Hintergrund

 

Projektzeitaum: 2011-2013

 

Hintergrund / Zielstellung / Forschungsleitende Fragen

 

Hintergrund


Im Verlauf der zurückliegenden zwei Jahrzehnte sind die sechs ostdeutschen Bundesländer in der Restrukturierung ihrer Wirtschaft und der Erreichung wirtschaftlicher Konvergenz mit Westdeutschland und Europa in eindrucksvoller Weise vorangekommen. Firmengründungen und junge Unternehmen, auch solche von Hochschul-Absolventinnen und -Absolventen, haben zur wirtschaftlichen Entwicklung und Beschäftigung beigetragen. Voraussetzung hierfür ist oftmals ihre Dynamik und ihre Fähigkeit, die lokale Wissensbasis zu nutzen. Untersuchungen der OECD haben nachgewiesen, dass die Mobilisierung junger Menschen für eine Unternehmensgründung, die Förderung ihrer unternehmerischen Fähigkeiten und Kompetenzen sowie die Bereitstellung von Hilfen bei der Unternehmensgründung einen Beitrag für eine wachstums- und beschäftigungsorientierte Politik leisten. Hochschulen können hierbei eine zentrale Rolle spielen.

Die Mehrzahl der Hochschulen in Ostdeutschland bieten bereits zahlreiche Möglichkeiten an, um Studierenden und Absolventen bei unternehmerischen Aktivitäten zu unterstützen. Viele dieser Einrichtungen haben eine umfassende Förderinfrastruktur geschaffen, mit der sie Kompetenzen und Fähigkeiten entwickeln helfen und praktische Hilfestellungen bei der Unternehmensgründung anbieten (OECD 2010). Die Entrepreneurship-Ausbildung gewinnt eine stärkere Beachtung und mehr Raum in Gestalt von Professuren, Abteilungen und Instituten. “Entrepreneurship-Zentren” bieten zukünftigen Unternehmerinnen und Unternehmern eine breite Palette an Förderleistungen, darunter Coaching-Dienste, Zugang zu Inkubator-Einrichtungen, Verweis auf spezialisierte Anbieter von Wirtschaftsförderung und oft auch die Erleichterung des Zugangs zu Finanzierung. Erfolgversprechende Aktivitäten sind die Teambildung über Fakultätsgrenzen hinweg und Mentorenangebote durch erfolgreiche Unternehmer, die oftmals Alumni der jeweiligen Hochschule sind. Hochschulen können sich besonders dann auszeichnen, wenn es ihnen gelingt, Persönlichkeiten herauszustellen, die ein ausgeprägtes Interesse oder Erfahrungen auf den Gebiet des Unternehmertums verkörpern. Genauso wichtig sind strukturelle Faktoren wie der Zugang zu aktuellen Forschungsergebnissen.

Mit diesem Projekt wird die Arbeit der OECD/LEED im Rahmen der laufenden Zusammenarbeit mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer und den ostdeutschen Landesregierungen zur Förderung von Unternehmertum an Hochschulen fortgesetzt. Es ist Bestandteil des 2006 gestarteten Projekts “Skills and Competences for Entrepreneurship” (Fähigkeiten und Kompetenzen für Unternehmertum). Durch diese Einbindung soll auch ein Vergleich mit Maßnahmen anderer OECD-Staaten ermöglicht werden.

 

Zielstellung


Das für den Zeitraum 2011-2013 vorgesehene Projekt hat ebenso zum Ziel, den politischen Entscheidungsträgern auf Bundes- und Länderebene beratend zur Seite zu stehen sowie den Hochschulen und der regionalen Wirtschaftsförderung praktische Hilfe und neue Impulse zu geben. Dabei sollen insbesondere die gegenwärtigen Strategien, die Infrastruktur und die Praktiken bei der Förderung von Unternehmertum und neu gegründeter und junger Unternehmen reflektiert werden.

 

Forschungsleitende Fragen


Das Untersuchungsdesign folgt drei forschungsleitenden Fragen. 

 1.

Welches sind die gegenwärtigen Strategien und Methoden in der Förderung von Unternehmertum an Hochschulen und wie ist die hochschulinterne Förderinfrastruktur beschaffen? Wo liegen die Stärken und Schwächen?

Mit Hilfe einer fragebogenbasierten Umfrage an allen ostdeutschen Hochschulen sollen die gegenwärtigen Strategien, Infrastrukturen und Methoden bei der Förderung von Unternehmensgründungen untersucht werden. Dadurch soll ein erster Überblick über die Ausgangssituation erstellt werden. Außerdem bildet die Befragung die Grundlage für eine detaillierte Analyse in den Fallstudiengebieten.

 2.

Welche Wirkungen haben die gegenwärtigen Praktiken in der Entrepreneurship-Ausbildung und Gründungsförderung auf die unternehmerischen Absichten und Aktivitäten von Studierenden sowie auf das Wachstum von neu gegründeten und jungen Unternehmen? Was sind Folgerungen für die Politikgestaltung?

Mit der Unterstützung der Hochschulen in den ausgewählten Fallstudiengebieten werden  Studierende befragt, um ein Feedback über die Stärken und Schwächen der Entrepreneurship-Ausbildung und des Angebots an Gründungsförderung und ihre Wirkung auf Gründungsabsichten zu erhalten.

Ergänzt wird dieser Schritt durch eine Analyse auf Unternehmensebene, die ebenfalls in den Fallstudiengebieten mit dem Ziel eines besseren Verstehens der Wirkungen von Unternehmertum auf das Überleben und Wachstum von neu gegründeten und jungen Firmen vorgenommen wird.

 3.

Wie gut ist die Förderung von Unternehmertum an Hochschulen in ein breiteres System von lokaler Förderung des Unternehmertums integriert?

Um diese Frage zu beantworten, werden zunächst die zuständigen Wirtschaftsfördereinrichtungen befragt. Darüber hinaus wird eine Dokumentenanalyse (desk research) in den Fallstudiengebieten durchgeführt, um die strukturellen Bedingungen der Unternehmensgründungsförderung zu untersuchen.

 

 

 

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