Directorate for Employment, Labour and Social Affairs

Steigende Gesundheitsausgaben in den meisten OECD-Ländern USA übertrifft bei weitem alle anderen OECD-Länder

 

03/06/2004 - Die Ausgaben für die Gesundheit und das Gesundheitswesen sind in den meisten OECD-Ländern in den letzten 5 Jahren dramatisch angestiegen. Bedingt durch das geringere Wirtschaftswachstum hat sich der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt von durchschnittlich 7,8 % im Jahr 1997 auf 8,5 % im Jahr 2002 erhöht. Das steht in scharfem Kontrast zum Zeitraum 1992-1997, als der Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP nahezu unverändert blieb.

Die OECD Gesundheitsdaten 2004, die umfassendste Quelle für vergleichbare Statistiken über den Gesundheitszustand der Bevölkerung und die Gesundheitssysteme in den 30 OECD-Mitgliedsländern, machten deutlich, dass die US-Gesundheitsausgaben - von 13 % im Jahr 1997 auf 14,6 % im Jahr 2002 - 2,3 mal schneller als das BIP gestiegen sind. In den anderen OECD-Ländern wuchsen die Gesundheitsausgaben 1,7mal schneller als das BIP. In den Vereinigten Staaten wurden im Jahr 2002 pro Kopf 5267 US $ für die Gesundheit aufgewendet, das sind fast 140 % mehr als der OECD-Durchschnitt von 2144 US $ und ungefähr zehnmal mehr als in Mexiko und der Türkei, die 553 US $ bzw. 446 US $ ausgegeben haben.

Dieses Wachstum bei den Gesundheitsausgaben ist teilweise auf eine ausgabenfreudigere Politik in einigen Ländern wie z.B. Großbritannien und Kanada zurückzuführen, die erkannt hatten, dass die Kostendämpfung Mitte der neunziger Jahre die Qualität ihrer Gesundheitssysteme über Gebühr belastet hatte. Alle OECD-Regierungen sind erheblich unter Druck, die Qualität der Gesundheitsversorgung bei geringerem Wirtschaftswachstum zu gewährleisten, weil die öffentliche Hand in den meisten Ländern den Großteil der Gesundheitsausgaben finanziert. Der Anteil der öffentlichen Ausgaben an den Gesundheitsausgaben insgesamt nahm in einigen Ländern wie Italien und der Schweiz leicht zu, blieb aber in den meisten Ländern in den letzten Jahren nahezu unverändert - er belief sich im Durchschnitt aller OECD-Länder auf 72,3 % der gesamten Gesundheitsausgaben im Jahr 1997 und auf 73.1 % im Jahr 2002.

Hauptverantwortlich für das Wachstum der Gesundheitshausgaben waren u. a. der rasche Fortschritt bei den medizinischen Technologien, die immer älter werdende Bevölkerung und die steigenden öffentlichen Erwartungen, wobei vor allem die Ausgaben für Pharmazeutika bemerkenswert hoch waren. Zwischen 1992 und 2002 wuchsen die Ausgaben für Medikamente pro Jahr im Durchschnitt 1,3 mal schneller als die gesamten Gesundheitsausgaben und stiegen 2002 auf zwischen 9 und 37 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben in den OECD-Ländern.

Trotz der wachsenden Bedeutung präventiver Maßnahmen beliefen sich die durchschnittlichen Ausgaben der OECD-Länder für öffentliche und private Präventionsprogramme auf lediglich 2,8 % der gesamten Gesundheitsausgaben.

Wie viele Ärzte und Pflegepersonal sind erforderlich, um eine angemessene Gesundheitsversorgung zu gewährleisten?

Der gegenwärtige und potenziell zukünftige Personalmangel im Gesundheitssektor und seine möglichen negativen Auswirkungen auf die Qualität und den rechtzeitigen Zugang zur Gesundheitsversorgung bereitet immer mehr OECD-Ländern große Sorge.

Die OECD Gesundheitsdaten 2004 zeigen, dass die Anzahl der Ärzte und Krankenschwestern pro Kopf zwischen den Ländern beträchtlich variiert. Die Anzahl der praktizierenden Ärzte schwankt zwischen weniger als 2 Ärzte pro Tausend Einwohner in Korea, Mexiko und der Türkei und mehr als 4 in Griechenland und Italien. Bei Krankenschwestern ist die Schwankungsbreite noch ausgeprägter. Im Rahmen der Bemühungen, die Anzahl der praktizierenden Ärzte und Krankenschwestern zu erhöhen, versuchten einige Länder wie Australien, Großbritannien und Norwegen, durch Gegenmaßnahmen wie z.B. die Ausbildung von mehr Ärzten, das Anwerben von Arbeitskräften aus dem Ausland oder die Ermutigung gut ausgebildeter Fachkräfte, mittels einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und/oder Gehaltserhöhungen längerfristig im Gesundheitswesen zu verbleiben, dem drohenden Personalmangel im Gesundheitswesen zu begegnen. Es wird jedoch einige Jahre dauern, bis diese Maßnahmen wirken und die erhofften Ergebnisse zeitigen.

Die Anzahl der praktischen Ärzte und Krankenschwestern pro Kopf, die notwendig ist um eine angemessene Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, kann nicht nach einem bestimmten Schlüssel im Verhältnis zur Bevölkerung festgelegt werden, da auch andere Faktoren wie die Produktivität der Ärzte berücksichtigt werden müssen. Es aber gibt Anzeichen, dass weniger Ärzte pro Kopf zu längeren Wartezeiten bei elektiver Chirurgie führen. Das Verhältnis Ärzte zu Krankenschwestern variiert zwischen den OECD-Ländern ebenfalls beträchtlich und wirft Fragen auf im Hinblick auf einen optimalen Verteilung der Aufgaben zwischen Ärzten und Krankenschwestern bei der Gesundheitsversorgung. In einigen Ländern haben qualifizierte Krankenschwestern Funktionen übernommen, die traditionell Ärzten vorbehalten waren, ohne dass es zu wesentlichen Veränderungen bei der Versorgungsqualität gekommen ist. So leisten z.B. immer mehr Krankenschwestern in einigen Bundesstaaten der USA Gesundheitsdienste wie z.B. Routineuntersuchungen und gynäkologische Untersuchungen, die auch von Hausärzten durchgeführt werden.

Übergewicht und Fettleibigkeitsprobleme - ein wachsendes Problem in den OECD-Ländern

Die Anzahl an übergewichtigen und an Fettleibigkeit leidenden Menschen ist in den letzten zwei Jahrzehnten auf Grund schlechter Ernährungsgewohnheiten und mangelnder körperlicher Aktivitäten angestiegen. Fettleibigkeit ist ein allseits anerkannter Risikofaktor für Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Herzkrankheiten (Infarkte etc.), Atemwegserkrankungen (Asthma) und muskuläre Erkrankungen (Arthritis). In einigen OECD-Ländern werden derzeit mehr als 50 % der Erwachsenen als übergewichtig oder fettleibig (Body Mass Index über 25) eingestuft. Die USA hat den größten Anteil an Erwachsenen, die als übergewichtig oder fettleibig betrachtet werden (34 % gelten als übergewichtig und weitere 31 % als fettleibig in den Jahren 1999-2000), gefolgt von Mexiko, Großbritannien und Australien.

Die Datenbank OECD Gesundheitsdaten 2004 ist auf CD-ROM verfügbar, und zwar in einer Einzelnutzer- sowie in einer Netzwerkversion in den Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch und erstmals auch in Italienisch und Russisch. Die OECD Gesundheitsdaten sind ein wichtiges Hilfsmittel, das den Gesundheitspolitikern und -ökonomen in Regierungen, dem privaten Sektor und den Universitäten die Durchführung vergleichender Analysen ermöglicht und entsprechende Schlussfolgerungen aus den grenzüberschreitenden Vergleichen der nationalen Gesundheitssysteme ermöglicht. Diese dreizehnte Ausgabe enthält mehr als 1200 deskriptive Statistiken und Indikatoren. Die Zeitreihen mit den wichtigsten Indikatoren erstrecken sich auf die Periode 1970 bis 2001/2002, wobei viele Zeitreihen bis 1960 zurückreichen. Eine ausführliche Dokumentation zu Definitionen, nationale Quellen und Schätzmethoden für jedes Land ist ebenfalls in der Datenbank enthalten. Daten- und Softwareaktualisierungen sowie technische Hilfe bei Installationsproblemen sind via Internet verfügbar über www.oecd.org/health/healthdata

Journalisten können ein Freiexemplar der CD-ROM von der OECD Pressestelle (Tel: + 33 1 4524 97 00) anfordern. Die Datenbank OECD Gesundheitsdaten ist ein gemeinsames Produkt der OECD und IRDES.

 

 

 

 

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