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Germany

OECD empfiehlt Neuorientierung der Lehrerpolitik in Deutschland

 

22/09/2004 - Wie viele andere OECD-Länder sieht sich Deutschland in den kommenden zehn Jahren einer großen Zahl von Lehrerpensionierungen gegenüber und benötigt dringend neue Politikmaßnahmen, um frische Kräfte für den Lehrerberuf zu gewinnen, damit den jungen Menschen in der Bundesrepublik eine effiziente Schulbildung garantiert werden kann.

So lautet die Hauptschlussfolgerung einer unabhängigen Prüfung der deutschen Lehrerpolitik, die unter Leitung der OECD durchgeführt wurde. Deutschland zählt zu den 25 Ländern, die an der OECD-Aktivität "Anwerbung, berufliche Entwicklung und Verbleib von qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern" (Attracting, Developing and Retaining Effective Teachers) teilnehmen. Organisiert wurde die deutsche Teilnahme von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (Kultusministerkonferenz - KMK).

Das Prüferteam identifizierte sechs strategische Prioritäten für Deutschland, aufbauend auf Entwicklungen, die in verschiedenen Teilen des Landes bereits im Gange sind:

  • Neudefinition des Lehrerleitbilds, um so der gewachsenen Verantwortung Rechnung zu tragen;
  • Neugestaltung der Lehrererstausbildung und der Lehrerfortbildung;
  • Sicherstellung eines angemessenen qualifizierten Lehrkräfteangebots;
  • Verbesserung der Laufbahnstruktur und der Anreize für Lehrkräfte;
  • Stärkung der Evaluation und Rechenschaftslegung für Schulen und Lehrkräfte, sowie
  • Modernisierung von Governance und Management im schulischen Bereich.

Das Prüferteam stützte seine Empfehlungen auf eine ausführliche Hintergrunddokumentation, die von den zuständigen deutschen Stellen, Lehrergewerkschaften und Bildungsforschern erstellt wurde, auf die Ergebnisse anderer OECD-Arbeiten und  Forschungsaktivitäten sowie ergänzend auf die Erkenntnisse eines zweiwöchigen Besuchs in Deutschland im September 2003.

Zu den Mitgliedern des Prüferteams gehörten Dr. Paulo Santiago (OECD), Dr. Gábor Halász (Generaldirektor, Nationales Institut für öffentliche Bildung, Ungarn), Dr. Mats Ekholm (Generaldirektor, Nationale Bildungsagentur, Schweden), Dr. Peter Matthews (Leiter der Abteilung Qualitätsprüfung, Agentur für Bildungsstandards, Vereinigtes Königreich) sowie Dr. Phillip McKenzie (OECD).

Während ihres Besuchs in Deutschland richteten die Mitglieder des Prüferteams ihre Aufmerksamkeit vordringlich auf die Untersuchung von Fragen im Zusammenhang mit der Anwerbung, der beruflichen Entwicklung und dem Verbleib von qualifizierten Lehrkräften in Grund- und Sekundarschulen. Sie führten in Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg, Potsdam und Stuttgart Gespräche mit Bildungsbehörden, Schulen, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Einrichtungen der Lehrerbildung, Lehrergewerkschaften, Elternverbänden, Referendaren, Forschern und Arbeitgebern. Methodisch gingen sie genauso vor wie die Prüferteams in den neun anderen, an der Studie beteiligten OECD-Ländern.

Die OECD wird sich bei der Erstellung eines internationalen vergleichenden Berichts über die Lehrerpolitik, der noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll, auf alle diese Länderberichte stützen.

Die englische Ausgabe Attracting, Developing and Retaining Effective Teachers. Country Note: Germany ist unter www.oecd.org/edu/teacherpolicy (klicken Sie auf "Country Reviews") verfügbar. Dort findet sich auch ein Link zur deutschen Ausgabe des Berichts. Journalisten werden gebeten, sich wegen weiterer Auskünfte an Paulo Santiago  (tel. (33) 1 4524 8419), oder Phillip McKenzie  (tel. (33) 1 4524 9227), in der OECD-Direktion Bildung zu wenden.

 

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