Newsroom

Zusammenfassung des Vorsitzenden der Tagung des Rats der OECD auf Ministerebene, Paris 15.-16. Mai 2007 – Innovation: Die OECD-Agenda für Wachstum und soziale Gerechtigkeit voranbringen

 

Spanien hatte die Ehre, bei der diesjährigen Tagung des Rats der OECD auf Ministerebene zum Thema Innovation: Die OECD-Agenda für Wachstum und soziale Gerechtigkeit voranbringen den Vorsitz zu führen.

Erweiterung und verstärktes Engagement

In Anerkennung der Notwendigkeit, den globalen Aktionsradius, die politische Wirkung (policy impact) und Relevanz der OECD zu vergrößern, begrüßten die Minister den Bericht über Erweiterung und verstärktes Engagement. Sie unterstrichen die Bedeutung von Brasilien, Indien, Indonesien, China und Südafrika in der Weltwirtschaft, unter besonderem Verweis auf den globalen Effekt der Politiken und Aktivitäten dieser Länder und ihren Einfluss im Bereich der von der OECD behandelten Themen. Ferner vertraten sie die Auffassung, dass die Erfahrungen der OECD in Bezug auf gute Politiken für diese Länder von Interesse sein könnten. Die Minister ersuchten den Generalsekretär, die Zusammenarbeit der Organisation mit diesen wichtigen Akteuren im Rahmen eines Prozesses des verstärkten Engagements oder als Vollmitglieder zu intensivieren.

Die Minister beschlossen, Beitrittsgespräche mit Chile, Estland, Israel, der Russischen Föderation und Slowenien aufzunehmen. Russland wurde auf Grund seiner historischen Beziehungen zur OECD als Sonderfall betrachtet. Die Minister vertraten die Auffassung, dass der Beitrittsprozess dem Land helfen würde, seine Reformagenda voranzubringen und deren Umsetzung und Nachhaltigkeit sicherzustellen. Chile, Estland, Israel und Slowenien beteiligen sich bereits seit einiger Zeit aktiv an vielen Aspekten der OECD-Arbeiten und haben die von der OECD empfohlenen guten Verfahrensweisen für sich nutzen können. Sie haben ihren Beitrittswunsch bekräftigt.

Die Minister unterstützten eine Verstärkung des Ausbaus der Beziehungen der OECD zu anderen ausgewählten Ländern und Regionen von strategischem Interesse für die Organisation. Nach Auffassung der Minister gebührt den Ländern Südostasiens auf Grund ihrer sehr dynamischen und einflussreichen Wirtschaft besondere Aufmerksamkeit, wenn es darum geht, neue potenzielle Mitgliedsländer zu identifizieren.

Die Minister betonten die Bedeutung einer Finanzierungsreform, die den Auswirkungen einer Erweiterung der Organisation Rechnung trägt. Der Rat der OECD soll vor der Tagung des Rats auf Ministerebene 2008 eine Einigung hinsichtlich dieser Reform erzielen, die gewährleistet, dass die Organisation auf einer starken und tragfähigen finanziellen Basis steht.

Die Minister waren sich darüber einig, dass die Agenda der OECD eine Vielzahl von Chancen bietet, ihre eigentliche Mission der Förderung von Frieden, Stabilität, Wohlstand und demokratischen Werten durch eine solide Wirtschaftspolitik und gute Regierungsführung voranzubringen. Sie forderten die Organisation auf, ihrer Gründungsvision und ihren hohen Standards weltweit treu zu bleiben – in dem Vertrauen, dass echte Partnerschaft zu wirklichen Erfolgen führen wird.

In den Diskussionen über eine erweiterte Mitgliedschaft und mithin eine stärkere Institution wurden zusätzliche Wege vorgeschlagen, um die Relevanz der OECD durch einen Ausbau der Beziehungen zu der G8 bzw. durch die Unterstützung der Entwicklungsländer bei der Erbringung von Dienstleistungen zu erhöhen. Erwähnt wurde auch die Unterstützung der OECD für den G8-Vorsitz, insbesondere in Bezug auf die Beziehungen zu den größeren aufstrebenden Volkswirtschaften.

Die Minister würdigten die Führungsrolle des Generalsekretärs sowie die Tatsache, dass er das erste Mandat der Tagung des Rats der OECD auf Ministerebene des Jahres 2006 erfüllt hat.

Erklärung des Generalsekretärs

Der Generalsekretär erstattete Bericht über die Fortschritte, die in Bezug auf die der OECD von den Ministern bei ihrer Tagung 2006 erteilten Aufträge erzielt worden sind. Er skizzierte eine strategische Vision für eine integrativere Organisation, die als Drehscheibe für den Dialog über globale Wirtschaftsfragen eine Rolle erfüllen kann.

Der Prozess der Globalisierung ist unaufhaltsam. Um die Vorteile zu maximieren und zu gewährleisten, dass die positiven Effekte der Globalisierung allen gleichermaßen zugute kommen, müssen die politischen Weichen richtig gestellt sein. Hierbei kommt der OECD eine wichtige Rolle zu. Durch ihre Analysen und Politikempfehlungen hat die Organisation dazu beigetragen, das Denken über weltwirtschaftliche Fragen zu prägen, indem sie ihre einzigartigen Stärken zur Entwicklung von Benchmarks eingebracht, Vorschläge für gute Verfahrensweisen unterbreitet und die Ergebnisse im Rahmen von Peer Reviews überwacht hat. Die OECD muss bei der Unterstützung zweckmäßiger Politiken und der Förderung ihrer Umsetzung noch weiter gehen. Sie muss dafür gerüstet sein, die Konsequenzen von Tatenlosigkeit oder Verzögerungen zu erläutern, in dem Bestreben, bei den großen wirtschaftspolitischen Fragen Fortschritte zu erzielen, und Lösungsansätze für eine erfolgreiche Umsetzung von Reformen bieten.

Um ihre Fähigkeit zu stärken, konzertierte Antworten auf globale Herausforderungen zu finden, muss die OECD proaktiver, offener und repräsentativer sein. Sie muss sensibler für Diversität sein und sich aufgeschlossener dafür zeigen, dass viele unterschiedliche Pfade zu Wachstum und Entwicklung führen können. Sie muss ihr Engagement mit aufstrebenden Volkswirtschaften vertiefen, die im Globalisierungsprozess eine immer größere Rolle spielen. Ferner muss die OECD besser vernetzt sein und zu diesem Zweck den Kontakt zu einem breiten Spektrum von Akteuren und Einrichtungen suchen.

Die Minister verwiesen auf den 60. Jahrestag des Marshallplans, der zur Gründung der OECD geführt hat, und verliehen ihrem Wunsch Ausdruck, dass die OECD an ihrer Tradition des Aufbaus erfolgreicher Partnerschaften auf globaler Ebene festhält. Sie appellierten an die OECD, sowohl bei der Identifizierung der Maßnahmen, die es immer breiteren Kreisen ermöglichen können, von den Vorteilen der Globalisierung zu profitieren, als auch bei der Verbreitung der Informationen über ihre Vorteile eine größere Rolle zu spielen.

Globalisierung, Wachstum und soziale Gerechtigkeit

Die Minister stimmten darin überein, dass die Globalisierung ein wichtiger Motor des Wirtschaftswachstums ist. Generell verzeichneten die offeneren OECD-Volkswirtschaften ein rascheres Wachstum als die weniger offenen. Und die zunehmende Integration der bevölkerungsreichen Nicht-OECD-Länder in die Weltwirtschaft hat entscheidend zur Förderung von Wohlstand und zur Bekämpfung der Armut beigetragen.

Die Minister erkannten an, dass die Globalisierung Anpassungsprobleme hervorrufen kann. Mit der Öffnung der Märkte geht die Schaffung von Arbeitsplätzen in Sektoren einher, in denen sich neue Möglichkeiten bieten, gleichzeitig aber auch Beschäftigungsverluste in schrumpfenden Sektoren und weniger gefragten Berufen. Dies erklärt möglicherweise auch das Gefühl der Arbeitsplatzunsicherheit – vor allem in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit – und andere Befürchtungen, die der zunehmenden weltweiten Wirtschaftsintegration zugeschrieben werden. Die Minister waren sich auch der Tatsache bewusst, dass viele Länder nach wie vor vom Globalisierungsprozess und den damit einhergehenden Vorteilen ausgeschlossen sind.

Es ist von entscheidender Bedeutung, auf diese Befürchtungen mit effektiven Antworten einzugehen, um die Vorteile der Globalisierung für alle zu maximieren und sich der Unterstützung der Öffentlichkeit für die Liberalisierung von Handel und Investitionen zu versichern sowie ein Umfeld zu schaffen, das es allen Wirtschaftsakteuren gestattet, von den Möglichkeiten, die sich durch die Globalisierung bieten, zu profitieren. Investitionen in Humankapital und Qualifikationen, namentlich durch Fortbildung und lebenslanges Lernen, sind unerlässlich, um den Ländern und ihren Bürgern dabei zu helfen, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen und in einem von Innovation geprägten Umfeld zu prosperieren.

Die Minister waren sich darüber einig, dass die Öffentlichkeit auf der Basis fundierter Daten und Analysen dringend über den eigentlichen Charakter der betreffenden Fragen informiert werden muss. Die Minister unterstrichen, wie wichtig es ist, die Vorteile der Globalisierung zu evaluieren und publik zu machen. Sie stimmten darin überein, dass die OECD dank ihrer komparativen Vorteile bei der Analyse der strukturellen Aspekte wirtschafts- und sozialpolitischer Probleme in einer interdisziplinären Perspektive sowie in Bezug auf die Identifizierung und den Austausch der besten Verfahrensweisen gut gerüstet ist, um sie bei der Erfüllung dieser Aufgabe zu unterstützen.

Die Minister tauschten einige Erfahrungen ihrer Länder im Umgang mit den Herausforderungen und Chancen der Globalisierung aus. Sie stellten fest, dass die Qualität der nationalen Politiken und Institutionen Einfluss auf den tatsächlichen Effekt der Globalisierung hat. Die Minister erkannten an, dass die neu formulierte OECD-Beschäftigungsstrategie ein wichtiges Referenzdokument für Reformen an den Produkt- und Arbeitsmärkten darstellt, mit dem per Saldo größerer Nutzen aus der Globalisierung gezogen und zugleich für angemessene Arbeitsplatz- und Einkommenssicherheit für die Beschäftigten gesorgt werden kann. Sie betonten auch, dass es für die Erreichung und Aufrechterhaltung guter Ergebnisse in diesem Bereich kein Patentrezept gibt.

Die Teilnehmer des OECD-Forums wie auch der Beratende Ausschuss der Wirtschaft bei der OECD (BIAC) und der Gewerkschaftliche Beratungsausschuss bei der OECD (TUAC) gaben in ihrem Meinungsaustausch mit dem Büro der Tagung des Rats auf Ministerebene viele dieser Befürchtungen wieder. In den Forumsdiskussionen wurde die Bedeutung der Innovation in Bereichen wie Gesundheitsversorgung, Energie, Wasser und öffentliche Dienstleistungen hervorgehoben. Eine große Rolle spielten ebenfalls die beiden antagonistischen Visionen der Globalisierung – einerseits eine Bedrohung, die zu Befürchtungen Anlass gibt, und andererseits ein Motor für Veränderungen und neue Chancen. Auch in dem Meinungsaustausch mit dem BIAC und dem TUAC wurden diese beiden Aspekte des Globalisierungsprozesses betont, wobei sowohl das Potenzial zur Erhöhung des Lebensstandards als auch die Anpassungskosten, die die Globalisierung in manchen Fällen mit sich bringen kann, hervorgehoben wurden. Es bestand ebenfalls Einvernehmen hinsichtlich der Notwendigkeit, Innovation weiter zu fördern und die Entwicklung des Humankapitals zu unterstützen.

Die derzeitige Wirtschaftslage

Die Minister erörterten die makroökonomischen Aussichten. Sie begrüßten die Dynamik des Aufschwungs und den Rückgang der Arbeitslosigkeit in Kontinentaleuropa sowie die anhaltend kräftige Expansion in Asien. Sie stellten fest, dass sich die Konjunkturabschwächung in den Vereinigten Staaten weitgehend aus Anpassungen am Wohnimmobilienmarkt erklärt, die offenbar nicht auf den Rest der Wirtschaft übergreifen. Eine gewisse Besorgnis wurde hinsichtlich der Energiepreise, der Rolle der Hedge-Fonds, der hohen Bewertung gewisser Vermögensarten wie auch in Bezug auf die Entwicklung der Leistungsbilanzungleichgewichte geäußert, trotz des jüngsten Rückgangs des Leistungsbilanzdefizits der Vereinigten Staaten.

Die Minister stellten fest, dass der Preisauftrieb trotz der Desinflationseffekte der Globalisierung in einigen OECD-Ländern nahe an oder sogar geringfügig über einem vertretbaren Niveau liegt, was sich z.T. aus den höheren Energiepreisen erklärt, aber auch dem Abbau des Kapazitätsüberhangs in der Wirtschaft zuzuschreiben ist. Die wichtigste Ausnahme bildet Japan, wo die Überwindung der Deflation trotz nachhaltigem Wirtschaftswachstum nur langsam voranschreitet. Mit Blick auf den Fiskalbereich unterstrichen die Minister die Notwendigkeit, die dynamische Einnahmeentwicklung für die Konsolidierung der öffentlichen Finanzen zu nutzen, nicht zuletzt angesichts des mit der Bevölkerungsalterung zunehmenden Ausgabendrucks.

Sie nahmen die Ergebnisse der Tagung des IEA-Verwaltungsrats auf Ministerebene zur Kenntnis.

Innovation und Wachstum

Die Minister stimmten darin überein, dass die Innovationsleistungen ein entscheidender Bestimmungsfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit, Produktivität und Fortschritte der Nationen sind und eine wichtige Grundvoraussetzung für die Bewältigung globaler Herausforderungen, wie Klimawandel und nachhaltige Entwicklung darstellen.

Angesichts des schleppenden bzw. nachlassenden Produktivitätswachstums in mehreren OECD-Regionen waren sich die Minister einig, dass die Rahmenbedingungen für die Innovationstätigkeit durch die weitere Öffnung und Integration der Produkt- und Arbeitsmärkte verbessert werden müssen. Sie unterstrichen den multidimensionalen Charakter von Innovation, wobei sie besonders die Bedeutung der Bildungssysteme für die Sicherung des Angebots an Kompetenzen und Forschern sowie die Notwendigkeit hervorhoben, höhere private Investitionen im Innovationsbereich parallel zu den öffentlichen Investitionen zu fördern. Die Minister betonten zudem die Verbindungen zwischen Innovation und Umwelt und verwiesen darauf, dass Ökoinnovationen den Ländern bei der Bewältigung ökologischer Herausforderungen helfen können. Sie verwiesen darauf, dass Innovation ein weit gefasstes Konzept ist, das eine technologische wie auch eine nicht technologische Dimension beinhaltet. Die Minister stellten ferner fest, dass der Kampf gegen Verletzungen der Rechte an geistigem Eigentum, namentlich Markenfälschung und  piraterie, fortgesetzt werden muss; gleichzeitig sind auch Instrumente und Netzwerke notwendig, die einen freien Zugang zu Wissen und innovativen Produkten und Verfahren begünstigen, um zu gewährleisten, dass die Maßnahmen zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum auch weiterhin Innovation und Wissensverbreitung fördern.

Die Minister begrüßten die Studien Moving up the Value Chain – Staying Competitive in the Global Economy und Innovation in the Business Services Sector. Sie hoben die Rolle der Informations  und Kommunikationstechnologien (IKT) als eine grundlegende Komponente der globalen Wirtschaftsinfrastruktur hervor und begrüßten die Pläne für eine Tagung auf Ministerebene zum Thema Zukunft der Internetwirtschaft, die im Juni 2008 in Seoul, Korea, stattfinden soll.

Eine OECD-Innovationsstrategie

Die Minister gelangten zu der Schlussfolgerung, dass es zur Erhöhung der Innovationsleistung und des Wachstumsbeitrags der Innovation eines strategischen und umfassenden ressortübergreifenden Politikkonzepts bedarf. Sie erkannten die hohe Qualität des OECD-Beitrags im Bereich der Innovation an und ersuchten die OECD, ihre Arbeit auf diesem Gebiet zu vertiefen. Sie begrüßten das Projekt einer OECD-Innovationsstrategie nach dem Modell der OECD-Beschäftigungsstrategie, die einen wichtigen Beitrag zur Politikgestaltung in OECD- und Nicht-OECD-Ländern leisten könnte. Bei der Formulierung dieser Strategie würden auf Fakten basierende Analysen und Leistungsvergleiche, ein Rahmen für Dialog und Prüfungen, neue Indikatoren zu den Verknüpfungen zwischen Innovation und Wirtschaftsleistung, Initiativen für ein innovationsfreundliches Geschäftsumfeld und die Entwicklung bester Verfahrensweisen sowie Politikempfehlungen herangezogen.

Die Strategie könnte auf relevanten Arbeiten der OECD zu Themen wie Innovation, Unternehmertum und dem weiteren Geschäftsumfeld aufbauen. Die Minister begrüßten insbesondere die Einbeziehung der Ergebnisse sektorübergreifender Arbeiten über Innovation zur Bewältigung globaler Herausforderungen, insbesondere in den Bereichen Umwelt und Gesundheit, Globalisierung der Innovation, Evaluierung von Innovationsmaßnahmen sowie länderspezifische Analysen. Sie ersuchten die OECD, den Effekt von Innovation im Dienstleistungssektor zu analysieren. Die OECD könnte ferner die Funktionsweise des derzeitigen Systems zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum im Kontext des neuen, offeneren Unternehmensumfelds für Innovationen untersuchen und Methoden vorschlagen, die ein angemessenes Gleichgewicht zwischen der Förderung von Innovationen und der Ermöglichung des Zugangs zu Wissen sicherstellen. Der Vorschlag eines Projekts über Innovation im Softwarebereich wurde als sinnvoller Beitrag zu den Bemühungen in diesem Kontext begrüßt.

Klimaänderung

Die Minister erkennen an, dass die Klimaänderung die OECD- wie auch Nicht-OECD-Länder vor eine große Herausforderung stellt und es dringender Politikaktionen bedarf, um potenziell hohe Kosten zu vermeiden, die bei gravierenden Klimaänderungen in menschlicher und wirtschaftlicher Hinsicht entstehen könnten. Wie frühere Analysen der OECD gezeigt haben, sind die richtigen politischen Weichenstellungen in diesem Bereich wichtig, um zu gewährleisten, dass die Klimaschutzmaßnahmen wie auch die Anpassung an die Klimaänderung zu den für die Wirtschaftsentwicklung geringsten Kosten erfolgen. Die Minister sehen weiteren Beiträgen der OECD und der IEA zur Schaffung eines unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten effizienten Rahmens für den Umgang mit der Klimaänderung mit Interesse entgegen. Um die Kosten derartiger Maßnahmen niedrig zu halten, müssen die größten Verursacher von Treibhausgasen in einen solchen Rahmen einbezogen werden. Dieser sollte ein Spektrum unterschiedlicher Politikinstrumente beinhalten, die privaten Investoren ein berechenbares Umfeld für langfristige Investitionen in Emissionsreduktionen bieten, und flankierende Maßnahmen zur Förderung des Übergangs zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft vorsehen.

Die politische Ökonomie der Reform

Der Vorsitzende berichtete über seine eigenen Erfahrungen mit der Umsetzung von Reformen in Spanien sowie der Bewältigung der damit verbundenen Schwierigkeiten und führte in diesem Zusammenhang zwei Beispiele an – die Reform der gesetzlichen Rentenversicherung und die Reform des Finanzierungssystems der Regionen. Australien, Österreich und Portugal informierten ebenfalls über ihre Erfahrungen mit der politischen Ökonomie von Reformen. Die Minister stellten fest, dass Reformen zwar selten ohne Härten abgehen, die Kosten von Tatenlosigkeit aber hoch sind. Daher ist es ganz entscheidend, die Öffentlichkeit effektiv über die Notwendigkeit von Reformen aufzuklären. Die Länder können von ihren jeweiligen Erfahrungen mit Reformen – erfolgreichen ebenso wie fehlgeschlagenen – viel lernen. Die Minister hoben die Bedeutung von Anpassungshilfen sowie die Notwendigkeit hervor, während des Reformprozesses die Bedingungen für Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzschaffung aufrechtzuerhalten. Sie betonten ferner das Erfordernis, auf ein breiteres Spektrum an Akteuren zuzugehen und die Sozialpartner in die Reformbemühungen einzubeziehen.

Die Minister unterstrichen die Bedeutung des OECD-Beitrags zur Konzipierung und Umsetzung sowie zu den politökonomischen Aspekten von Reformen dank ihrer qualitativ hochwertigen, auf Fakten basierenden Analysen und internationalen Vergleichsdaten. Die Organisation ist gut gerüstet, um auf der Basis des reichen Fundus an Erfahrungen, der in den Länderprüfungen und thematischen Berichten der Organisation enthalten ist, gute Verfahrensweisen zu identifizieren. Sie forderten die OECD auf, ihre Arbeiten zur politischen Ökonomie der Reformen zu intensivieren und die Regierungen bei ihren Reformbemühungen stärker zu unterstützen.

Handel

Wie aus den OECD-Arbeiten eindeutig zu sehen ist, bietet die Doha-Entwicklungsagenda eine willkommene Gelegenheit für die Schaffung eines offeneren Handelssystems zur Förderung des Weltwirtschaftswachstums und insbesondere zur Verbesserung der wirtschaftlichen Aussichten der Entwicklungsländer. Die Minister bekundeten ihre Entschlossenheit, diese Chance zu nutzen, und sind sich der Dringlichkeit konkreter positiver Ergebnisse in diesem Stadium bewusst. Ein erfolgreicher Abschluss der Doha-Verhandlungsrunde wird das multilaterale Handelssystem festigen und zu einer globalen wirtschaftlichen Governance sowie einem nachhaltigen Wachstum auf der Grundlage gemeinsam vereinbarter Regeln und konzertierter Aktionen beitragen und so der Gefahr von Handelskonflikten begegnen. Die Minister stellten heraus, wie wichtig es ist, den Entwicklungsländern handelsbezogene Hilfe zu leisten, damit der Handel als Wachstumslokomotive fungieren kann.

Selbst nach der Doha-Runde bleibt die Einrichtung eines offenen globalen Handelssystems mit großen Herausforderungen verbunden. Die Vorteile und die Kosten der Handelsliberalisierung sowie effektive politische Maßnahmen zur Erleichterung der Anpassung an ein offeneres Handelsumfeld müssen in noch wesentlich größerem Umfang allgemein verständlich gemacht werden. Die Konzipierung effektiver Instrumente zur Liberalisierung des rasch wachsenden Dienstleistungssektors setzt neue Informationen und bahnbrechende Analysen voraus. Immer wichtiger wird es sein, Mittel und Wege zu finden, mit denen sich nationale Politikziele ohne die Errichtung neuer Handelsschranken, z.B. im Bereich von Regulierungen und Normen, erreichen lassen. Es sind Informationen darüber erforderlich, wie sich am besten gewährleisten lässt, dass bilaterale, regionale und Präferenzregelungen das multilaterale System ergänzen. Die Minister verwiesen darauf, dass sie von der OECD Analysen und Empfehlungen zu der Frage erwarten, wie sie am besten auf diese Herausforderungen und Chancen reagieren können.

Sie begrüßten den Vorschlag Schwedens und der Niederlande für weitere Arbeiten der OECD und IEA zu Fragen im Zusammenhang mit der Erzeugung und dem Einsatz von Biokraftstoffen, einschließlich der Förderung eines verstärkten Einsatzes von solchen Kraftstoffen. Die Studie soll vor der Tagung des Rats der OECD auf Ministerebene 2008 vorgelegt werden. Vertreter von Argentinien, Chile, China, Hongkong (China), Indien, Russland und Südafrika nahmen aktiv an dieser Sitzung teil und bereicherten die Diskussionen.

 

 

 

Also Available

Countries list

  • Afghanistan
  • Albania
  • Algeria
  • Andorra
  • Angola
  • Anguilla
  • Antigua and Barbuda
  • Argentina
  • Armenia
  • Aruba
  • Australia
  • Austria
  • Azerbaijan
  • Bahamas
  • Bahrain
  • Bangladesh
  • Barbados
  • Belarus
  • Belgium
  • Belize
  • Benin
  • Bermuda
  • Bhutan
  • Bolivia
  • Bosnia and Herzegovina
  • Botswana
  • Brazil
  • Brunei Darussalam
  • Bulgaria
  • Burkina Faso
  • Burundi
  • Cambodia
  • Cameroon
  • Canada
  • Cape Verde
  • Cayman Islands
  • Central African Republic
  • Chad
  • Chile
  • China (People’s Republic of)
  • Chinese Taipei
  • Colombia
  • Comoros
  • Congo
  • Cook Islands
  • Costa Rica
  • Croatia
  • Cuba
  • Cyprus
  • Czech Republic
  • Côte d'Ivoire
  • Democratic People's Republic of Korea
  • Democratic Republic of the Congo
  • Denmark
  • Djibouti
  • Dominica
  • Dominican Republic
  • Ecuador
  • Egypt
  • El Salvador
  • Equatorial Guinea
  • Eritrea
  • Estonia
  • Ethiopia
  • European Union
  • Faeroe Islands
  • Fiji
  • Finland
  • Former Yugoslav Republic of Macedonia (FYROM)
  • France
  • French Guiana
  • Gabon
  • Gambia
  • Georgia
  • Germany
  • Ghana
  • Gibraltar
  • Greece
  • Greenland
  • Grenada
  • Guatemala
  • Guernsey
  • Guinea
  • Guinea-Bissau
  • Guyana
  • Haiti
  • Honduras
  • Hong Kong, China
  • Hungary
  • Iceland
  • India
  • Indonesia
  • Iraq
  • Ireland
  • Islamic Republic of Iran
  • Isle of Man
  • Israel
  • Italy
  • Jamaica
  • Japan
  • Jersey
  • Jordan
  • Kazakhstan
  • Kenya
  • Kiribati
  • Korea
  • Kuwait
  • Kyrgyzstan
  • Lao People's Democratic Republic
  • Latvia
  • Lebanon
  • Lesotho
  • Liberia
  • Libya
  • Liechtenstein
  • Lithuania
  • Luxembourg
  • Macao (China)
  • Madagascar
  • Malawi
  • Malaysia
  • Maldives
  • Mali
  • Malta
  • Marshall Islands
  • Mauritania
  • Mauritius
  • Mayotte
  • Mexico
  • Micronesia (Federated States of)
  • Moldova
  • Monaco
  • Mongolia
  • Montenegro
  • Montserrat
  • Morocco
  • Mozambique
  • Myanmar
  • Namibia
  • Nauru
  • Nepal
  • Netherlands
  • Netherlands Antilles
  • New Zealand
  • Nicaragua
  • Niger
  • Nigeria
  • Niue
  • Norway
  • Oman
  • Pakistan
  • Palau
  • Palestinian Administered Areas
  • Panama
  • Papua New Guinea
  • Paraguay
  • Peru
  • Philippines
  • Poland
  • Portugal
  • Puerto Rico
  • Qatar
  • Romania
  • Russian Federation
  • Rwanda
  • Saint Helena
  • Saint Kitts and Nevis
  • Saint Lucia
  • Saint Vincent and the Grenadines
  • Samoa
  • San Marino
  • Sao Tome and Principe
  • Saudi Arabia
  • Senegal
  • Serbia
  • Serbia and Montenegro (pre-June 2006)
  • Seychelles
  • Sierra Leone
  • Singapore
  • Slovak Republic
  • Slovenia
  • Solomon Islands
  • Somalia
  • South Africa
  • South Sudan
  • Spain
  • Sri Lanka
  • Sudan
  • Suriname
  • Swaziland
  • Sweden
  • Switzerland
  • Syrian Arab Republic
  • Tajikistan
  • Tanzania
  • Thailand
  • Timor-Leste
  • Togo
  • Tokelau
  • Tonga
  • Trinidad and Tobago
  • Tunisia
  • Turkey
  • Turkmenistan
  • Turks and Caicos Islands
  • Tuvalu
  • Uganda
  • Ukraine
  • United Arab Emirates
  • United Kingdom
  • United States
  • United States Virgin Islands
  • Uruguay
  • Uzbekistan
  • Vanuatu
  • Venezuela
  • Vietnam
  • Virgin Islands (UK)
  • Wallis and Futuna Islands
  • Western Sahara
  • Yemen
  • Zambia
  • Zimbabwe
  • Topics list