Direction de l'Emploi, du travail et des affaires sociales

OECD fordert Regierungen auf, Beschäftigungsstrategien mit anderen sozialen Zielen zu verbinden

 

07/07/2004 - Strategien zur Schaffung von Arbeitsplätzen waren in einigen Ländern erfolgreich. Bei der Umsetzung ihrer Strategien zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit müssen die Regierungen jedoch eine Reihe von Themen berücksichtigen, wie zum Beispiel die Notwendigkeit, das Beschäftigungsniveau insgesamt zu erhöhen und den Bedürfnissen der Einzelnen nach Arbeitsplatzsicherheit und einem ausgewogenen Verhältnis von Arbeits- und Lebensbedingungen zu entsprechen, so das Fazit einer neuen OECD-Studie.

Der neueste OECD Beschäftigungsausblick 2004 sieht für die nächsten zwei Jahre einen leichten Rückgang der Arbeitslosenquoten voraus, gestützt auf das anhaltend starke Wachstum in einigen Ländern, namentlich den Vereinigten Staaten, und die beobachtete Erholung in den meisten anderen Ländern, vor allem in Japan und in einem geringeren Maß in der Europäischen Union.

Gleichwohl ist es, laut OECD, wahrscheinlich, dass mehr als 36 Millionen Menschen in den 30 OECD Ländern weiterhin ohne Beschäftigung bleiben, was annähernd 7 % ihres Erwerbspersonenpotenzials entspricht. Bei ihren Bemühungen, das Problem der Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, mahnt die OECD die Regierungen, kein zu enges Konzept zu verfolgen und empfiehlt umfassendere ökonomische und soziale Ziele mit zu berücksichtigen.

Über die Senkung der Arbeitslosigkeit hinaus sei es wichtig, den Anteil der Erwerbsfähigen, die tatsächlich arbeiten, zu erhöhen, so eine Kernaussage der OECD. Gegenwärtig sind in den OECD-Ländern rund 35 % der Menschen im erwerbsfähigen Alter ohne Beschäftigung - die Mehrzahl von ihnen fällt statistisch gesehen unter die Rubrik der "nicht am Erwerbsleben Beteiligten", die eine Erwerbstätigkeit aufnehmen könnten und dies häufig auch gern tun würden. Hinter dieser Zahl verbergen sich große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern; so beträgt die Quote der nicht am Erwerbsleben Beteiligten weniger als 30 % in Australien, den Niederlanden, Neuseeland, den nordischen Ländern (außer Finnland), Nordamerika, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich, aber über 40 % in Belgien, den meisten Mittel- und Osteuropäischen Ländern, Griechenland, Italien, Mexiko und der Türkei (siehe Chart 1).

Strategien zur Erhöhung des Beschäftigungsniveaus müssen auch andere soziale Ziele mit in Betracht ziehen. Die Reform der Beschäftigungsschutzbestimmungen (BSB) stellt in dieser Hinsicht einen wichtigen Aspekt dar. Einerseits würde eine Lockerung dieser Bestimmungen den Arbeitgebern die Einstellung von Arbeitskräften erleichtern und damit wiederum die Aussichten auf einen Arbeitsplatz für solche Gruppen verbessern, die besondere Probleme beim Zugang zum Arbeitsmarkt haben, wie insbesondere Jugendliche und Frauen. Andererseits könnte dies aber auch dazu führen, dass die Arbeitsplatzsicherheit gefährdet und der Schwerpunkt in unangemessener Weise auf die Schaffung von zeitlich befristeten Beschäftigungsverhältnissen gelegt wird.

In ähnlicher Weise könnte eine Kürzung der Höhe bzw. Dauer der Sozialleistungen Beschäftigung finanziell attraktiver machen und eine Verschärfung der Anspruchskriterien für den Bezug solcher Leistungen könnte sicherstellen helfen, dass Personen, die erwerbsfähig sind, sich nicht vom Arbeitsmarkt zurückziehen. Dabei müssen die Regierungen aber sorgfältig darauf achten, dass schwer vermittelbare Personen durch solche Maßnahmen nicht vollständig aus dem Leistungssystem herausfallen und in Armut geraten.

Allgemein stellt der OECD Beschäftigungsausblick fest, dass eine wirksame Politik, die sowohl Beschäftigungs- als auch soziale Ziele verfolgt, einen moderaten Grad an Beschäftigungsschutz voraussetzt, verbunden mit Vermittlungs- und anderen Serviceleistungen, die neue Arbeitskräfte für die Arbeitgeber attraktiver machen und ihnen dabei helfen, einen Arbeitsplatz zu erhalten. Dies erfordert ein Konzept der "wechselseitigen Verpflichtungen", in dessen Rahmen den Sozialleistungsempfängern Beratungsdienste, Hilfe bei der Stellensuche und andere Serviceleistungen zur Förderung der Rückkehr in das Erwerbsleben geboten werden. Die Arbeitslosen ihrerseits müssen sich als Gegenleistung für den weiteren Leistungsbezug aktiv um eine Stelle bemühen oder Schritte zur Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit unternehmen. Das dänische Flexibilitäts-/Sicherheitskonzept ("flexicurity approach") zeigt, dass eine solche Kombination von Politikansätzen positive Ergebnisse zeitigen kann, auch wenn dies kostspielig ist: Die Kosten von Arbeitsmarktprogrammen machen in Dänemark fast 5 % des BIP aus.

Der OECD Beschäftigungsausblick 2004 hebt zusätzliche, mögliche Politikansätze hervor, die Regierungen bei Bemühungen um mehr und bessere Jobs in Erwägung ziehen können, darunter:

  • Größere "Arbeitszeitflexibilität" als ein Weg die Beschäftigung zu erhöhen. Ein größeres Angebot an verschiedenen Optionen der Teilzeitarbeit kann Eltern mit kleinen Kindern mehr Mittel an die Hand geben, Beruf und Kindererziehung miteinander zu vereinbaren, und einer Reihe älterer Arbeitnehmer zugleich die Möglichkeit eröffnen, länger im Beruf zu bleiben, während flexiblere Arbeitszeiten den Firmen die Anpassung an wechselnde Arbeitsbelastungen erleichtern können. Es gibt jedoch auch gewisse davon abweichende Arbeitszeitregelungen, die es den Arbeitnehmern nicht leichter, sondern eher schwerer machen, ihre Berufstätigkeit mit den familiären Pflichten in Einklang zu bringen. So berichten z.B. Arbeitnehmer, die abends, nachts oder an Wochenenden ihren Beruf nachgehen, wie auch Personen, die unberechenbare oder besonders lange Arbeitszeiten haben, von wesentlich größeren Konflikten zwischen beruflichen und familiären Verpflichtungen.
  • Bessere Regulierung und Verwaltung zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft und der Schwarzarbeit. Die Kohärenz der Steuer- und Sozialversicherungssysteme sollte verbessert werden. Bürokratische Verwaltungsvorschriften und behördliche Auflagen in Bezug auf die formale Beschäftigung sollten abgebaut werden. Bestehende Vorschriften sollten besser umgesetzt und durch gut funktionierende Arbeits- und Steueraufsichtsbehörden unterstützt werden. Soziale Schutz- und Beschäftigungsförderungsmaßnahmen sollten gezielt den wirklich Bedürftigen zugute kommen, auch wenn diese in der informellen Wirtschaft beschäftigt sind. Gleichzeitig sollten derartige Maßnahmen so gestaltet werden, dass sie eine Eingliederung in die formale Wirtschaft fördern.
  • Unterstützung für lebenslanges Lernen damit Arbeitnehmer ihre Qualifikationen verbessern können. In den letzten beiden Jahrzehnten haben sich die Lohnunterschiede zwischen den Arbeitskräften mit verschiedenen Qualifikationsniveaus erweitert. Vielleicht ist tatsächlich ein größeres Verdienstgefälle notwendig, um die Beschäftigungschancen von Geringqualifizierten zu verbessern. Dadurch kann ein potenzieller Zielkonflikt zwischen Beschäftigung und sozialer Gerechtigkeit entstehen. Arbeitnehmer, die an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen, haben mehr Chancen, ihren Arbeitsplatz zu behalten, als Arbeitnehmer ohne Weiterbildung.

Die OECD hat vor kurzem ein Projekt zur Neubewertung ihrer Beschäftigungsstrategie begonnen - einem vor zehn Jahren von den OECD-Mitgliedsländern angenommenen Grundriss für Reformen zur Senkung der hohen, hartnäckig fortbestehenden Arbeitslosigkeit. Die Minister der OECD-Länder werden in zwei Jahren über die wichtigsten Ergebnisse der Neubewertung beraten. Die Herausforderung besteht darin, eine ausgewogene Reformagenda zu konzipieren, die den Ländern dabei hilft, die notwendige Anpassung an den Strukturwandel zu bewältigen und zugleich die Ziele im Beschäftigungs- und Sozialbereich zu verwirklichen.

Journalisten können sich den OECD Employment Outlook von der passwortgeschützten Webseite  herunterladen oder von der OECD Pressestelle anfordern. Raymond Torres, Leiter der OECD Abteilung für Beschäftigungspolitik (Tel: 0033 1 4524 9153) steht Journalisten für weitere Informationen zur Verfügung.

Länderkapitel zu Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Mexiko, Großbritannien und den Vereinigten Staaten sind auf der OECD Webseite verfügbar unter:
www.oecd.org/els/employmentoutlook

 

 

 

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