Mittweida (Sachsen) und Altenburger Land (Thüringen), Studienbesuch, 28.November bis 2.Dezember 2005

 

Ein internationales Expertenteam begleitete das OECD-Sekretariat vom 28.November bis 2.Dezember 2005 auf einem einwöchigen Studienbesuch in den Landkreise Mittweida (Sachsen) und Altenburger Land (Thüringen). In einem regionalen Workshop am 20. März 2006 in Leipzig wurden die vorläufigen Ergebnisse dieser Vor-Ort-Untersuchungen zur Diskussion gestellt. Der Workshop, gedacht als interaktiver Erfahrungsaustausch, bat zudem die Möglichkeit ausgewählte internationale Modellprogramme/-projekte auch hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit zu begutachten.

 

Schaut man sich das Potential für politische Entwicklungen in den beiden Landkreisen an, muss zuerst festgestellt werden, dass die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen in Mittweida und im Altenburger Land sehr schwierig sind. Die Kreise befinden sich in Gebieten, die durch einen Bevölkerungsrückgang und damit verbundene rückläufige Steuereinnahmen, niedrige Einkommen sowie eine geringe Nachfrage und einer Arbeitnehmer- anstatt einer Arbeitgeberkultur gekennzeichnet sind. Daher ist ein schnelles und nachhaltiges Wachstum für neue und kleine Unternehmen schwierig. Trotzdem kann der positive Beitrag der Politik zum Unternehmertum von großer Bedeutung sein, obwohl er sich anfangs wohl eher in der Verlangsamung des wirtschaftlichen Rückgangs oder der Schaffung einiger weniger Wachstumspunkte bemerkbar macht und nicht einen kompletten Senkrechtstart der lokalen Wirtschaft auslöst. Weiterhin ist festzustellen, dass der lokale Kontext für Unternehmertum in den Landkreisen Mittweida und Altenburger Land eine Reihe von Stärken aufweist. Gemessen am Unternehmensbestand und den Neugründungen weisen die Landkreise ein hohes unternehmerisches Niveau auf. Es gibt eine umfassende Unternehmensförderpolitik von hoher Qualität seitens des Bundes, des Bundeslandes und der Landkreise für das Unternehmertum in jedem Landkreis, welche an die jeweiligen Bedürfnisse in den Kreisen angepasst ist. Viele der gegenwärtigen Initiativen gelten in den OECD-Mitgliedsstaaten als Best-Practice-Strategien.

 

Sowohl die Erörterung von Stärken und Schwächen als auch die Liste von Empfehlungen sind nicht dazu gedacht, eine vollständige Beschreibung der gegenwärtigen Situation zu geben und sofortige und konkrete Lösungen vorzuschlagen. Vielmehr besteht das Ziel dieses Diskussionspapiers darin, einen Prozess anzuregen und zu katalysieren, der es den Ländern, Landkreisen und Städten in Ostdeutschland ermöglicht, anhand eines Informations- und Ideenaustausches zu Neuerungen und Beispielen Guter Praxis aus einer Reihe von OECD-Mitgliedsländern, über ihre Handlungsoptionen, Bedürfnisse und Prioritäten zu reflektieren. Die zur Diskussion vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen, sind als „ActionPlan“ im Anhang dieses Dokuments zusammengefasst.

 

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