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Warum offene Märkte wichtig sind… und Protektionismus keine Lösung ist

 

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Fact Sheets zum Freihandel

Warum offene Märkte wichtig sind

Die Verlangsamung der Weltwirtschaft und die Skepsis der Öffentlichkeit bezüglich der Globalisierung bedrohen den Freihandel.

Deshalb ist es an der Zeit daran zu erinnern, dass der freie Handel mit Gütern, Dienstleistungen und Kapital den Staaten erlauben, ihr Humankapital und ihre physischen Ressourcen besonders effizient einzusetzen und ihre Produktion dort zu konzentrieren, wo sie am wettbewerbsfähigsten ist. Auf längere Sicht bringt der Freihandel durch verbesserte Technologien und höhere Produktivität auch einen „dynamischen“ Gewinn.

Daraus folgt, dass ein Großteil des Gewinns, welches ein Land aus dem Handel erzielt, auf der Eigenleistung der Liberalisierung beruht. Die Vorteile sind jedoch noch bedeutender, wenn der Zugang zu anderen Märkten im Rahmen multilateraler Handelsübereinkommen ebenfalls erleichtert wird.

Den Schätzungen der OECD zufolge führt ein Handelsanstieg um 10 Prozent zu einem Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens um 4 Prozent.

Der Schlüsselfaktor in der Kette zwischen Handel und Wachstum ist der Beitrag des Handels zur Innovation.

Handel und Handelsreformen fördern den Wettbewerb und den Anreiz zur Innovation.
Der Abbau der öffentlichen Zuschüsse im australischen Schiffbau führte zu einer Umstellung von Stahl zu Verbundstoffen und damit zur Wiederbelebung der Branche, während die neuseeländische Landwirtschaft seit der Abschaffung der Subventionen und Schutzzölle viel wettbewerbsfähiger und diversifizierter geworden ist.

Handel und ausländisches Direktinvestitionen fördern den Technologietransfer. 
Die kenianische Schnittblumenindustrie profitierte von importierter Technik in Form von Direktinvestitionen aus Holland.

Handel fördert Skaleneffekte und hilft, die F&E-Kosten schneller zu amortisieren.
Die Firma Nokia verdankt ihre globale Präsenz den Absatzmöglichkeiten, die sich dem Unternehmen außerhalb des kleinen finnischen Marktes boten.

Handel und Handelsreformen fördern die Globalisierung von Wertschöpfungsketten.
Durch die Harmonisierung von Produktionsstandards kann IBM seine Bauteile in drei Ländern einkaufen: in China, Ungarn und Indien.

 

Protektionismus ist keine Lösung.

 

Im Vergleich zu den 1930ern gibt es heute weniger Gelegenheiten für Protektionismus. Verantwortlich dafür sind die zunehmende und sich jetzt bewährende Stärkung der Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), die Senkung der Höchstzölle, die Länder nach den verschiedenen Runden der Handelsliberalisierung erheben dürfen, und die Entwicklung der globalen Lieferketten, die voraussetzen, dass Vorleistungen die Landesgrenzen unbehindert überschreiten können.

Trotzdem besteht die Gefahr, dass der Handel immer stärker behindert und verzerrt wird. So wurden bereits höhere Importzölle, nichtautomatische Einfuhrlizenzerteilungen, Importverbote, Beschränkungen der Freizügigkeit der Arbeitnehmer und die verstärkte Inanspruchnahme von WTO-Schutzmaßnahmen (wie zum Beispiel die Anschuldigung, der Handelspartner würde Preisdumping betreiben) beobachtet. Maßnahmen „hinter den Grenzen“ wie zum Beispiel staatliche Zuschüsse, Subventionen und Auflagen des Kaufs von nur einheimische Produkte, könnten noch gefährlicher sein. In einigen Ländern könnten bestehende Handelsschranken durch die Schwächung der eigenen Währung verschlimmert werden, ob sie nun durch Unachtsamkeit oder aktive Eingriffe erzielt wird.

Die meisten dieser Maßnahmen verletzen die WTO-Regeln nicht. Dennoch können sie den Volkswirtschaften, die sie ergreifen, und denen sie gelten, großen Schaden zufügen. Deshalb sollte die Doha-Runde schnell abgeschlossen und so die multilateralen Disziplinen verstärkt werden. Ferner sollten sich die Länder verpflichten, keine neuen protektionistischen Maßnahmen zu ergreifen und dieses Engagement mithilfe eines transparenten Systems wirksam überwachen zu lassen. Den Teilnehmern am G20-Gipfel im April 2009 zufolge könnte der erfolgreiche Abschluss der Doha-Runde das weltweite BIP um 150 Milliarden USD steigern.

Protektionismus ist keine Lösung. Warum? Es gibt drei Gründe, warum Protektionismus fehlschlagen und genau die entgegengesetzte Wirkung haben kann.

Erstens ist ein Einfuhrzoll ein Ausfuhrzoll, sowohl direkt, da die Kosten der Vorleistungen steigen, als auch indirekt, da den mit Importen konkurrierenden Unternehmen der Anreiz zur Kostendämmung genommen wird und diese Entwicklung auf diegesamte Wirtschaft übergreift.

  • Aber Exporteure sind meistens nicht in der Lage, die Kostensteigerungen weiterzugeben. Sie werden entweder Exportmärkte verlieren oder weniger Gewinn erwirtschaften. In beiden Fällen werden Arbeitsplätze vernichtet.


Zweitens erzielt Protektionismus wahrscheinlich nicht alle angestrebten Ergebnisse. Ein klares Beispiel liefert die Landwirtschaft, in der die Handelsschranken, die eigentlich kleinen Betrieben helfen sollten, nur einigen Großbetrieben zu höherem Gewinn verhelfen.

  • In den Vereinigten Staaten, der EU und Japan erhalten 25 Prozent der Betriebe 60 Prozent der Unterstützung. Außerdem landen nur 25 Cents pro Dollar, der für Preisstützung ausgegeben wird, in den Taschen der Landwirte, der Rest bleibt bei Vorleistungslieferanten, Landbesitzern, die das Land nicht bestellen, und anderen Marktteilnehmern außerhalb der Branche hängen.


Und drittens machen die Vergeltungsmaßnahmen der Handelspartner wahrscheinlich alle Ergebnisse der protektionistischen Maßnahmen wieder zunichte, und allen geht es letzten Endes noch schlechter als zuvor.

  • Maßnahmen, die darauf abzielen, den Handelspartner an den Bettelstab zu bringen, machten aus einer globalen Rezession in den 1930ern eine schwere Weltwirtschaftskrise. Und wir dürfen nicht vergessen, dass die schnelle Erholung nach der asiatischen Finanzkrise in den Jahren 1997/98 nur der Tatsache zu verdanken war, dass der Freihandel nicht unterbunden wurde.

 

Dem Staat kommt eine wichtige Rolle zu.

 

Wenn der Staat die Früchte des Freihandels ernten will, darf er sich nicht enfach zurücklehnen und dem Markt freien Lauf lassen. Er hat wichtige Aufgaben zu erfüllen:

Schaffung des richtigen politischen Rahmens.
Offene Märkte funktionieren am besten und funktionieren vieleicht sogar nur dann, wenn sie von einem robusten makroökonomischen Umfeld, einem gut funktionierenden Arbeitsmarkt und starken Institutionen begleitet werden, die die Arbeits- und Kapitalströme von schrumpfenden zu expandierenden Branchen leiten. Angesichts der weltweiten Rezession und der „Schuldendeflation“, in der verschuldete Unternehmen ihre Vermögenswerte verkaufen, um ihr Schulden zu bedienen, werden Stimmen laut, die strengere Lohn- und Beschäftigungsbedingungen fordern, um die Kaufkraft zu erhalten. Diesen Aufforderungen sollte nicht Folge geleistet werden. Unternehmen müssen flexibel reagieren können, damit ihre Ressourcen wirksam eingesetzt werden.

Hilfe für diejenigen, die sich anpassen müssen.
Bei der Liberalisierung der Märkte gibt es nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer, denen geholfen werden muss. Diese Hilfe muss sich vielleicht gezielt an bestimmte Sektoren des Arbeitsmarktes richten. Sie sollte transparent und zeitlich begrenzt sein und die Anpassung fördern.

Entwicklung des richtigen gesetzlichen Umfeldes.
Liberalisierung des Handels und Deregulierung sind nicht dasselbe Das hat uns die Weltfinanzkrise gelehrt und betrifft besonders den Handel mit Dienstleistungen. Das Allgemeine Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) der WTO erlaubt den Staaten, bestimmte Bereiche wie das Gesundheits- und Bildungswesen zu regeln.

Handelspolitik ist keine einfache Politik. Die Vorteile der Handelsliberalisierung sind oft unscharf und schwer zu beziffern, während die Kosten klar und leicht messbar sind. Aber die Erfahrung lehrt uns, dass die Vorteile die Kosten überwiegen und dass die Anpassung an den Freihandel besser ist als der Verzicht auf die Gelegenheiten, die offene Märkte bieten.

Weitere Informationen:


 Handel und Beschäftigung

 Handel und Umwelt

 Handel und Entwicklung

 Handel, Innovation und Wachstum

 

 

 

 

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