Finanzierung von Unternehmertum

 

  • Regelungen und Verfahrensweisen bei bestehenden Förderprogrammen vereinfachen.
    Die Regelungen und Bedingungen für bestehende und neue Unternehmensförderprogramme müssen transparent und Prozeduren einfach verständlich sein. Bürokratie sollte verringert, die Entscheidungsfindung beschleunigt und Informationen leichter zugänglich sein. Eine regelmässige (jährliche)  Bewertung der Wirkung von Regelungen und Verfahrensweisen auf der Grundlage von Rückmeldungen durch Kundenfirmen sollte vorgenommen werden.
  • Diskussion über die Rolle der Banken in der Entwicklung des lokalen Unternehmertums anregen.
    Örtliche Behörden und Fördereinrichtungen sollten eine Diskussion mit den regionalen und örtlichen Führungskräften aller Finanzinstitutionen darüber in Gang bringen, wie diese eine stärkere und aktivere Rolle bei der Förderung und Finanzierung von Unternehmensneugründungen und bestehender KMU spielen könnten.
  • Schwächen bei der Aufstellung von Business Plänen angehen.
    Als ein Beitrag zur Problemlösung könnten Banken die Herausgabe eines Leitfadens für Antragsteller einer Unternehmensgründung erwägen. Ebenso könnten ‘Mentor- und Patengruppen’  die Unternehmer beraten, bevor sie sich mit einem formellen Antrag an Banken wenden.
  • Firmen dabei helfen, ihre eigene Investitionsbereitschaft einzuschätzen.
    Es sollten Programme entwickelt werden um den Mangel an Investitionsbereitschaft in bestimmten Sektoren abzuhelfen, indem Firmenwissen zu Wachstums- und Renditepotenziale sowie zu Finanzierungsmethoden verbessert wird. Solche Programme haben anderswo erwiesenermaßen zu mehr Deals geführt. Als wichtigste Merkmale wären u.a. die intensive Arbeit mit jeder Firma, interaktive Workshops mit Rollenspielübungen unter Leitung erfahrener Branchenexperten wie Wirtschaftsprüfer, Juristen, Business Angels, Clearing-Banken, Beteiligungskapitalfirmen und Unternehmensfinanzierungsfirmen, sowie ein kostenloses Diagnose-Instrument für Investitionsbereitschaft zu nennen. Solche Programme versetzen Firmen in die Lage, ihre eigene Investitionsbereitschaft einzuschätzen, geben ihnen Rückmeldungen zu ihren Stärken und Schwächen, bieten Auskunft zur Beschaffung von  Beteiligungskapital, und schaffen mehr Schnittstellen zwischen Investoren und Sektoren, die durch eine assymetrische Informationslagen gekennzeichnet sind. 
  • Erhöhung der Investitionsbereitschaft von KMU.
    Programme sollten entwickelt werden um die  Investitionsbereitschaft von KMU zu erhöhen und gleichzeitig  den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten zu erleichtern. Diese Initiativen sollten zum Ziel haben Firmen den Zugang zu bereits vorhandenen Finanzierungsmöglichkeiten zu erleichtern und nicht neue Fonds schaffen.
  • Bestehende Venture Capital Programme auf Inanspruchnahme überprüfen.
    Die bestehenden Programme für die Bereitstellung von Venture Capital sollten auf Relevanz und Effektivität in der Unterstützung neuer und wachsender KMU überprüft werden. Die örtlichen Behörden sollten im Zusammenwirken mit Finanzinstitutionen untersuchen, wie gemeinsame Finanzierungsinitiativen zum Einsatz von mehr Venture Capital führen könnten.
  • Verbreitung entwicklungsorientierter Finanzierung.
    Entwicklungsorientierte Finanzierungsinitiativen sollten, ausgehend von einem derzeitigen Schwerpunkt auf Venture Capital, auf weitere Finanzierungsinstrumente ausgedehnt werden (z.B. Bürgschaften). Diese sollten allen Unternehmern und nicht nur Technologieunternehmen angeboten werden. Anstelle der Entwicklung von neuen, sollten bereits bestehende Instrumente und Einrichtungen bevorzugt ausgebaut und verbessert werden.
  • Erweiterung der Mikrokreditvergabe.
    Vergabestrukturen und Instrumente für Mikrokredite sollen verstärkt entwickelt und für private Banken attraktiv gemacht werden. Dies sollte durch ein entsprechendes Angebot an Coaching und Weiterbildungsmaßnahmen begleitet werden.
  • Einbeziehung von ‘Unternehmensengeln’ (Business Angels).
    Ein entwickeltes VC System benötigt einzelne Investoren sowie Venture Capitalfonds. ‘Engel’ d.h. Menschen, die bereit sind, in einzelne Unternehmen zu investieren und oft ihr Know-How  einbringen, sind in den meisten OECD-Ländern anzutreffen. Dies können Menschen sein, die in der Vergangenheit eine Firma erfolgreich gestartet und geleitet und/oder in mehrere Unternehmen investiert haben. Oft geht mit dieser Art Investition eine Mentorfunktion einher, bei der der einzelne Investor oder eine andere dafür benannte Person als Ratgeber gegenüber dem Unternehmer und dem Geschäft wirkt. Das ist besonders wichtig für Unternehmen, die in internationale Märkte vorzudringen versuchen oder wenn diese ehrgeizige Wachstumspläne verfolgen.
  • Entwicklung von Initiativen um die Anzahl von Business Angel zu vergrößern.
    Zielsetzung solcher Programme und Initiativen ist die Rekrutierung von finanziell gut stehenden Einzelpersonen mit relevanter Unternehmenserfahrung und einem Interesse Unternehmen mit Wachstumspotential in einem frühen Stadium zu unterstützen, für diese als Mentoren zu wirken und in diese zu investieren. Oftmals sind potentielle Angels jedoch zögerlich bei einer Beteiligung, teils aufgrund mangelnden Wissens was mit einer solchen Beteiligung verbunden ist und teils weil Beziehungen zu anderen Angel Investoren fehlen. Die Anwerbung von “Wissens-Engeln” (“knowledge angels”), die relevantes Wissen und Unternehmenserfahrung weitergeben, ohne unbedingt selbst als Investoren aufzutreten, hat sich andernorts als erfolgreicher Bestandteil solcher Programme erwiesen. Breit angelegte Marketingkampagnen können hilfreich sein, um den Bekanntheitsgrad von und das Interesse an den Aktivitäten von Business Angels zu erhöhen.
  • Minimale öffentliche Zuschussfinanzierung der Gemeinkosten von  Business Angel Netzwerken.
    Business Angel Netzwerke sollten nur soviel an öffentlicher Förderung erhalten, um die Fortführung ihrer Tätigkeiten zu gewährleisten. Für eine relativ geringe Geldmenge, um ein Business Angel Netzwerk zu führen, kann die öffentliche Hand eine starke Hebelwirkung erwarten. Anreize die Investoren zu einer kommerziellen Sponsortätigkeit bewegen sollten diskutiert werden. Auch Banken, Steuerberater und Rechtsanwälte könnten in Netzwerke miteinbezogen werden. Dies könnte auch dabei behilflich sein neue Angel Investoren zu akquirieren und Deals abzuschließen.

 

Internationale Lernmodelle