Direction de l’éducation et des compétences

Autonomie von Schulen bei Entscheidungen zur Gestaltung des Unterrichts nimmt laut OECD Studie zu

 

14/09/2004 - Die Dezentralisierung von Entscheidungskompetenzen in den Schulen nimmt zu, weil die Bildungssysteme der OECD-Länder von der Zentralisierung der Zuständigkeiten, die auf Regierungserlässen beruht, abrücken und sich an die Erfordernisse der modernen Wissensgesellschaft anpassen, so die Erkenntnis einer neuen OECD Studie.

Bildung auf einen Blick 2004, das jährlich erscheinende OECD Kompendium zu Bildungsstatistiken zeigt, dass Entscheidungen zur Unterrichtsorganisation in allen OECD-Ländern überwiegend auf Schulebene und nicht von lokalen, regionalen oder nationalen Bildungsbehörden getroffen werden.

Dagegen fallen Entscheidungen zu strukturellen und Planungsangelegenheiten überwiegend in den Kompetenzbereich eher zentraler Regierungsebenen. Bei den Entscheidungen über Personalangelegenheiten und die Verteilung und Nutzung von Ressourcen ist das Bild heterogener. Im Durchschnitt werden heute ungefähr die Hälfte aller Entscheidungen, die den unteren Sekundarbereich betreffen, auf Schulebene getroffen; das ist erheblich mehr als noch vor 5 Jahren, so die Studie Bildung auf einen Blick.

Dieser Trend ist signifikant, weil er zeigt, wie Schulbehörden auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene in 17 Ländern mit vergleichbaren Daten auf die Anforderungen nach einer Effizienzsteigerung, mehr Verantwortung für Kommunen, Förderung von Innovationen und Qualitätsverbesserungen reagieren (Tabelle D6.6).

Bildung auf einen Blick liefert auch eine vergleichende Bewertung des Lernumfelds von Schülern und der Arbeitsbedingungen von Lehrern. Zwischen 1996 und 2002 sind die Lehrergehälter in praktisch allen Ländern real angestiegen, wobei der größte Anstieg in Mexiko und Ungarn zu verzeichnen war. In Spanien kam es im gleichen Zeitraum zu einem realen Rückgang der Gehälter im Primar- und Sekundarbereich II (Tabelle D3.3).

Bei Gehaltserhöhungen unterscheiden die Länder zwischen neu eingestellten Lehrern und Lehrern mit Berufserfahrung. In Australien, Dänemark, England, Finnland und Schottland sind die Anfangsgehälter schneller gestiegen als die mittleren oder die Höchstgehälter, was auf das Bemühen hindeutet, in diesen Ländern neue Lehrer für den Beruf zu gewinnen. Im Gegensatz dazu liegt in Japan und Portugal das politische Augenmerk stärker auf dem Halten bereits aktiver Lehrer als auf der Gewinnung neuer Lehrkräfte (Tabelle D3.3).

Vergleiche von Lehrergehältern müssen immer im Zusammenhang mit den Unterschieden bei der Arbeitszeit und Unterrichtszeit der Lehrer gesehen werden. Im Sekundarbereich I reicht die Spannweite der Unterrichtszeit eines Lehrers pro Jahr von 513 Stunden in Japan bis zu 1167 Stunden in Mexiko. Setzt man die Anzahl der Unterrichtsstunden in Beziehung zum gesetzlich bzw. vertraglich vereinbarten Lehrergehalt, dann zeigt sich, dass das Gehalt je Unterrichtsstunde in Japan und Korea am höchsten (über 80 US-Dollar pro Unterrichtsstunde im Sekundarbereich I) und in der Slowakischen Republik am niedrigsten (10 US-Dollar pro Unterrichtsstunde) ist. In den Vereinigten Staaten, wo die Gehälter aber auch die Anzahl der Unterrichtsstunden hoch sind, liegt das Verhältnis Gehalt je Unterrichtsstunde mit 38 US-Dollar pro Unterrichtsstunde unter dem Durchschnitt (Tabelle D3.1 und D4.1).

Die Statistiken in Bildung auf einen Blick bilden die Grundlage für politische Debatten und Entscheidungen in den am meisten entwickelten Ländern der Welt. Bei der Planung der Ausgaben für den Unterricht haben die Länder die Wahl, Lehrer besser zu bezahlen aber dafür weniger von ihnen zu beschäftigen, was zu höheren Schüler/Lehrkräfte-Verhältnissen führt. Andere Faktoren beeinflussen diese Relation ebenfalls, aber OECD Zahlen zeigen, dass die Lehrergehälter in Deutschland, Japan und Korea zu den höchsten in den OECD-Ländern gehören, während die Schüler/Lehrer-Relationen in diesen Ländern(16, 16 und 21 Schüler pro Lehrer) weit über dem Durchschnitt der berichtenden Länder liegen (Tabellen D3.1 und D2.2).

Weitere Themen, mit denen sich die Publikation befasst, sind z.B. die in Bildung investierten Finanz- und Humanressourcen, Bildungszugang, Bildungsbeteiligung und Bildungserwartung, Unterrichtszeit nach Fächern, Kriterien für die Aufnahme und Klassenzuweisung von Schülern, Klassengröße sowie Lernbedingungen von Schülern.

Bildung auf einen Blick steht Journalisten auf der passwortgeschützten OECD Webseite zur Verfügung. Die OECD Pressestelle steht Journalisten für weitere Informationen zur Verfügung (Tel: 0033 1 4524 9700).

Weitere Informationen zum Bericht finden Sie auf der OECD Webseite unter:
www.oecd.org/edu/eag2004

 

 

 

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