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OECD Bericht warnt vor drohendem Lehrermangel in den OECD Ländern

 

16/09/2003 - Der Lehrkräftemangel kann für viele OECD Länder in den kommenden Jahren zu einem Problem werden, da die Schüleranzahl steigt, während ältere Lehrer aus dem Schuldienst ausscheiden und nicht genug junge Leute in den Lehrberuf einsteigen, so eine der Kernaussagen der diesjährigen Ausgabe der OECD Studie Bildung auf einen Blick.

In 15 von 19 OECD Ländern, für die Daten verfügbar sind, ist die Mehrzahl der Lehrer im Primarbereich mindestens 40 Jahre alt, stellt der Bericht fest. In Deutschland und Italien sind fast fünfzig Prozent der Lehrer im Sekundarbereich älter als 50 Jahre und in Schweden, Island, den Niederlanden, Norwegen, Finnland und Neuseeland ist noch mehr als ein Drittel der Lehrerschaft älter als 50 Jahre.

Diese Länder werden große Probleme bei der Einstellung neuer Lehrer bekommen, um einen zukünftigen Lehrkräftemangel zu vermeiden. Im Vergleich zu 1998 hat der durchschnittliche Anteil von Lehrern im Alter von 50 Jahren und älter im Sekundarbereich um 1,8 Prozentpunkte zugenommen. In Finnland, Deutschland, Irland und dem Vereinigten Königreich stieg dieser Anteil sogar um mehr als 4 Prozentpunkte, wie das internationale OECD Kompendium vergleichender Bildungsstatistiken zeigt.

Die Statistiken von Bildung auf einen Blick liefern die Grundlagen für politische Debatten und Entscheidungen in den am meisten entwickelten Ländern der Welt. In diesem Jahr betont der Bericht die Befürchtungen, dass es in Zukunft zu wenig Lehrer geben könnte.

"In vielen Ländern gibt die demografische Entwicklung bei den Lehrern immer mehr Anlass zu ernster Sorge, insbesondere in denjenigen Ländern, die eine weitere Zunahme der Schülerzahlen erwarten. Sicherzustellen, dass es genügend ausgebildete Lehrer gibt, um alle Kinder zu unterrichten, ist ein wichtiges politisches Anliegen."

Ein Vergleich zwischen dem Index der Veränderung der Lehrergehälter zwischen 1996 und 2001 und dem des BIP pro Kopf, das als allgemeingültiger Wohlstandsindikator gilt, zeigt, dass die Lehrergehälter in der Tschechischen Republik, Italien, Japan, Mexiko und Neuseeland schneller angestiegen sind als das BIP pro Kopf. In den meisten Ländern sind sie jedoch langsamer angestiegen als das BIP pro Kopf und in einigen Ländern sind sie sogar zurückgegangen.

Eine Erhebung in 14 OECD Ländern zeigt, dass zu Beginn des Schuljahres 2001/2002 im Sekundarbereich II im Durchschnitt rund 12 % der Lehrerstellen (Vollzeitäquivalente) unbesetzt waren. Darüber hinaus liegt der Anteil der nicht voll qualifizierten Vollzeitlehrer in diesen Staaten im Mittel bei 14 % und der entsprechende Anteil der Teilzeitlehrer sogar bei 31 %. Im Sekundarbereich II herrscht der größte Lehrermangel in den Fächern Informatik, Mathematik, Fremdsprachen, Naturwissenschaften und Technik.

Die Autonomie von Schulen bei der Auswahl des Lehrpersonals variiert von Land zu Land erheblich. In Belgien (flämischer Teil), Dänemark, Ungarn, Norwegen und Schweden unterliegt die Einstellung von neuen Lehrern in der Sekundarstufe II im Wesentlichen der Verantwortung der Schule. In Italien, Portugal und Spanien sind dagegen nur ein Viertel oder weniger der Schüler in Schulen, an denen selbst über die Einstellung der Lehrer entschieden wird.

Ein anderer Faktor, der die Qualität und Leistungsfähigkeit des Bildungswesens beeinflusst, ist die Verfügbarkeit und Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Während 1990 die meisten Schulen im Sekundarschulbereich noch kein Schulcomputersystem für Unterrichtszwecke besaßen, hat heute fast jede Schule ein solches System mit Internet und e-mail Zugang. Die Einführung der neuen Technologien in Schulen hat sich in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich gestaltet und die Präsenz von Computern garantiert noch keineswegs deren sinnvolle Nutzung. In den 14 erfassten Ländern besuchen im Durchschnitt 63 % der Schüler des Sekundarbereichs II eine Schule, deren Schulleiter mangelnde Kenntnisse und Fähigkeiten der Lehrer als Hindernis für die erfolgreich Einführung von IKT nennt, und dieses Problem war in Frankreich und Norwegen am größten.

In der Regel besucht ein Schüler des Sekundarbereichs II typischerweise eine Schule, an der sich 9 Schüler einen Computer teilen. Diese Zahl variiert sehr stark zwischen den einzelnen Ländern, von 3 Schülern pro Computer in Dänemark und Schweden bis zu mehr als 15 Schüler pro Computer in Mexiko und Spanien.

Die Klassengröße im Primarbereich variiert in den OECD Ländern weiterhin erheblich und reicht von 36 Schülern pro Klasse in Korea bis zu weniger als 18 in Griechenland, Island und Luxemburg. Die durchschnittliche jährliche Zahl der Unterrichtsstunden an öffentlichen Schulen des Primarbereichs reicht von 1139 Stunden in den USA und fast 1000 Stunden in Neuseeland bis zu 660 Stunden oder weniger in der Tschechischen Republik, Dänemark, Finnland, Island, Japan, der Slowakischen Republik und der Türkei.

Eine andere Frage, mit der sich die diesjährige Ausgabe von Bildung auf einen Blick intensiv auseinandersetzt, sind die geschlechtsspezifischen Veränderungen beim Bildungsstand und den Bildungsergebnissen. Die neunziger Jahre waren das Jahrzehnt, als die Frauen ihren Rückstand in vielen Bildungsbereichen aufgeholt und dann die Männer sogar überholt haben. In den meisten OECD Ländern schließen heute mehr Frauen als Männer ein Erststudium an der Universität ab. Nur in drei Staaten (Japan, die Schweiz und die Türkei) erzielen mehr Männer als Frauen einen solchen Abschluss. In der Vergangenheit hatten Männer einen deutlich besseren Bildungszugang und somit bessere Chancen auf Bildungsbeteiligung. Selbst 1990 erzielten noch in der Hälfte der Mitgliedsländer mit vergleichbaren Daten mehr Männer als Frauen Universitätsabschlüsse.

Die Unterschiede zwischen jungen Frauen und Männern in Bezug auf die Ausbildungs- und Karrierewahl bestehen jedoch weiterhin - Männer bevorzugen nach wie vor Physik, Mathematik und die Ingenieurswissenschaften, während sich Frauen häufig in den Sozial- und Gesundheitswissenschaften sowie in Pädagogik einschreiben. In den Geisteswissenschaften (Kunst, Erziehung, Gesundheit und Soziales) sind im Durchschnitt mehr als zwei Drittel der Hochschulabsolventen Frauen, während diese in den Fächern Mathematik und Informatik weniger als ein Drittel und in den Ingenieurwissenschaften und im Maschinenbau sogar weniger als ein Viertel ausmachen. Darüber hinaus besteht bei Männern eine höhere Wahrscheinlichkeit, Zugang zu speziellen Forschungsqualifikationen wie z.B. dem Doktortitel zu erhalten.

In jedem der 43 Länder, die an der OECD Schulleistungsstudie PISA teilnahmen, zeigte sich, dass die 15-jährigen Mädchen bei der Lesekompetenz deutlich vor den gleichaltrigen Jungen liegen. In Mathematik haben die 15-jährigen Jungen in ungefähr der Hälfte der Länder einen leichten Vorsprung vor den gleichaltrigen Mädchen, in den Naturwissenschaften sind die Unterschiede jedoch weniger deutlich und nicht so einheitlich. Gemäß einer neuen Analyse der PISA Daten scheinen 15-jährige Mädchen höhere Erwartungen an ihre zukünftigen Berufe zu haben als die Jungen. Betrachtet man die Berufserwartungen der derzeitigen Hochschulabsolventen, dann tendieren Studenten viel mehr zu Berufen im Zusammenhang mit Physik, Mathematik und Ingenieurwesen (im Durchschnitt 18 % der Studenten im Vergleich zu 5 % der Studentinnen), während Studentinnen dagegen viel häufiger erwarten, in Berufen im Bereich Biowissenschaften oder Gesundheitswesen tätig zu werden (im Durchschnitt 20 % der Studentinnen im Vergleich zu 7 % der Studenten).

Die OECD Studie Bildung auf einen Blick 2003 steht den Journalisten auf der passwortgeschützten OECD Webseite zur Verfügung; andere Interessenten können sie über die OECD Onlinebuchhandlung bestellen. Die OECD Pressestelle (Tel: 0033 1 4524 9700) steht Journalisten für weitere Informationen zur Verfügung.

 

 

 

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