Trade

Handel und Entwicklung

 

English Français Español 日本語

Fact Sheets zum Freihandel

Müssen Entwicklungsländer ihre jungen Industrien schützen (wie es die Industrieländer vor ihnen taten)?

Die Verteidiger des Schutzes junger Industrien behaupten, dass manche Branchen oder Sektoren vor dem Wettbewerb geschützt werden müssen (meistens durch hohe Zölle oder Einfuhrverbote), bis sie stark und wettbewerbsfähig sind.

Dieses Argument ist nur stichhaltig, wenn die Behörden genau die Branchen identifizieren können, die „aufgezogen“ werden müssen, bis sie auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig werden, und wenn dieser Schutz zeitlich begrenzt ist und die Innnovation weder in einzelnen Unternehmen noch branchenweit behindert wird. Die Erfahrung zeigt, dass diesen Bedingungen schwer zu entsprechen ist. Davon zeugt die Landwirtschaft, die in einigen Ländern trotz hohen Schutzes und hoher Subventionen nicht international wettbewerbsfähig geworden ist.

Die Unterstützung von jungen Industriezweigen ist selten von Erfolg gekrönt. Maßnahmen, die die Probleme der Wettbewerbsfähigkeit an der Wurzel anpacken, erzielen weit bessere Ergebnisse. Dazu gehören umfassende Bildungs- und Gesundheitsleistungen, geeignete Infrastrukturen, beschleunigte technologische Entwicklung, effiziente Vorleistungs- und Endkundenmärkte usw.

 

Würden die Vorteile offener Märkte den Verlust von Zollpräferenzen aufwiegen?

 

Entwicklungsländer befürchten, dass die relativen Vorteile, die sie haben, wenn sie niedrigere Zölle zahlen als andere Länder, bei einer allgemeinen Senkung der Zölle wegfallen. Die Erkenntnisse aus Studien ergeben jedoch, dass die Vorteile einer breiten Liberalisierung mit einer Senkung aller Zölle für die meisten Länder den Verlust der Vorzugsbehandlung aufwiegen. Und die wenigen Länder, für die das nicht zutrifft, sollten die Liberalsierung nicht behindern, sondern die Entwicklung fördern, um die Abhängigkeit von Präferenzzöllen zu verringern.

Die Länder, die von Zolleinnahmen abhängen, sollten eher die Steuerbemessungsgrundlage verbreitern, wie es bereits eine Reihe von Entwicklungsländern getan haben, als auf die Vorteile der Marktöffnung verzichten. Eine breitere Steuerbemessungsgrundlage macht nicht nur den Ertragsverlust wett, sondern gewährleistet auch, dass die, die es sich leisten können, mehr bezahlen, während niedrigere Einkommensgruppen weniger bezahlen. Das ist normalerweise nicht der Fall bei Zollsystemen.

 

Richten sich Handelsliberalisierungsabkommen gegen Entwicklungsländer?

 

Früher haben Entwicklungsländer nicht immer aktiv an multilateralen Verhandlungen teilgenommen. So konnten Industrieländer die Zölle auf die Produkte, die sie importieren wollten, senken und hohe Zollschranken für Produkte aufrechterhalten, die Entwicklungsländer gern exportiert hätten. Verschiedene Präferenzabkommen gehen dieses Problem zumindest teilweise an und viele weniger entwickelte Länder haben nun zollfreien oder beinahe zollfreien Zugang zu den Märkten der Industrieländer.

Heute sind Entwicklungsländer einflussreicher und beteiligen sich stärker an multilateralen Handelsreformen. Die gegenwärtigen WTO-Verhandlungen umfassen Sonder- und Vorzugsbehandlungen für Entwicklungsländer, die es zulassen,  Zölle im Vergleich zu stärker industrialisierten Ländern weniger oder langsamer abzubauen und manche Branchen sogar davon auszunehmen.

Wie kann Handel zur Armutsminderung beitragen?

 

Handel trägt zum Wirtschaftswachstum bei und Wirtschaftswachstum ist der wichtigste Faktor der Armutsminderung. Südkorea liberalisierte den Handel in den 1960ern und Chile in den 1970ern. Beide Beispiele zeigen klar, dass Volkswirtschaften mit offenen Märkten bessere Ergebnisse erzielen als Länder mit einer restriktiveren Politik. In der jüngsten Vergangenheit haben die Vorzüge der Liberalisierung auch Brasilien, Russland, Indien, Indonesien, China und Südafrika (BRIICS) überzeugt.

Den am stärkten liberalisierten Branchen der BRIICS-Länder geht es am besten. Die BRIICS-Länder haben auch insgesamt gesehen die Handelshemmnisse stark abgebaut und ihre Exporte schneller gesteigert als die führenden Industriestaaten.

 

Würde der Abschluss der laufenden WTO-Verhandlungen den Entwicklungsländern nützen?

 

In der Landwirtschaft führt eine 75-prozentige Verringerung der Zölle und Subventionen den Schätzungen nach zu einer Einkommenssteigerung von rund 23 Milliarden USD in den Entwicklungsländern und in Subsahara-Afrika, Südasien und Lateinamerika zu einem BIP-Wachstum von 0,3 Prozent. Von einem geschätzten 97 Milliarden USD Ertrag aus dem verbesserten Zugang zu Nichtlandwirtschaftsmärkten würden 68 Milliarden USD Entwicklungsländern zugutekommen.

Der freie Zugang zu den Märkten in den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, Japan und Kanada dürfte Subsahara-Afrika beträchtlichen Nutzen bringen und die Nichtölexporte um 14 Prozent und das Realeinkommen um ca. 1 Prozent erhöhen. Die positiven Auswirkungen für die Entwicklungsländer sind umso höher, umso energischer sie ihre eigenen Zölle senken.

 

Aber die Handelspolitik allein kann Entwicklung und Armutsminderung nicht gewährleisten…

 

Die Auswirkungen des Handels und der Liberalisierung sind nicht überall gleich. Die einzelnen Bevölkerungsgruppen werden unterschiedlich getroffen. Es wird Gewinner und Verlierer geben und die Auswirkungen des Handels auf die Armen hängen von verschiedenen Faktoren ab: wie Grenzpreisänderungen an die Armen weitergegeben werden; wie der Handel das Einkommen und die Ausgaben des Staates beeinflussen; ob die Armen die Gelegenheiten ergreifen können, die neue Arbeitsplätze bieten. Aus diesem Grund hängen die Vorteile der Marktöffnung von Faktoren ab, die weit über die Liberalisierung des Handels hinausgehen.

Eine erfolgreiche Marktöffnung erfordert das richtige makroökonomische Umfeld, anpassungsfähige Arbeitsmärkte und Institutionen, die die Arbeits- und Kapitalströme von schrumpfenden zu expandierenden Sektoren leiten, soziale Sicherheitsnetze, verbesserte Bildung und Ausbildung und gestärkte Eigentumsrechte zur Lösung der tiefliegenden Ursachen der Armut.

Bessere Bildung ist besonders wichtig. In den Ländern, in denen die Arbeitskräfte eine gute Grundbildung haben, mindert die Liberalisierung des Handels die Ungleichheiten. In China verbessert ein zusätzliches Schuljahr die Chancen um 14 Prozent, eine Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft zu finden.
Ebenfalls nötig sind landesspezifische Entwicklungs- und Handelshilfe. Verbesserte Effizienz im Seeverkehr könnten den bilateralen Handel für viel Länder verbessern. Binnenstaaten stehen vor einer noch größeren Herausforderung, da ca. 60 Prozent der Transportkosten schlechten Infrastrukturen zuzuschreiben sind. Früher durften Schnittblumen aus Kenia wegen der Pestizidbelastung nicht in die Vereinigten Staaten und die Europäische Union eingeführt werden. Mit der Handelshilfe der EU konnte Kenia die Pestizide einstellen und profiliert sich nun als einer der weltweit führenden Zuchtblumenexporteure.

 

Zusammenfassung …

 

In einer breit angelegten Strategie zur Steigerung der Produktionskapazität eines Landes und zur Verbesserung des Wohlstands seiner Bürger kommt dem Handel eine wichtige Rolle zu. Die Verbreitung und Verfügbarkeit von Technologien, Know-how, Produkten und Dienstleistungen werden vom Handel gefördert. Er erhöht die Auswahl und senkt die Kosten. Aber offene Märkte erfordern gleichzeitig Investitionen in Humankapital (Bildung, Gesundheit und Ernährung) und Infrastrukturen, Zugang zu Krediten und technischer Unterstützung sowie soziale Sicherheitsnetze und politische Stabilisierung.

Diese Maßnahmen verbessern die Lage der Armen und helfen ihnen sich so anzupassen, dass sie von den neu geschaffenen Gelegenheiten profitieren können.

Weitere Informationen:

 Handel und Beschäftigung

 Handel und Umwelt

 Handel, Innovation und Wachstum

 Warum offene Märkte wichtig sind… und Protektionismus keine Lösung ist

 

 

 

 

Countries list

  • Afghanistan
  • Albania
  • Algeria
  • Andorra
  • Angola
  • Anguilla
  • Antigua and Barbuda
  • Argentina
  • Armenia
  • Aruba
  • Australia
  • Austria
  • Azerbaijan
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesh
  • Barbados
  • Belarus
  • Belgium
  • Belize
  • Benin
  • Bermuda
  • Bhutan
  • Bolivia
  • Bosnia and Herzegovina
  • Botswana
  • Brazil
  • Brunei Darussalam
  • Bulgaria
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cambodia
  • Cameroon
  • Canada
  • Cape Verde
  • Cayman Islands
  • Central African Republic
  • Chad
  • Chile
  • China (People’s Republic of)
  • Chinese Taipei
  • Colombia
  • Comoros
  • Congo
  • Cook Islands
  • Costa Rica
  • Croatia
  • Cuba
  • Cyprus
  • Czech Republic
  • Côte d'Ivoire
  • Democratic People's Republic of Korea
  • Democratic Republic of the Congo
  • Denmark
  • Djibouti
  • Dominica
  • Dominican Republic
  • Ecuador
  • Egypt
  • El Salvador
  • Equatorial Guinea
  • Eritrea
  • Estonia
  • Ethiopia
  • European Union
  • Faeroe Islands
  • Fiji
  • Finland
  • Former Yugoslav Republic of Macedonia (FYROM)
  • France
  • French Guiana
  • Gabon
  • Gambia
  • Georgia
  • Germany
  • Ghana
  • Gibraltar
  • Greece
  • Greenland
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guernsey
  • Guinea
  • Guinea-Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Hong Kong, China
  • Hungary
  • Iceland
  • India
  • Indonesia
  • Iraq
  • Ireland
  • Islamic Republic of Iran
  • Isle of Man
  • Israel
  • Italy
  • Jamaica
  • Japan
  • Jersey
  • Jordan
  • Kazakhstan
  • Kenya
  • Kiribati
  • Korea
  • Kuwait
  • Kyrgyzstan
  • Lao People's Democratic Republic
  • Latvia
  • Lebanon
  • Lesotho
  • Liberia
  • Libya
  • Liechtenstein
  • Lithuania
  • Luxembourg
  • Macao (China)
  • Madagascar
  • Malawi
  • Malaysia
  • Maldives
  • Mali
  • Malta
  • Marshall Islands
  • Mauritania
  • Mauritius
  • Mayotte
  • Mexico
  • Micronesia (Federated States of)
  • Moldova
  • Monaco
  • Mongolia
  • Montenegro
  • Montserrat
  • Morocco
  • Mozambique
  • Myanmar
  • Namibia
  • Nauru
  • Nepal
  • Netherlands
  • Netherlands Antilles
  • New Zealand
  • Nicaragua
  • Niger
  • Nigeria
  • Niue
  • Norway
  • Oman
  • Pakistan
  • Palau
  • Palestinian Administered Areas
  • Panama
  • Papua New Guinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippines
  • Poland
  • Portugal
  • Puerto Rico
  • Qatar
  • Romania
  • Russian Federation
  • Rwanda
  • Saint Helena
  • Saint Kitts and Nevis
  • Saint Lucia
  • Saint Vincent and the Grenadines
  • Samoa
  • San Marino
  • Sao Tome and Principe
  • Saudi Arabia
  • Senegal
  • Serbia
  • Serbia and Montenegro (pre-June 2006)
  • Seychelles
  • Sierra Leone
  • Singapore
  • Slovak Republic
  • Slovenia
  • Solomon Islands
  • Somalia
  • South Africa
  • South Sudan
  • Spain
  • Sri Lanka
  • Sudan
  • Suriname
  • Swaziland
  • Sweden
  • Switzerland
  • Syrian Arab Republic
  • Tajikistan
  • Tanzania
  • Thailand
  • Timor-Leste
  • Togo
  • Tokelau
  • Tonga
  • Trinidad and Tobago
  • Tunisia
  • Turkey
  • Turkmenistan
  • Turks and Caicos Islands
  • Tuvalu
  • Uganda
  • Ukraine
  • United Arab Emirates
  • United Kingdom
  • United States
  • United States Virgin Islands
  • Uruguay
  • Uzbekistan
  • Vanuatu
  • Venezuela
  • Vietnam
  • Virgin Islands (UK)
  • Wallis and Futuna Islands
  • Western Sahara
  • Yemen
  • Zambia
  • Zimbabwe