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Handel und Beschäftigung

 

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Fact Sheets zum Freihandel

Vernichtet der Handel Arbeitsplätzen, oder schafft er Arbeitsplätze?

Es besteht immer größere Besorgnis, dass der Welthandel in den OECD-Ländern zur Vernichtung von Arbeitsplätzen und zur Senkung der Löhne beiträgt, während große Volkswirtschaften wie China und Indien die Früchte dieser Entwicklung ernten.

Die Erfahrungen aus den letzten zehn Jahren vor der weltweiten Rezession zeigen Folgendes…

Offene Volkswirtschaften, nicht geschützte, erzielen das höchste Wachstum.
Im letzten Jahrzehnt ist der Handel in Bezug auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steil gestiegen. Der Anstieg wurde in liberalisierten Ländern im Allgemeinen von höherem Wohlstand und mehr Arbeitsplätzen begleitet.

Offener Handel hat zu einer positiven Arbeitsplatzbilanz geführt.
Bis 2007 stieg die Beschäftigung in allen OECD-Ländern mit Ausnahme von der Tschechischen Republik, Japan und Polen, während die Arbeitslosenquote in der OECD insgesamt und auch in den meisten Mitgliedstaaten sank. In der OECD fiel die durchschnittliche Arbeitslosenquote zwischen 1995 und 2007 von 7,2 auf 5,6 Prozent, während der Handel mit Gütern und Dienstleistungen als Anteil am BIP von 19 auf 28 Prozent stieg.

Die Arbeitsplatzstabilität hat sich insgesamt kaum geändert.
In diesem Zeitraum haben sich zwei weit verbreitete Indikatoren für Fluktuation und Stabilität, nämlich der Anteil der Arbeitnehmer, die ihre Stelle seit weniger als einem Jahr innehaben, und die durchschnittliche Beschäftigungsdauer, nicht stark geändert.

Kurz gesagt, die Analyse der zehn Jahre bis 2007 deutet nicht darauf hin, dass Freihandel zur Vernichtung von Arbeitsplätzen führt. Und auf lange Sicht hat die Liberalsierung von Handel und Investitionen den durchschnittlichen Reallohn in den OCED-Ländern erhöht. Eine Studie über den Handel in 63 Ländern assoziierte den Anstieg um einen Prozentpunkt des Anteils des Handels am BIP (wenn also zum Beispiel der Anteil des Handels am BIP von 10 auf 11 Prozent steigt) mit einer Erhöhung des Pro-Kopf-Einkommens von 0,5 bis 2 Prozent.

Niedrigere Preise und eine größere Auswahl an Produkten und Dienstleistungen sind das Ergebnis liberalisierter Märkte und kommen den Arbeitnehmern als Verbrauchern zugute.

 

Die Geschichte hinter den Schlagzeilen…

 

Arbeitsmärkte werden normalerweise „aufgerührt“, das heißt, dass Arbeitsplätze vernichtet und gleichzeitig neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Welthandel ist nur einer von mehreren Faktoren, die Arbeitnehmer von schrumpfenden zu expandierenden Branchen treiben und so eine ständige Bewegung aufrechterhalten. Obwohl diese Bewegung zu gerechtfertigten Sorgen in Bezug auf die Anpassung der Beschäftigung führt, ist die allgemeine Auswirkung auf den Arbeitsmarkt gering.

In den letzten Jahren wurden in den Vereinigten Staaten jährlich viel mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als ausgelagert. Obwohl diese Frage zu Kontroversen führt, wurde die Auslagerung wegen ihres Beitrags zur Produktivitätssteigerung manchmal auch mit Lohnerhöhungen in Verbindung gebracht. So dürfte zum Beispiel die Erhöhung des Reallohns von Facharbeitern in Deutschland von bis zu 3,3 Prozent zwischen 1991 und 2000 auf das Outsourcing zurückzuführen sein.

Auch vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise kann die Liberalisierung des Handels nicht für die massive Vernichtung von Arbeitsplätzen verantwortlich gemacht werden. Die hochintegrierten Weltmärkte für Güter und Dienstleistungen können die Verbreitung der Konjunkturkrise unterstützt haben, aber die weltweite Rezession ist eindeutig das Ergebnis makroökonomischer Ungleichgewichte und Störungen im Finanzsektor und nicht das Resultat liberalisierter Märkte. Wenn sich die Wirtschaft wieder erholt, werden die Märkte, die offen geblieben sind, voll von den neuen Absatzmöglichkeiten profitieren.

Sobald die gegenwärtige Krise zu Ende geht, werden hochqualifizierte Arbeitskräfte und Kapital, zwei Faktoren, an denen es in der OECD nicht mangelt, wieder stark nachgefragt und profitieren von offenen Märkten. Die anschliessende Anpassung kann allen Branchen nützen, in manchen Fällen sogar Sparten, in denen der Arbeitsmarkt schrumpft. Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist die Textil- und Bekleidungsindustrie in der OECD, in der sich die Hersteller auf Absatzmarktsegmente ausgerichtet haben, welche hochentwickelte Techniken sowie anspruchsvolleres Design und Marketing benötigen. Infolgedessen sind Produktivität und Löhne gestiegen.

Gleichzeitig haben aber auch die Einkommensunterschiede in den OECD-Volkswirtschaften zugenommen. Diese Entwicklung ist größtenteils auf Faktoren zurückzuführen, die nichts mit dem Handel zu tun haben, wie den technologischen Wandel und die damit verbundene Nachfrage nach höher qualifizierten Arbeitskräften. Handel spielt allerdings auch eine Rolle. Durch den Abbau der Handelsschranken haben sich die OECD-Länder stärker spezialisiert und je nach ihrer Ausstattung eher auf kapital- oder auf arbeitsintensive Aktivitäten konzentriert. Auf diese Weise belastet der Handel die Arbeitskräfte in der OECD, die unter den Importen aus Ländern mit vielen Arbeitskräften leiden.
Das bedeutet nicht, dass die Handelspolitik eingesetzt werden sollte, um die Frage der Einkommensverteilung zu lösen.  Die Lösung besteht vielmehr darin, die auf technischen Fortschritt und internationale Arbeitsteilung folgenden Strukturänderungen zu unterstützen, weil sie zu höheren Einkommen führen, und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Früchte dieser Entwicklung durch effektive bildungs- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, Besteuerung und Sozialversicherungssysteme gerecht geteilt werden.

Durch die Schaffung eines Umfeldes, das die Arbeitsplatzschaffung und die Fortbildung fördert und in dem den Arbeitskräften die Stellen angeboten werden, in denen sie die höchste Produktivität erzielen, kann die Arbeitsmarktpolitik die Anpassungskosten senken. In manchen Fällen können auch gut konzipierte, gezielte Unterstützungsprogramme für Arbeitskräfte nötig sein, die durch den Handel arbeitslos geworden sind. In der Praxis bedeutet das die Sicherstellung eines optimalen Gleichgewichts zwischen Arbeitslosenunterstützung, Hilfe bei der Stellensuche, Fortbildung und Maßnahmen zur Wiedereingliederung ins Arbeitsleben.

 

Zusammenfassung

 

Die fortschreitende Globalisierung wird von einer Kombination aus technologischem Wandel, Marktreformen und Handelsliberalisierung angetrieben. In China und Indien, den größten Schwellenländern, leben 38 Prozent der Weltbevölkerung, doch entfallen auf die beiden Volkswirtschaften nur 6 Prozent der Weltproduktion. Auf China entfallen weiterhin nur knapp 10 Prozent der Gesamtexporte und Importe der OECD. Mit 2,3 Prozent Weltmarktanteil belegt Indien Rang 11 als Dienstleistungsexporteur, während der weltweit größte Dienstleistungsexporteur, nämlich die Vereinigten Staaten, 15 Prozent verzeichnet. Diese Volkswirtschaften stellen keine Gefahr dar. Ihr Aufsteigen ist wünschenswert, unvermeidbar und als solches zu begrüßen.

Die weltweite wirtschaftliche Integration wird dazu beitragen, die globalen Ungleichheiten zu verringern. Das Abschotten der Märkte und der Schutz der einheimischen Branchen und Arbeitnehmer steigern die Kosten, senken die Nachfrage, ersticken die Schaffung neuer Arbeitsplätze und dämpfen das nachhaltige Wachstum.

Offene Märkte für Handel und Investitionen fördern das Wachstum und bieten allen Volkswirtschaften bedeutende Vorteile, aber sie müssen von wirksamen Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Anpassungs- und Sozialpolitiken begleitet werden.

Weitere Informationen:

 Handel und Umwelt

 Handel und Entwicklung

 Handel, Innovation und Wachstum

 Warum offene Märkte wichtig sind… und Protektionismus keine Lösung ist

 

 

 

 

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