OECD Bericht beleuchtet Problematik der Schulunzufriedenheit von Schülern

Absentismus und negative Einstellung zur Schule stellen große Herausforderungen für Lehrer und Politiker dar, so das Fazit eines neuen OECD Berichts, der auf Daten von 42 Ländern beruht.

Während die meisten 15-Jährigen in diesen Ländern regelmäßig die Klassen besuchen und die Schule als Ort bezeichnen, an dem sie sich dazugehörig fühlen, zeigt der Bericht, dass sich im OECD-Mittel jeder vierte Schüler in der Schule unwohl fühlt und jeder fünfte Schüler bestätigte, der Schule regelmäßig fern zu bleiben. Diese Erkenntnisse werfen wichtige Fragen für die Bildungspolitiker auf, weil die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass unzufriedene Schüler ihr volles Potenzial in der Schule nicht erreichen und im späteren Erwachsenenleben weiterhin Schwierigkeiten haben werden. Darüber hinaus legen sie oft ein störendes Verhalten in den Klassen an den Tag und üben auf andere Schüler einen negativen Einfluss aus.

Student engagement at school - a sense of belonging and participation enthüllt auch beträchtliche Unterschiede bei der Fähigkeit verschiedener Schulen, ihre Schüler zu beteiligen und zu motivieren. So gibt es z.B. in Belgien einige Schulen, in denen mehr als ein Drittel der Schüler dem Unterricht fernbleiben, während in anderen Schulen wiederum lediglich 4 % in diese Kategorie fallen.

Schulen, bei denen die Schulunzufriedenheit von Schülern relativ gering ausgeprägt ist, sind jene, wo die Schüler aus wohlhabenden und besser ausgebildeten Elternhäusern kommen, aber auch solche, bei denen eine starken Disziplin herrscht und gute Lehrer-Schülerbeziehungen sowie hohen Erwartungen bestehen, unabhängig von der sozialen Zusammensetzung. Schulen, wo sich die Schüler dazugehörig fühlen, neigen ebenfalls dazu, geringere Abwesenheitsquoten aufzuweisen.

Ob Schüler mit der Schule unzufrieden sind, stellt der Bericht auf zweifache Art und Weise fest. Zum einen durch ein "geringes Dazugehörigkeitsgefühl" zur Schule: Schüler sind z.B. der Meinung, ihre schulischen Erfahrungen haben wenig Nutzen für ihre Zukunft oder sie fühlen sich als Außenseiter, die von Klassenkameraden und Lehrern nicht anerkannt werden. Zum anderen durch "geringe Beteiligung" oder Absentismus, berechnet auf der Grundlage der Anwesenheit von Schülern in der Schule.

Der Anteil von Schülern mit einer negativen Einstellung zur Schule unterscheidet sich sehr stark von Land zu Land. In Dänemark und Spanien scheinen ein Drittel der Schüler und in Kanada, Griechenland, Island, Neuseeland und Polen mehr als ein Viertel der Schüler regelmäßig die Schule zu schwänzen. Im Gegensatz dazu beträgt die Absentismusquote in Japan und Korea weniger als 10 %.

Sogar in Ländern, wo die Anwesenheit in der Schule hoch ist, fühlen sich die Schüler nicht immer wohl in der Schule. Ein geringes Dazugehörigkeitsgefühl ist besonders stark in Japan, Korea und Polen ausgeprägt, wo mehr als ein Drittel der Schüler aus mindestens einem Grund der Meinung sind, dass die Schule ein Ort ist, an den sie nicht hingehen möchten. Am geringsten ist die vorherrschende Abneigung gegen die Schule in Ungarn, Irland, Schweden und Großbritannien, wo der Anteil unter 20 % liegt.

Die Erkenntnisse des Berichts beruhen auf einer weiteren Analyse der Ergebnisse der ersten PISA Studie, die zwischen 2000 und 2001 durchgeführt wurde. Bei der PISA Studie wurden die Schüler über ihre Anwesenheit in der Schule und ihre Einstellung zur Schule befragt und ihre Fähigkeiten bei der Lesekompetenz, der mathematischen und der naturwissenschaftlichen Grundbildung gemessen.

Entgegen den Erwartungen zeigen die Ergebnisse, dass unzufriedene Schüler im allgemeinen nicht jene sind, die bei den PISA Tests nur die niedrigste Kompetenzstufe erreicht haben. Schüler, bei denen das Zugehörigkeitsgefühl zur Schule am geringsten ist, verfügen im Durchschnitt über Qualifikationen und Kenntnisse, die ein wenig über der Norm liegen. Schüler, die am häufigsten abwesend sind, erzielen öfters schlechtere Leistungen, befinden sich aber nicht am unteren Ende der Leistungsskala: im Durchschnitt erreichen ihre Leistungen Stufe 2 auf der fünfstufigen Kompetenzskala, was zeigt, dass sie mindestens über Grundqualifikationen verfügen.

Pressexemplare der Studie Student engagement at school - a sense of belonging and participation können von der OECD Pressestelle (Tel: 0033 1 4524 9700) angefordert werden. Douglas Willms, Autor der Studie, Universität New Brunswick, PO Box 4400 Fredericton, NBE3B 5A3 Canada (Tel: 001 506 451 6842) oder Andreas Schleicher, PISA Koordinator der OECD (Tel: 0033 1 4524 9366, Mobil: 0033 607 385464) stehen Journalisten für weitere Informationen zur Verfügung.

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