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Research and knowledge management

OECD Studie identifiziert Schlüsselkompetenzen für persönliches, soziales und ökonomisches Wohlergehen

 

04/09/2003 - Eine neue OECD Studie identifiziert die Schlüsselkompetenzen, die für die persönliche und soziale Entwicklung der Menschen in modernen, komplexen Gesellschaften wesentlich sind, und zeigt damit auf, welche Vorteile Humankapitalinvestitionen für den Einzelnen und die Gesellschaft mit sich bringen können. Sie legt ein Rahmenkonzept für Leistungsbewertungen von Bildungssystemen wie z.B. die internationale Schulleistungsstudie (PISA) vor.

Key Competences for a Successful Life and a Well-Functioning Society bricht zu neuen Ufern auf, indem drei Kategorien von Kernkompetenzen definiert werden: Interagieren in sozial heterogenen Gruppen; selbständiges Handeln und interaktive Nutzung von Instrumenten und Hilfsmitteln.

Die Fähigkeit, mit anderen gut auszukommen, zusammenzuarbeiten und Konflikte handhaben und lösen zu können, die unter der ersten Kategorie "Interagieren in sozial heterogenen Gruppen" figuriert, ist besonders relevant in pluralistischen multikulturellen Gesellschaften. Menschen müssen lernen, wie man in Gruppen und sozialen Rangordnungen mitarbeitet und agiert, deren Mitglieder aus verschiedenen sozialen Verhältnissen kommen und wie man mit Unterschieden und Gegensätzen umgeht.

"Selbständiges Handeln", die zweite Kategorie, umfasst Schlüsselkompetenzen, die den Einzelnen in die Lage versetzen, sein Leben durch eigenständiges Kontrollieren der Lebens- und Arbeitsbedingungen auf veranwortungsvolle und sinnvolle Weise zu gestalten. Die Fähigkeit, in einem größeren Rahmen oder Kontext agieren zu können, Lebenspläne und persönliche Projekte zu entwickeln und handzuhaben sowie seine eigenen Rechte, Interessen, Grenzen und Bedürfnisse zu verteidigen und zu behaupten, ist sehr wichtig für die effektive Teilhabe an den verschiedenen Lebensbereichen  - am Arbeitsplatz, im persönlichen und familiären Leben und im bürgerlichen und politischen Leben.

Die Fähigkeit, "Hilfsmittel und Instrumente interaktiv zu nutzen", die dritte Kategorie der Schlüsselkompetenzen, geht auf die sozialen und beruflichen Anforderungen der globalen Wirtschaft und der modernen "Informationsgesellschaft" ein, die die Beherrschung der sozio-kulturellen Instrumente wie Sprache, Information und Wissen sowie physische Instrumente wie Computer erfordern. Das interaktive Nutzen von Instrumenten bedeutet nicht nur das Vorhandensein von technischen Kenntnissen zur Nutzung eines Instruments (z.B.: Lesen von Texten, Benutzung der Computermaus etc.), sondern setzt auch eine Vertrautheit mit dem Instrument selbst und ein Verständnis dafür voraus, inwieweit das Instrument die Art und Weise des Interagierens mit der Welt beeinflusst und wie das Instrument zur Erreichung der Zielsetzungen genutzt werden kann. Die drei in dieser Kategorie aufgeführten Kernkompetenzen sind die Fähigkeiten, Sprachen, Symbole und Texte, wie beim Testen der Lesekompetenz und der mathematischen Grundbildung definiert, Wissen und Informationen, wie beim Testen der naturwissenschaftlichen Grundbildung definiert, und Technologien – interaktiv – nutzen zu können.

Jede dieser Schlüsselkompetenzen setzt  die Mobilisierung des Wissens, kognitive und praktische Fähigkeiten sowie bestimmte Sozial- und Verhaltenskomponenten wie Einstelllungen, Gefühle, Werte und Motivationen voraus.

Der Bericht präsentiert die Schlussfolgerungen des von der Schweiz geleiteten interdisziplinären OECD Projekts DeSeCo Definition und Selektion von Kompetenzen: Theoretische und konzeptionelle Grundlagen (www.deseco.admin.ch).

Key Competencies for a Successful Life and Well-Functioning Society kann online vom Verlag Hogrefe & Huber bestellt werden. Presseexemplare für Journalisten können von der Pressestelle der OECD (news.contact@oecd.org) angefordert werden. Dominique Simone Rychen (dominique.rychen@bfs.admin.ch  oder Tel. 0041 32 713 6160 bzw. Mobil : 0041 792925178), oder Andreas Schleicher, OECD Bildungsdirektorat (Tel: 0033 1 4524 9366 oder andreas.schleicher@oecd.org) stehen Journalisten für weitere Informationen gern zur Verfügung.

 

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