Wirtschaftskrise beeinflusst Arbeitsmarktchancen für Zuwanderer in Deutschland kaum

 

Dennoch bleibt Arbeitslosigkeit deutlich höher als für im Inland Geborene – Deutschland für internationale Studierende als Arbeitsort zunehmend attraktiv

 

(Brüssel/Paris/Berlin – 12. Juli 2010) Anders als in vielen anderen OECD-Ländern hat die Wirtschaftskrise in Deutschland die Arbeitsmarktchancen für Zuwanderer kaum beeinflusst. Bei Frauen mit Migrationshintergrund zeichnet sich sogar eine Zunahme der Erwerbstätigkeit ab. Zudem gibt es Anzeichen, dass die Einbürgerung auch die Arbeitsmarktintegration fördert. Dies geht aus der aktuellen Ausgabe des Internationalen Migrationsausblicks der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der heute in Paris und Brüssel vorgestellt wurde.

 

So ist in vielen OECD-Ländern unter Migranten und ihren Nachkommen die Arbeitslosigkeit noch deutlich stärker gestiegen als bei Menschen ohne ausländische Wurzeln. Vor allem Männer, die in der Bauwirtschaft, im Hotelgewerbe oder der Gastronomie gearbeitet haben, sind stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Vor allem in Spanien, Irland und Portugal, aber auch in Österreich ist die Arbeitslosigkeit unter Migranten deutlich stärker gestiegen als bei im Inland Geborenen.

 

Auch in Deutschland sind Migranten deutlich häufiger arbeitslos, allerdings haben sich ihre relativen Arbeitsmarktchancen mit der Wirtschaftskrise kaum verändert. Bei zugewanderten Frauen ist sogar eine positive Entwicklung zu verzeichnen, vor allem aufgrund eines höheren Arbeitskräftebedarfs in der Krankenpflege und bei häuslichen Dienstleistungen. Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung könnte sich dieser Trend weiter fortsetzen.

 

Einbürgerung hat positiven Einfluss auf Arbeitsmarktbeteiligung

 

Der Migrationsausblick zeigt auch, dass der Erwerb der Staatsangehörigkeit einen positiven Einfluss auf die Arbeitsmarktbeteiligung hat. So haben eingebürgerte Migranten in Deutschland eine um fast zwölf Prozentpunkte höhere Beschäftigungswahrscheinlichkeit als Migranten bei gleichem Alter, gleicher Herkunft und Aufenthaltsdauer und gleichem Bildungsniveau, die nicht die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Ähnliche Effekte zeigen sich auch in Belgien, Dänemark und Frankreich.

 

Insgesamt hat Migration in den vergangenen Jahren in Deutschland anders als in vielen anderen OECD-Ländern kaum dazu beigetragen, das Arbeitskräftepotential zu stabilisieren. Während vor der Wirtschaftskrise in der Schweiz, Irland oder Spanien Zuwanderer für rund die Hälfte des neuen Arbeitskräftepotentials standen, waren es in Deutschland nur rund 18 Prozent. Das ist nach Japan und Portugal der geringste Wert unter den OECD-Ländern, für die diese Daten vorliegen. Im OECD-Mittel lag der Beitrag der Zuwanderung bei rund 30 Prozent.

 

“Es ist wichtig, zu verstehen, dass Migranten besonders in wirtschaftlich guten Zeiten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leisten”, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Präsentation der Studie in Brüssel. “Die aktuellen wirtschaftlichen Probleme werden die langfristigen demografischen Trends nicht verändern. Es ist deshalb wichtig, dass Migrationspolitik eine langfristige Perspektive beibehält.”

 

Auf Dauer angelegte Migration in % der Neuzugänge zur Bevölkerung vor der Wirtschaftskrise (2004-2007)

 

Die meisten Zuwanderer nach Deutschland kamen 2008 aus Polen (22 Prozent), gefolgt von Rumänien, der Türkei und Ungarn. Gegenüber den Jahren zuvor hat sich der Anteil der polnischen, rumänischen und ungarischen Zuwanderer erhöht. Der Anteil der Zuwanderer aus der Türkei ist dagegen zurückgegangen.

 

Mit gut 200.000 internationalen Studierenden (vorangegangene Ausbildung im Ausland) ist Deutschland nach den USA und Großbritannien und etwa gleichauf mit Australien und Frankreich das Land mit dem größten Markt für Studierende aus dem Ausland. Allerdings ist die Zahl internationaler Studenten in Deutschland in den vergangen Jahren deutlich langsamer gewachsen als in den meisten anderen OECD-Ländern. Dennoch scheint Deutschland für internationale Studenten nach dem Abschluss ihres Studiums als Arbeitsmarkt attraktiv. So bleiben etwa 30 Prozent der Absolventen aus Ländern außerhalb des EWR und der Schweiz im Anschluss an ihr Studium dauerhaft in Deutschland. Die größten Kontingente kommen aus China, Russland, der Türkei und der Ukraine.

 

Deutsche sind im Jahr 2008 vor allem in die Schweiz (46.000 Personen) und nach Österreich (19.200 Personen) gezogen. Auch die USA und die Niederlande sind mit rund 8.500 bzw. 7.500 Zuzügen von Deutschen stark vertreten.
 

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