Unternehmertum im ländlichen Raum

 

  • Attraktive Regionen schaffen.Initiativen sollten entwickelt werden, um vermehrt unternehmerisch eingestellte
    Personen aus anderen Gegenden anzuziehen, die zur Steigerung der Neugründungen vor Ort beitragen können. Marketing- und Werbemaßnahmen der Landkreise sollten auf unternehmerische Persönlichkeiten zielen, wobei deren bereits vorhandene lokale Kontakte genutzt werden sollten. Ehemalige Einwohner der Landkreise, die nun außerhalb leben, aber noch familiäre Bindungen aufrecht halten, sollten eine besondere Zielgruppe für solche Maßnahmen darstellen. Denn gerade sie werden leichter die Lebensqualität und die wirtschaftlichen Möglichkeiten dieser Landkreise erkennen (z.B. niedrigere Lebenshaltungskosten, Zugang zu Fördermitteln, landschaftlich reizvolle Natur usw.). Außerdem bewegen oft gerade soziale Beweggründe zu einer Rückkehr.
  • Identifizierung von lokalen und regionalen Vorteilen und deren mögliche Umsetzung in Unternehmertum.
    In wirtschaftlich unter Druck stehenden Gegegenden überwiegt oftmals die Darstellung von Problemen und Unzulänglichkeiten - auch um öffentliche Investitionen und Förderung anzuziehen. Dies erschwert es Chancen zu erkennen, die sich in wirtschaftliche Vorteile umsetzen lassen. Eine 'Inventarisierung' lokaler und regionaler Vorzüge – selbst wirtschaftlich benachteiligte ländliche Gemeinden verfügen über eine Reihe von Vorteilen – kann Möglichkeiten aufzeigen, um unternehmerische Aktivität anzulocken und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
  • Integration von Entrepreneurship-Ausbildung in Lehrpläne von Schulen, Fach- und Hochschulen sowie in Aus- und Weiterbildungsprogramme.
    Eine Erweiterung der Erziehung und Berufsausbildung um Enterpreneurship Themen, mit dem Ziel neues und wachsendes Unternehmertum zu schaffen, ist potenziell ein starkes Mittel, um junge Menschen in ländlichen Gemeinden zu halten. Ein solcher Ansatz kann auch dazu beitragen, Erwerbstätigen in der Land- und Forstwirtschaft sowie in anderen Berufsgruppen mit Unternehmertum vertraut zu machen. Insbesondere dann, wenn diese für ihre abhängige Beschäftigung keine angemessene Entlohnung finden und nicht auf der Suche nach besseren Chancen in die Stadt ziehen möchten.
  • Entwicklung einer lokalen Förder- und Unterstützungshaltung für Unternehmertum bei der örtlichen Bevölkerung, um Chancen für erfolgreiches Unternehmertum auszuweiten.
    Wenn Menschen bei dem Versuch ein Unternehmen zu gründen oder auszuweiten dem Misstrauen und der Geringschätzung durch die örtliche Bevölkerung begegnen, werden sie entweder ihr Unternehmen aufgeben oder wegziehen. Ländliches Unternehmertum muss von der örtlichen politischen Führung als eine effektive Alternative oder Ergänzung zur Anlockung von Unternehmen von außerhalb verstanden und willkommen geheißen werden.
  • Förderleistungen für Unternehmer zu vernetzten effektiven Systemen ausbauen, um Ausbildung und technische Unterstützung zu ermöglichen, den Zugang zu Kapital und die Bereitstellung von Gewerbeflächen und -räumen zu erleichtern sowie Orientierung zu rechtlichen Vorgaben zu geben.
    Ziel eines solchen Ansatzes sollte es sein, Wege und Möglichkeiten einzubringen, um  Effizienz zu steigern und  Transaktionskosten zu verringern, wobei die Qualität der Förderung von verstreut angesiedelten ländlichen Unternehmern gehalten oder verbessert werden sollte. Beziehungen und Netzwerke zwischen Regierungsstellen, Kammern und anderen Einrichtungen der Unternehmensförderung sind entscheidend um zu gewährleisten, dass jenen Unternehmern mit der Motivation, Arbeitsplätze und Wohlstand in den ländlichen Gemeinden zu schaffen, integrierte und umfassende Unterstützung zuteil wird. Besondere Beachtung gilt dabei den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und der Zeit, die erforderlich ist, um Genehmigungen und andere Zusagen zu erhalten.
  • Ländliche Unternehmer in überregionale Märkte einbinden um eine Abhängigkeit ihrer Produkte und Dienstleistungen von stagnierenden lokalen Märkten zu reduzieren.
    Strategien hierzu sollten folgendes einschließen: Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien für E-Commerce, kooperative Vermarktungsstrategien, die sektoral oder geographisch oder beides sein könnten, Stärkung von Netzwerken und ein Austausch zwischen Unternehmern, auch über regionale und nationale Grenzen hinweg. Fördermaßnahmen sowie Aus- und Weiterbildung sollten auf die Bedeutung des Zugangs zu überregionalen Märkten ausgerichtet werden.
  • Förderung von Basisinnovationen.
    Es sollte mehr unternommen werden, um Innovationen in der Landwirtschaft, der Nahrungsmittelindustrie, der Grundgüterindustrie und in den vor- und nachgelagerten Sektoren und den darin operierenden kleineren und weniger kapitalintensiven Unternehmen anzuregen. Es gilt Gute Praxis in Basisinnovationen ausfindig zu machen und zur Nachahmung anzuregen.
  • Unterstützunsaktivitäten im Bereich Technologie ausweiten.
    Eine Inanspruchnahme von externen F/E-Dienstleistungen könnte KMU im ländlichen Raum bei ihren Innovationsbestrebungen unterstützen. Sollten sich die Landkreise für die Schaffung der erforderlichen Innovationsinfrastruktur als zu klein empfinden, könnte eine überregionale Zusammenarbeit mit benachbarten Kreisen oder thematisch verwandten Hochschul- und Forschungseinrichtungen hier Abhilfe schaffen.

Internationale Lernmodelle

Beispiele Guter Praxis in Ostdeutschland