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Handel und Umwelt

 

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Fact Sheets zum Freihandel

Ist der Handel gut oder schlecht für die Umwelt?

Es ist nicht zu bestreiten, dass Produktion und Handel die Umwelt beeinflussen und einige dieser Einflüsse negativ sind. Die Frage ist nicht, ob der Handel die Umwelt belastet. Er belastet sie so wie viele andere Aktivitäten des Menschen.

Aber der Handel kann auch eine günstige Auswirkung auf die Umwelt haben, da er die Verbreitung von umweltschonenden Gütern und Dienstleistungen fördert. Die Frage, die wir uns stellen müssen, lautet vielmehr: Würde eine weitere Liberalisierung des Handels die Lage verbessern oder verschlechtern?

Offene Märkte können die Ressourcen-Verteilung verbessern. So können die Güter dort hergestellt werden, wo es ökologisch und ökonomisch am effizientesten ist, auch wenn sie dann zu entfernten Absatzmärkten transportiert werden müssen. Der Verbrauch von heimischen Gütern ist nicht unbedingt umweltfreundlicher als der Erwerb von Importwaren. Das ist zum Beispiel der Fall bei Milchprodukten, Schaffleisch und einigen Gartenbauprodukten, die in Neuseeland für den britischen Markt hergestellt werden.

Intensiverer Handel kann das Wirtschaftswachstum, die Entwicklung und das Gemeinwohl fördern und so dazu beitragen, dass die Umwelt effektiver verwaltet wird. Studien, die vor rund zehn Jahren erstellt wurden, stellten fest, dass der Ausstoß von Schadstoffen steigt, wenn das Pro-Kopf-Einkommen von niedrig auf mittel angehoben wird, und dann wieder sinkt, sobald die Länder höhere Einkommen erzielen. Die Wasserverschmutzung sinkt bedeutend, wenn das Pro-Kopf-Einkommen steigt. Der steilste Rückgang ist zu verzeichnen, bevor ein Land in die mittlere Einkommensklasse aufsteigt.

In jüngster Zeit haben einige Entwicklungsländer strengere Umweltschutzregelungen eingeführt als vergleichsweise OECD-Länder auf demselben  Entwicklungsstand hatten. Viele Entwicklungsländer haben erkannt, dass geringere Umweltverschmutzung zu besserer Gesundheit und höherer Produktivität führt und deshalb beschlossen, dass die Vorteile des Umweltschutzes die Kosten überwiegen.

Sie konzipieren innovative Maßnahmen zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung, führen Umweltverschmutzungsgebühren und -steuern ein, sorgen für höhere Transparenz – Indonesien und die Philippinen hatten damit Erfolg – und legen neue Standorte für die Schwerindustrie wie Stahl- und Chemiewerke an, die bessere Ergebnisse bei Wiederverwertung, Recycling und Abfallaufbereitung erzielen.

Der Abbau von Handels- und Investitionsschranken kann ein Land dazu anspornen, neue Umwelttechniken einzuführen und den Zugang zu ihnen zu verbessern. Je stärker ein Land in die Weltwirtschaft eingebunden ist, desto mehr ausländische Umweltauflagen müssen die einheimischen Exporteure berücksichtigen. Die Änderungen, die zur Erfüllung dieser Auflagen nötig sind, beeinflussen die gesamte Lieferkette und fördern den Einsatz umweltschonenderer Verfahren und Techniken auch im Vorfeld.

Die frühe Einführung von Umweltgesetzen wurde unter anderem von bilaterialen und regionalen Handelsabkommen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern unterstützt, die Ressourcen und Institutionen für Informationsaustausch und Kapazitätsaufbau vorsehen und den wirtschaftlich weniger entwickelten Partner anhalten, strengere Umweltgesetze zu erlassen.

 

Lösen offene Märkte einen „Abwärtswettlauf“ aus?

 

Oft wird behauptet, dass die Liberalisierung der Märkte manche Länder dazu veranlassen, ihre schwachen Umweltgesetze nicht abzuschaffen, um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit in Produktmärkten zu fördern oder ausländische Direktinvestitionen anzuziehen.


Dies geschieht, wenn die Umweltschutzkosten so hoch sind, dass sie andere,  die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Investitionsentscheidungen bestimmende Faktoren, aufheben: Zugang zu Arbeitskräften, Rohstoffen, Transport-Infrastruktur, geistigem Eigentum usw. Zahlreiche Analysen zeigen, dass die Kosten zur Vermeidung oder Behandlung der meisten Schadstoffe die gesamten Produktionskosten nur um wenige Prozentpunkte erhöhen. Kurz gesagt, Länder haben kaum etwas zu gewinnen, wenn sie Paradiese für Umweltverschmutzer werden, aber sie haben auf lange Sicht viel zu verlieren, wenn die Umweltzerstörung ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.


Treibhausgase könnten die Ausnahme bilden. Die Kosten zur Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid, dem häufigsten Treibhausgas, können in Branchen, die große Mengen fossiler Brennstoffe verfeuern oder wie die Landwirtschaft hohe Mengen von Treibhausgasen emittieren, beträchtlich sein. Ferner stellt Kohlendioxid, im Gegenteil zu Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid, keine sofortige Bedrohung für Menschen oder Anlagen in der Umgebung dar. Kohlendioxid trägt aber zum Klimawandel bei.

Länder, die innerhalb ihrer Grenzen die Treibhausgase reduzieren wollen, befürchten eine Verlagerung der Kohlendioxid-Emissionsquellen, das heißt, dass die Sektoren, die potenziell hohe Mengen von Treibhausgasen ausstoßen und unter dem Wettbewerb durch den Handel leiden, ihre Produktion in Länder auslagern, die die Emissionen nicht limitieren.

Analysten sind allerdings der Meinung, dass diese Befürchtungen sich wohl nur in einigen Sektoren bewahrheiten, in erster Linie in der Metallindustrie. Andere Branchen wie die Glas- und Zementherstellung sind bis zu einem gewissen Grad durch den Handel gefährdet, aber ihre Produkte haben meistens niedrigere Stückpreise als Metalle. Zur Vermeidung hoher Transportkosten müssen die Standorte deshalb in der Nähe der Endverbraucher bleiben.


In der Zukunft könnten weltweite Klimaschutzregeln durch die Emissionsbegrenzung in einer größeren Anzahl von Ländern oder spezifische Kooperationsansätze in den kohlendioxidintensivsten Branchen die Verlagerung der Emissionsquellen unterbinden.  Auf diese Weise würden die Staaten eine kohlendioxidarme Wirtschaft fördern und Anreize für Unternehmen schaffen, klimaschonende Techniken und Verfahren zu entwickeln.

 

Wie können Umweltinteressen gewahrt werden?

 

Auf örtlicher, nationaler, regionaler und internationaler Ebene müssen effektive umweltpolitische Maßnahmen und institutionelle Rahmenwerke eingeführt werden. Der Einfluss des Handels und der Liberalisierung des Handels auf die Wohlfahrt eines Landes hängt davon ab, ob die Umweltressourcen des Landes richtig bewertet sind. Dies hängt wiederum davon ab, ob das Land die richtigen umweltpolitischen Maßnahmen ergriffen hat. Ist dem so, nutzen Handel und Liberalisierung des Handels der Umwelt, weil das daraus resultierende Wirtschaftswachstum die Nachfrage nach Umweltschutz ankurbelt und zusätzliches Einkommen schafft.

Handelshemmnisse sind keine Lösung. Handelshemmnisse sind kontraproduktiv. Sie bremsen das Wachstum in den davon betroffenen Ländern  und hindern sie daran, ihre Umweltschutzstandards zu verbessern. Sie sind auch weniger wirksam als eine umfassende Umweltpolitik, Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt und oft nichts anderes als verschleierter Protektionismus.

Das bedeutet nicht, dass es aus handelspolitischer Sicht keine Interventionen gibt. Die Welthandelsorganisation (WTO) beschäftigt sich aktiv mit umweltpolitischen Aktivitäten: Sie treibt die Liberalisierung von ökologischen Gütern und Dienstleistungen voran, sucht nach größerer Klarheit in den Beziehungen zwischen bestehenden WTO-Regeln und spezifischen Handelsverpflichtungen in multilateralen Umweltabkommen, will Fischerei-Subventionen strenger regeln und sichert die nichtdiskriminierende Anwendung des Artikels XX des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) „zum Schutz des Lebens und der Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen“.

So ergänzt die WTO die Politik der einzelnen Länder zur Optimierung des Handels und Umweltschutzes und zur Vorbeugung eines eventuellen Abwärtswettlaufs.

Weitere Informationen:

 Handel und Beschäftigung

 Handel und Entwicklung

 Handel, Innovation und Wachstum

 Warum offene Märkte wichtig sind… und Protektionismus keine Lösung ist

 

 

 

 

 

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