Uckermark (Brandenburg) und Parchim (Mecklenburg Vorpommern), Studienbesuch, vom 16. bis 20. Januar 2006

 

Ein internationales Expertenteam begleitete das OECD-Sekretariat vom 16. bis 20. Januar 2006 auf einem einwöchigen Studienbesuch in den Landkreise Uckermark (Brandenburg) and Parchim (Mecklenburg Vorpommern). In einem regionalen Workshop am 5. April 2006 in Berlin wurden die vorläufigen Ergebnisse dieser Vor-Ort-Untersuchungen zur Diskussion gestellt. Der Workshop, gedacht als interaktiver Erfahrungsaustausch, bat zudem die Möglichkeit ausgewählte internationale Modellprogramme/-projekte auch hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit zu begutachten.

 

Zuerst einmal muss festgestellt werden, dass die Unternehmensförderpolitik sich in den Landkreisen Uckermark und Parchim großen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen gegenübersieht. Eine sinkende Bevölkerungszahl, hohe Arbeitslosigkeit sowie eine unzureichende Anzahl an neuen Arbeitsplätzen gehören zu den zentralen Entwicklungsherausforderungen. Die Gebiete in den Landkreisen sind durch regionale Unterschiedlichkeit gekennzeichnet. So finden sich sowohl ländliche, dünn besiedelte Gebiete mit nur 20 Einwohnern pro Quadratkilometer zu finden als auch wirtschaftlich wichtige urbane Zentren. Andererseits weisen beide Landkreise auch eine Reihe von Entwicklungschancen auf. Sie profitieren z.B. von der Nähe zu wirtschaftlichen Entwicklungszentren, wie Berlin und Hamburg und der es gibt gute Anbindungen zu Polen. Beide Landkreise haben das Potential, diese wichtigen Märkte und Versorgungsketten entsprechend zu nutzen. Unternehmerische Aktivitäten werden bei der Überwindung bestehender Hindernisse und der Wahrnehmung existierender Chancen von Bedeutung sein.

 

Unternehmertum und die Stimulierung von unternehmerischen Denken und Kreativität sind wichtige Voraussetzungen für die Schaffung neuer und besserer Arbeitsplätze und höherer Einkommen. Langfristig kann dadurch die Reaktionsfähigkeit der Landkreise auf wirtschaftliche Veränderungen gestärkt werden. Es ist der Schritt hin zu Wachstumsaktivitäten und die Ankurbelung von Innovation und lokaler Wettbewerbsfähigkeit, welche die Landkreise auf ihrem wirtschaftlichen Entwicklungspfad voranbringen können. Das Ausmaß an unternehmerischer Aktivität, gemessen an der Anzahl bestehender Unternehmen und Unternehmensneugründungen, ist in den Landkreisen recht unterschiedlich. In Parchim entspricht die Zahl der eingetragenen Unternehmen pro 1000 Personen mit 11,6 dem bundesdeutschen Durchschnitt. In der Uckermark dagegen beträgt die Zahl lediglich 7,7, was den Landkreis im bundesdeutschen Vergleich einen der unteren Ränge einnehmen lässt. Die Politik spielt eine wichtige Rolle bei der Förderung lokaler unternehmerischer Aktivitäten. In beiden Landkreisen gibt es umfangreiche und gute Strategien zur Förderung von Unternehmertum, welche vom Bund, den Ländern und den Landkreisen angeboten werden. Auch gibt es Ansätze diese an die lokalen Bedürfnisse anzupassen. Des weiteren können viele der bestehenden Initiativen als beste Praxis innerhalb der OECD-Mitgliedsstaaten angesehen werden.

 

Sowohl die Erörterung von Stärken und Schwächen als auch die Liste von Empfehlungen sind nicht dazu gedacht, eine vollständige Beschreibung der gegenwärtigen Situation zu geben und sofortige und konkrete Lösungen vorzuschlagen. Vielmehr besteht das Ziel dieses Diskussionspapiers darin, einen Prozess anzuregen und zu katalysieren, der es den Ländern, Landkreisen und Städten in Ostdeutschland ermöglicht, anhand eines Informations- und Ideenaustausches zu Neuerungen und Beispielen Guter Praxis aus einer Reihe von OECD-Mitgliedsländern, über ihre Handlungsoptionen, Bedürfnisse und Prioritäten zu reflektieren. Die zur Diskussion vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen, sind als „ActionPlan“ im Anhang dieses Dokuments zusammengefasst.

 

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