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Handel, Innovation und Wachstum

 

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Fact Sheets zum Freihandel

Welche Verbindung besteht zwischen Handel, Innovation und Wachstum?

Handel und Liberalisierung des Handels stimulieren die Innovation direkt und tragen so zum Wirtschaftswachstum bei.

Handel steigert den Wettbewerb und damit den Anreiz und manchmal auch die Mittel zur Innovation. Schärferer Wettbewerb hat eine beeindruckende Auswirkung auf die Produktivität in Ländern, die weit entfernt von der Technologiegrenze liegen.

Ein stärker wettbewerbsorientiertes Umfeld im australischen Kfz- und Schiffsbau – im ersten Fall über niedrigere Importschranken und im zweiten über den Abbau von Subventionen – führten zu Innovation und höherer Produktivität. Im Schiffbau betraf die Innovation vor allem die Umstellung von Stahl auf Verbundstoffe. In der Automobilindustrie spielte die Einführung des Just-in-time-Managements eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der Effizienz.

Weniger staatliche Hilfen und niedrigere Schutzzölle veranlassten die neuseeländischen Landwirte, neue Technologien einzuführen und die Produktivität zu verbessern. Die Innovationen betrafen landwirtschaftliche Technologien, Tiergenetik, Softwareanwendungen, den ländlichen Fremdenverkehr und Biochemieunternehmen. Neuseeland reagierte schneller auf die Wünsche ausländischer Kunden und förderte so auch die Innovation: gekühltes Fleisch, fettarmes Lammfleisch und neue Milchprodukte.

Wenn der Handel auch Direktinvestitionen aus dem Ausland oder die Bewegung qualifizierter Arbeitskräfte betrifft, dann unterstützt er wahrscheinlich gleichzeitig den Technologie- und Know-how-Transfer und damit wieder die Innovation.

Die Entwicklung der Schnittblumenindustrie in Kenia wurde von den Technologien gefördert, die durch die Direktinvestitionen aus Holland ins Land kamen.

Als die Vereinigten Staaten die Anzahl der Personen um 10 Prozent erhöhte, die im Rahmen des H-1B-Visaprogramms einwandern durften, stieg die Anzahl der angemeldeten Patente durch die Immigration von Wissenschaftlern um 2 Prozent.

Neben dem direkten Beitrag des Technologie-Transfers gibt es auch einen indirekten, da der Handel die Preise und damit die Kosten besserer Technologien senkt.

Durch den Handel können Unternehmen Skaleneffekte nutzen. Unternehmen, die sowohl in- als auch ausländische Märkte bedienen, können ihre F&E-Investitionen über hohe Absatzmengen leichter wieder hereinbringen als Unternehmen, die nur für den Binnenmarkt erzeugen. Unternehmen, die dem Handel ausgesetzt sind, können auf der Basis ihrer Kernbereiche auch schneller neue Gelegenheiten identifizieren.

Die Textil- und Bekleidungsindustrie von Sri Lanka expandierte nach Indien, um von dem größeren Absatzpotenzial zu profitieren. Die Firma Nokia musste außerhalb des kleinen Finnlands Fuß fassen und neue Märkte erschließen, um der globale Anbieter zu werden, der sie heute ist.

Handel und Handelsreformen können den Handel innerhalb der Wirtschaftszweige und die Globalisierung der Wertschöpfungsketten auf mehrere Weisen fördern: durch die Unterstützung harmonisierter internationaler technische Standards, an denen sich Unternehmen in fragmentierten Wertschöpfungsketten halten müssen, die Lösung des Problems, dass restriktive Regeln bezüglich der Herkunftslandes (die sicherstellen sollen, dass nur Partner bilateraler oder regionaler Abkommen bevorzugt werden)  besonders kosteneffiziente Anbieter innerhalb der Kette benachteiligen, und die Förderung von Maßnahmen, die den Handel erleichtern, damit Anbieter schnell auf Entwicklungen am unteren Ende der Wertschöpfungskette reagieren können.

Die Globalisierung der Wertschöpfungsketten kann zu höherer Spezialisierung und Effizienz führen.In den letzten 25 Jahren wuchs der Anteil des Handels mit Zwischenerzeugnissen am regionalen Handel in Ostasien von 42 auf 60 Prozent und damit viel schneller als der Handel mit Rohstoffen (9 Prozent) oder Enderzeugnissen.


Der Schutz geistigen Eigentums kurbelt die Innovation an, aber behindert den Transfer der Innovationen. Das WTO-Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) bestimmt Mindestanforderungen für den Schutz geistigen Eigentums als Teil des multilateralen Handelssystems. Es gibt noch keinen Konsens in Bezug auf einen angemessenen Schutz, der über die TRIPS-Mindestanforderungen hinausgeht, aber es wird allgemein anerkannt, dass ein ausgewogenes System zum Schutz des geistigen Eigentums erforderlich ist, um ein Versagen des Marktes auszuschließen. Unbeschränkte Nachahmung könnte den privaten Nutzen der Innovation zugunsten des öffentlichen so schmälern, dass das Angebot an Innovationen mit der Zeit immer stärker abnimmt.

Jüngste Analysen deuten auf eine positive Verbindung zwischen dem Schutz des geistigen Eigentums und einem erhöhtem Transfer von technologieintensiven Gütern, Dienstleistungen und Kapital in Entwicklungsländer. Demnach führt eine Stärkung des Patentschutzes um 1 Prozent in Entwicklungsländern zu einem Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen um 1,6 Prozent. Schließlich weisen die Forschungsergebnisse auch auf eine starke positive Verbindung zwischen Patentschutz und Innovation in Entwicklungsländern.

 

Zusammenfassung …

 

Die Verbindungen zwischen Handel und Innovation hängen nicht nur von den institutionellen Gegebenheiten ab, sondern auch von dem weiteren wirtschaftlichen Umfeld.  Handel kann nur dann zu blühender Innovation führen, wenn der allgemeine politische Rahmen den Wandel und die Veränderung der bestehenden Produkte und Verfahren fördert.

Zu den wesentlichen Bedingungen für erfolgreiche Innovation zählen ein robustes makroökonomisches Umfeld, gesunde Wettbewerbskultur, wirksame Gesetze, gut ausgebildete Arbeitskräfte und ein funktionierendes Schutzsystem für geistiges Eigentum. Auch die Unternehmen müssen bereits sein, sich zu ändern und die neuen Gelegenheiten zu ergreifen.

Weitere Informationen:


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 Warum offene Märkte wichtig sind… und Protektionismus keine Lösung ist

 

 

 

 

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