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High-Level Forum on Ageing and Employment Policies, Brüssel, 17.-18. Oktober 2005 - Schlussfolgerungen des Vorsitzenden, Bruno Tobback, Belgischer Minister für Umwelt und Renten

 

18/10/2005 - Ein längeres Verbleiben im Arbeitsleben muss vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Bevölkerung stärker gefördert werden. Dies war das Hauptthema, dem sich die OECD Arbeitsminister in einem Treffen in Brüssel am 17-18 Oktober gewidmet haben.

Wenn diesbezüglich nichts unternommen wird, nimmt die Anzahl der Rentner in den nächsten Jahrzehnten signifikant zu, wohingegen die Zahl der Beschäftigten unverändert bleiben wird. Für europäische Länder bestehen Schätzungen, dass um 2050 einem Rentenbezieher nur ein Arbeitnehmer entgegenstehen wird. Damit wird das Rentensystem gefährdet, die Steuerbelastung der arbeitenden Bevölkerung weiter erhöht und der Wohlstand in OECD Ländern bedroht. Zwar stehen alle Länder vor diesen Herausforderungen, Lösungsansätze müssen jedoch nationale Eigenheiten berücksichtigen.

Um diesem Problem zu begegnen, müssen die Arbeitsaussichten der 50-64 Jährigen verbessert werden. Heutzutage sind mehr als 4 von 10 älteren Personen arbeitslos oder nicht aktiv im Berufsleben - eine Quote, die beinahe doppelt so hoch ist wie bei den 25-49 Jährigen. Dies ist das Resultat einer Reihe von Hemmnissen, die bei der Beschäftigung von älteren Menschen existieren.

Zunächst einmal wird es nicht genügend honoriert, wenn Menschen höheren Alters länger im Beruf verbleiben. Daher bevorzugen ältere Arbeitnehmer, sich pensionieren zu lassen oder andere Möglichkeiten wahrzunehmen, sich aus dem Arbeitsmarkt zurückzuziehen. In der Vergangenheit sah man Frühpensionierung als Chance, 'Platz für jüngere Arbeitnehmer zu machen'. Das Gegenteil davon ist jedoch eingetreten, denn die Arbeitslosenquote für jüngere Beschäftige ist besonders hoch in jenen Ländern, wo Frühpensionierung weit verbreitet ist. Zudem existieren immer noch finanzielle Anreize, sich vor dem offiziellen Rentenalter aus dem Berufsleben zurückzuziehen, z.B. durch Invalidenrente oder Arbeitslosenleistungen, von denen Auflagen zur Stellensuche ausgenommen werden. Das hat zur Konsequenz, dass eine erhebliche Anzahl älterer Arbeitnehmer abgeschoben wurde, unter ihnen viele, die weiterarbeiten könnten und weitergearbeitet hätten.

Die Minister stimmten zu, dass diesen Praktiken Einhalt geboten werden muss, wenn auch unter Berücksichtigung bestimmter Tatsachen wie z.B. der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses und körperlich anstrengender Berufe. Anstatt den Rückzug aus dem Arbeitsmarkt zu subventionieren, sollte vielmehr eine Politik betrieben werden, die Maßnahmen zur Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer fördert.

Oftmals zögern Arbeitgeber, ältere Arbeitnehmer einzustellen oder weiter zu beschäftigen. Zusätzlich sind ältere Arbeitnehmer gesetzlichen Rentenvorschriften unterworfen. Und einmal arbeitslos geworden, finden ältere Menschen nur schwierig eine neue Stelle.

Diese Situation kann z.T. mit damit erklärt werden, dass Arbeitgeber häufig eine negative Einstellung zu älteren Beschäftigten entwickeln. Einige Arbeitgeber glauben zu Unrecht, dass ältere Angestellte nicht in der Lage seien, sich neuen Technologien und Arbeitsweisen anzupassen.

Es gibt jedoch auch andere objektive Gründe, wie z.B. die Tatsache, dass ältere Arbeitnehmer häufig mehr kosten als ihre jüngeren Kollegen. In einigen Ländern steigen die Gehälter tendenziell mit dem Alter und der Dauer des Beschäftigungsverhältnisses an. In anderen Ländern erhöhen sich die Sozial- und Gesundheitsabgaben mit steigendem Alter. Dies kann natürlich durch Gehaltssubventionen oder Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung älter Arbeitnehmer ausgeglichen werden, aber nur wenige von ihnen erhalten die Möglichkeit zur Weiterbildung.

Die Arbeitsbedingungen sind häufig nicht gut an die Bedürfnisse älterer Arbeitnehmer angepasst. Dabei würde eine Verbesserung dieser Bedingungen dazu führen, dass ältere Beschäftigte ihre Gesundheit bewahren und damit die Aussicht auf ein längeres Beschäftigungsverhältnis erhöhen könnten. Größere Flexibilität durch z.B. Teilzeitbeschäftigung und Selbstständigkeit kann zusätzlich einen allmählicheren Übergang von Beschäftigung zum Ruhestand erleichtern.

Die Minister erkennen den Reformbedarf in diesem Bereich an. Sie fordern aber auch ihre Sozialpartner auf, einen Beitrag zur Beseitigung von Beschäftigungshemmnissen älterer Arbeitnehmer zu leisten. Es müssen sich jedoch auch die Einstellungen der Arbeitgeber und älteren Arbeitnehmer selbst grundlegend ändern. Der Mythos, dass ältere Beschäftigte sich nicht an neue Entwicklungen anpassen könnten und Frühpensionierung zu mehr Beschäftigungsmöglichkeiten unter jungen Menschen führen würde, muss ausgeräumt werden.

Die OECD Studie zu älteren Arbeitnehmern unterstreicht den Reformbedarf bei Rentensystemen und anderen Sozialleistungen, um so ein längeres Verbleiben im Berufsleben zu honorieren und um Bedingungen zu schaffen, die älteren Menschen eine Beschäftigungsmöglichkeit erleichtern. Die Verfolgung solch einer Strategie wird nicht nur wirtschaftliche Erfolge bringen, sondern auch die Nachhaltigkeit unserer Sozialsysteme stärken. Es wäre hilfreich, wenn die OECD ihre Arbeit in diesem Bereich weiter ausbauen könnte und die Implementierung solcher Reformen in den Mitgliedsländern mitverfolgt, um so ‚best practices' aufzuzeigen. Die Ergebnisse dieses Forums sollten eine gute Vorlage zur Neubewertung der OECD Job Strategie sein.

Für weitere Informationen können sich Journalisten an das OECD Berlin Centre wenden (berlin.contact@oecd.org, Tel.: +49-30- 2888353).

Weitere Informationen zum Forum sind unter www.oecd.org/olderworkersforum zu finden.

 

 

 

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