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Berufstätige Mütter in Japan, Irland und Österreich benötigen Unterstützung, meinen OECD Experten

 

04/11/2003 - Für viele Mütter in Japan, Irland und Österreich sind Beruf und Familie nicht vereinbar, so das Fazit einer neuen OECD Studie.

Babies and Bosses: Reconciling Work and Family Life in Austria, Ireland and Japan untersucht, wie sich Steuern, Sozialleistungen, Kinderbetreuungs- und Beschäftigungspolitiken auf das Berufsleben der Eltern auswirken und die Gründung von Familien beeinflussen. Wie in den meisten OECD Ländern wollen immer mehr Frauen in Österreich, Irland und Japan arbeiten und eine Berufskarriere machen. Viel wurde getan, um Eltern - insbesondere jenen mit kleinen Kindern - zu helfen. Die Geburtenraten gehen jedoch weiter zurück und erhöhen die Möglichkeit eines zukünftigen Arbeitskräftemangels. Es müsste noch viel mehr unternommen werden, um die Beschäftigung von Eltern zu erhöhen, ohne die von ihren Kindern benötigte familiennahe Betreuung zu gefährden.

Laut der Studie käme es in Japan niemals zu dem sich abzeichnenden Arbeitskräftemangel, wenn die Frauen im selben Ausmaß erwerbstätig wären wie die Männer. Gegenwärtig entmutigen jedoch einige Aspekte der Regierungspolitik und Arbeitgeberpraktiken die Frauen, nach der Geburt von Kindern wieder eine Arbeit aufzunehmen. Um die Frauen zurück in die Beschäftigung zu bringen, sind Veränderungen auf dem japanischen Arbeitsmarkt erforderlich, die ihnen entsprechende Anreize (flexible Arbeitszeit, attraktive Jobs, gute Bezahlung und Karrieremöglichkeiten) bieten.

Ungefähr 70 % der erwerbstätigen japanischen Frauen ziehen sich aus dem Arbeitsmarkt zurück, nachdem sie Kinder geboren haben. Falls sie, wenn ihre Kinder älter sind, wieder eine Arbeit aufnehmen, landen sie oft in schlecht bezahlten unsicheren Jobs. Kranken- und Rentenversicherungsregelungen der Regierung sowie Unterstützungsleistungen der Unternehmen an den Ehepartner halten Frauen davon ab, mehr als nur einen geringen Betrag zu verdienen. Das hat zur Folge, dass Mütter, die wieder arbeiten, oft Jobs ausüben, die weit unter ihren Fähigkeiten liegen. Sogar gut ausgebildete japanische Frauen haben Schwierigkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren. 65 % der japanischen Frauen mit einer Hochschulausbildung arbeiten, während im Vergleich dazu 95 % der japanischen Männer mit einem ähnlichen Bildungsniveau berufstätig sind.

Hohe öffentliche Ausgaben für Familienleistungen und eine vergleichsweise niedrige Kinderarmut in Österreich belegen, dass das Wohlergehen von Kindern auch als staatliche Aufgabe erachtet wird. Österreich gibt dabei im Vergleich zu anderen OECD Ländern erheblich mehr zur finanziellen Unterstützung von Familien mit Kleinkindern aus. Damit wird es vielen Familien finanziell möglich, dass sich ein Elternteil gänzlich der Kindererziehung widmet - und das über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Das wiederum führt in der Praxis dazu, dass viele Mütter über längere Zeiträume nicht berufstätig sind und später oftmals Schwierigkeiten haben, ihre berufliche Karriere fortzusetzen. Mütter, die sich zur Wiederaufnahme einer Arbeit entscheiden, wenn ihre Kinder noch klein sind, werden durch den Mangel an finanziell erschwinglichen Kinderbetreuungsplätzen oft zu einer schlecht bezahlten und nicht der Qualifikation entsprechenden Teilzeitarbeit mit geringen Aufstiegsmöglichkeiten gezwungen.

In Irland sind Kinderbetreuungsplätze ebenfalls Mangelware. Familienangehörige oder Freunde haben sich in Irland traditionell um die Kinder von berufstätigen Müttern gekümmert. Aber als immer mehr Frauen zu arbeiten begannen, ging das Angebot von gelegentlichen Babysittern zurück. Die Erwerbsquote von Frauen in Irland stieg seit 1994 um 15 Prozentpunkte auf 54 %. Die Beschäftigungsquote von jungen Frauen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren beträgt derzeit 78 % ist damit höher als in den meisten anderen OECD-Ländern. In Zukunft werden die irischen Mütter viel mehr von einer formellen Kinderbetreuung abhängig sein. Um die Beschäftigungschancen für Mütter zu erhöhen, sind zusätzliche öffentliche Investitionen in die Kinderbetreuung - besonders für Familien mit Niedrigeinkommen - erforderlich.

Journalisten können ein Presseexemplar der Studie von der OECD Pressestelle anfordern (Tel: 0033 1 4524 9700). Projektleiter Willem Adema (Tel: 0033 1 4524 1577), Christoper Prinz (Tel: 0033 1 4524 9483) oder Mark Pearson (Tel: 0033 1 4524 9269) stehen Journalisten für weitere Informationen zur Verfügung.

 

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