. Euros - das entspricht ungefähr 32 % der Agrareinkommen der Landwirte. Dies stellt im Vergleich zum Jahr 2002 (31 %) einen leichten Anstieg dar, ist allerdings niedriger als im Zeitraum 1986-1998, wo ungefähr 37 % der Agrareinkommen auf staatliche Transferleistungen entfielen.

Die Studie zeigt, dass das Niveau der Agrarstützung sich von Land zu Land beträchtlich unterscheidet. Sie kritisiert allerdings die eng mit der Produktion und den Preisen verbundenen staatlichen Agrarsubventionen. Hinzugefügt wird, dass nur sehr selten Politiken eingesetzt werden, die sich auf eindeutig bestimmte Ziele konzentrieren.

OECD Agrarausblick 2004-2013

Zum ersten Mal wird in diesem Jahresbericht der Prognosezeitraum für Preise, Nachfrage und Produktion von 5 Jahren - wie früher üblich - auf 10 Jahre erweitert.

Die Weltproduktion für Getreide, Fleisch, Käse, Zucker und Pflanzenöl wird wahrscheinlich die Nachfrage in den nächsten 10 Jahren übersteigen. Dies sollte das Wachstum des Agrarhandels bremsen und den Anstieg der Weltmarktpreise dämpfen. Für Getreide prognostiziert die Studie weltweit Produktionszuwächse von bis zu 17 % bis zum Jahr 2013. Das Wachstum der Ölsaatenproduktion wird sich aller Voraussicht nach verlangsamen, was größtenteils auf geringere Produktionszuwächse in Brasilien zurückzuführen sein wird.

Die Preise werden sich im Prognosezeitraum für nahezu alle Produkte, die vom Bericht er-fasst werden, stabilisieren. Die realen, inflationsbereinigten Preise werden wahrscheinlich auf lange Sicht weiter sinken. Die größten Nachfragezuwächse nach Agrarprodukten wird es wahrscheinlich in Südamerika und Asien geben.

Die drei Berichte - Analysis of the 2003 CAP, Highlights of the OECD Agricultural Poli-cies at a Glance und OECD Agricultural Outlook 2004-2013 sind bis Donnerstag, 10. Juni 2004, 11:00 Uhr Pariser Zeit unter Embargo. Journalisten, die an Presseexemplaren der Studien interessiert sind bzw. ihre Teilnahme an der Pressekonferenz bestätigen wollen, werden gebeten, Nicole Le Vourch von der OECD Pressestelle (Tel: 0033 1 45 24 80 88) zu kontaktieren. Stephen Di Biasio (Tel: 0033 1 4524 8103) steht Journalisten für weitere Informationen zur Verfügung.

 

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