Directorate for Employment, Labour and Social Affairs

Pressemitteilung Zum Abschluss Der Tagung Der Gesundheitsminister, Paris, 13.-14. Mai 2004 - Auf Dem Weg Zu Leistungsstarken Gesundheitssystemen

 

14/05/2004 – Die Gesundheitsminister der OECD-Länder kamen am 13. und 14. Mai 2004 zu ihrer ersten Tagung bei der OECD zusammen. Bei diesem Treffen wurden die Ergebnisse des über drei Jahre laufenden OECD-Gesundheitsprojekts erörtert, in dessen Rahmen Mittel und Wege zur Leistungsverbesserung der Gesundheitssysteme in den OECD-Ländern untersucht wurden. Den Vorsitz der Tagung führte der mexikanische Gesundheitsminister Dr. Julio Frenk. Ihm standen Mihaly Kökény, Minister für Gesundheit, Soziales und Familie, Ungarn, sowie Tommy G. Thompson, Minister für Gesundheit und Soziales, Vereinigte Staaten, als stellvertretende Vorsitzende zur Seite. Die Minister hatten ferner Gelegenheit zu einer Diskussion mit den Wirtschafts- und Finanzministern über das Thema Finanzierung der Gesundheitssysteme. Es fanden auch Konsultationen des Beratenden Ausschusses der Wirtschaft bei der OECD (BIAC) und des Gewerkschaftlichen Beratungsausschusses bei der OECD (TUAC) mit den Ministern statt.

WICHTIGSTE SCHLUSSFOLGERUNGEN DER TAGUNG

Wir sind insgesamt zu folgenden Schlussfolgerungen gelangt:

·         Die OECD-Länder haben in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Gebiet des Gesundheitswesens große Fortschritte erzielt, insbesondere auch in Bezug auf die Verlängerung der Lebenserwartung (so hat beispielsweise ein 2000 in einem OECD-Land geborenes Kind eine um neun Jahre höhere Lebenserwartung als ein 1960 geborenes Kind);

·         alle OECD-Länder sind mit Herausforderungen im Hinblick auf die finanzielle Tragfähigkeit und die Effizienz ihrer Gesundheitssysteme sowie in Bezug auf die Frage konfrontiert, wie eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle gewährleistet werden kann (der durchschnittliche BIP-Anteil der Gesundheitsausgaben in den OECD-Ländern lag 1970 bei knapp 5% und beträgt heute, bei steigender Tendenz, nahezu 9%);

·         das OECD-Gesundheitsprojekt hat gezeigt, dass internationale Vergleiche von Gesundheitssystemen viel über effiziente und ineffiziente Maßnahmen der Gesundheitspolitik aussagen können;

·         auf Grund der in den einzelnen Ländern unterschiedlichen Werte, Traditionen und Institutionen gibt es jedoch kein Gesundheitssystem, das in allen Fällen als ideal anzusehen wäre.

Die OECD-Mitgliedsländer sollten, gegebenenfalls unter Berücksichtigung der je nach Land unterschiedlichen Gegebenheiten:

a)            die bisherigen Erfolge bei der Verbesserung der Lebenserwartung und des Gesundheitszustands konsolidieren, indem sie unter Einsatz der jeweils kostengünstigsten Mittel eine qualitativ optimale Gesundheitsversorgung ihrer Bürger sicherstellen;
b)            angesichts der zunehmenden Gesundheitsrisiken, wie Fettleibigkeit, Tabak-, Alkohol- und Medikamentenmissbrauch, psychische Störungen und Verkehrsunfälle, Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Krankheiten sowie zur Förderung eines gesunden Lebensstils Priorität einräumen;
c)            die in Bezug auf Gesundheit und Zugang zur Gesundheitsversorgung in den OECD-Ländern fortbestehenden Unterschiede verringern;
d)            die finanzielle Tragfähigkeit ihrer Gesundheitssysteme weiter gewährleisten; soweit die private Krankenversicherung ebenfalls eine Rolle bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe spielen soll, bedarf es eines gut konzipierten Regulierungsrahmens für deren weitere Entwicklung;
e)            auf die Verwirklichung der Produktivitätsgewinne hinarbeiten, die als Beitrag zur finanziellen Tragfähigkeit und zur qualitativen Verbesserung der Gesundheitsleistungen unerlässlich sind;
f)             verstärkte Anstrengungen unternehmen, um die Industrie zu ermutigen, Innovationen zu entwickeln, die dem effektiven Bedarf im Gesundheitssektor Rechnung tragen und finanziell erschwinglich sind;
g)            gewährleisten, dass Langzeitpflegeleistungen von Qualität und Wahlmöglichkeiten her den Anforderungen gerecht werden und zugleich finanziell tragbar sind;
h)            hinreichend in Humanressourcen und ihre berufliche Entwicklung investieren, um der künftigen Nachfrage nach Gesundheitsleistungen gerecht werden zu können.

KÜNFTIGE ARBEITEN DER OECD IM GESUNDHEITSSEKTOR

Wir danken der OECD für ihre Untersuchungen über Gesundheitsstatistiken und ‑politik im Rahmen des Gesundheitsprojekts und begrüßen die enge Zusammenarbeit, die sich zwischen der OECD und anderen internationalen Organisationen, insbesondere der WHO, entwickelt hat. Ferner begrüßen wir die Arbeiten auf dem Gebiet der Biotechnologie und sonstiger Gesundheitstechnologien, die von unseren Kollegen aus den Wissenschaftsressorts auf der Ministertagung des OECD-Ausschusses für Wissenschafts- und Technologiepolitik am 29. und 30. Januar 2004 in Paris erörtert wurden.

Auf internationaler Ebene weisen die Gesundheitsstatistiken und ‑analysen gleichwohl noch immer viele Lücken auf. Wir begrüßen die Aussicht auf verstärkte Arbeiten der OECD zu Gesundheitsfragen als Beitrag zur Schließung dieser Lücken, denn die Organisation bringt als zentrales Forum besonders gute Voraussetzungen für die Erstellung internationaler Vergleiche und wirtschaftlicher Analysen von Gesundheitssystemen mit. Vorbehaltlich der Bereitstellung hinreichender Mittel aus dem ordentlichen Haushalt der OECD wie auch aus Sonderfonds sollte ein künftiges Arbeitsprogramm der OECD im Gesundheitsbereich folgende Aspekte beinhalten:

i.             Weitere Bemühungen um Verbesserung und erhöhte Zuverlässigkeit der jährlich veröffentlichten OECD-Gesundheitsdaten unter Einbeziehung der Genderdimension sowie ihrer Verbreitung in elektronischer und gedruckter Form. Zu diesem Zweck werden die nationalen Behörden unserer Länder weiter mit dem OECD-Sekretariat zusammenarbeiten, um zu gewährleisten, dass die Datenbank nicht nur präzise und dem neuesten Stand entsprechende Informationen enthält, sondern auch auf die statistischen Systeme der WHO und anderer internationaler Organisationen abgestimmt ist.
ii.            Zusammenarbeit mit den jeweiligen nationalen Behörden bei der Gesundheitsausgabenrechnung, um zu gewährleisten, dass die allen internationalen Organisationen übermittelten Daten auf einheitlichen Grundsätzen der Gesundheitsausgabenrechnung beruhen.
iii.           Entwicklung von Qualitätsindikatoren für die Gesundheitsversorgung wie auch von Indikatoren für andere Aspekte der Leistungsfähigkeit von Gesundheitssystemen in Zusammenarbeit mit nationalen Experten. Sobald ein Konsens
über einen wissenschaftlich fundierten Katalog verlässlicher Indikatoren erreicht ist, sollten wir uns darum bemühen, die von den verschiedenen Akteuren und Verwaltungsebenen unternommenen Anstrengungen zu koordinieren, damit die Daten nach einheitlichen Kriterien zur Verfügung gestellt werden.
IV.    Ermittlung von Themenkomplexen, die nach Ansicht der OECD-Länder wesentlich sind. So könnten beispielsweise Untersuchungen in folgenden Bereichen durchgeführt werden: Effizienz in Krankenhäusern, möglichst kostengünstige Erbringung grundlegender Gesundheitsleistungen, Trends in Bezug auf gesundheitliche Behinderungen und Kosten der Gesundheitsversorgung älterer Bevölkerungsgruppen, wirtschaftliche Aspekte der Präventivmedizin bei nicht ansteckenden Krankheiten sowie Maßnahmen zur Entwicklung innovativer Gesundheitstechnologien.
V.
Wir empfehlen, dass sich der Rat der OECD mit der Frage befasst, ob das oben skizzierte künftige Arbeitsprogramm der OECD im Gesundheitsbereich die Einrichtung eines permanenten Organs rechtfertigt, das diese Arbeiten überwacht und den Rat der OECD mit Empfehlungen zur Prioritätensetzung unterstützt. Ein solches Organ könnte die verschiedenen Direktionen der Organisation generell bei Arbeiten zu Gesundheitsfragen beraten.

Nähere Informationen zur Gesundheitsministertagung finden Sie unter www.oecd.org/healthmin2004.

 

 

 

 

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