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28/01/2004 - Gemäß einer Analyse der OECD sind seitens vieler OECD Regierungen dringende Aktionen erforderlich, um den öffentlichen Forschungssektor besser in Innovationsaktivitäten einzubinden, ihn mehr auf soziale Bedürfnisse abzustimmen und für junge Forscher attraktiver zu machen.
Die Herausforderungen im öffentlichen Forschungssektor stehen im Zentrum der Diskussionen der OECD Wissenschafts- und Technologieminister, die am Donnerstag und Freitag, 29. - 30. Januar 2004 am Sitz der OECD in Paris tagen. Siehe www.oecd.org/cstp2004.min
Die öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) sind in den neunziger Jahren im OECD-Raum real gestiegen, aber gemessen als Anteil am wirtschaftlichen Output zurückgegangen. Ein Grossteil des Anstiegs konzentrierte sich auf den Hochschulsektor. Im Regierungssektor, der nationale Labors und andere nichtuniversitäre Forschungsinstitutionen umfasst, ist das Bild gemischt, mit Rückgängen in den meisten Ländern während der neunziger Jahre, aber einem Wiederanstieg in den USA in den letzten Jahren auf Grund steigender Forschungsinvestitionen in den Bereichen Gesundheitswesen und Verteidigung.
Die erhöhte Finanzierung durch den Privatsektor kompensierte bis zu einem gewissen Grad die stagnierende öffentliche Finanzierung. Ungefähr 6 % der FuE-Finanzierung im Hochschulsektor wurde 2001 von der Wirtschaft getragen, verglichen mit 3 % vor zwanzig Jahren. Die Wirtschaft finanzierte auch 5 % der Forschung und Entwicklung (FuE) des öffentlichen Sektors, das ist zweimal so viel wie im Jahr 1981. Diese Zahlen spiegeln teilweise die größere Relevanz der langfristigen Grundlagenforschung wieder, die vom öffentlichen Sektor zu Gunsten der Innovationsleistung der Industrie durchgeführt wird.
Die Bereitstellung einer angemessenen Finanzierung für die öffentliche Forschung und ihre Abschirmung von Konjunkturschwankungen sollte ein wichtiges Ziel der Regierungen bleiben. Die Ausweitung des Wissenspools ist eine Investition in die Zukunft, die Risiken mit sich bringt, die der Privatsektor zumindest alleine nicht immer bereit ist zu tragen.
Die öffentliche Forschung widmet sich nicht nur wichtigen sozialen Problemen, wie z.B. Gesundheit, Umwelt und Sicherheit. Viele der Innovationen von morgen werden auf die Anstrengungen der Grundlagenforschung von heute zurückzuführen sein, wie auch gegenwärtige Innovationen auf Entdeckungen beruhen, die im öffentlichen Forschungssektor gemacht worden sind wie z.B. der Laser, das Internet und DAN. Die öffentliche Finanzierung ist auch nötig, um die Forschungsausbildung von Universitätsabsolventen zu unterstützen. Und sie signalisiert jüngeren Studenten, dass Wissenschaft und Technologie eine vielversprechende Zukunft bieten können.
Ebenso wichtig wie die öffentliche Finanzierung ist die Art und Weise, wie der öffentliche Forschungssektor gemanagt wird. Die Verfahren für die Zuteilung von Forschungsmitteln, das Festlegen von Forschungsprioritäten und das Managen der Forschungsinstitutionen beeinflussen die Art der geleisteten Forschung und die erreichten Ergebnisse. Ohne gute Governance kann die Gesellschaft nicht mit den wirtschaftlichen und sozialen Vorteilen rechnen, die sie sich immer mehr von den öffentlichen Forschungsinvestitionen erwartet.
In den letzten Jahren haben die OECD Regierungen viele Maßnahmen unternommen, um die Governance der öffentlichen Forschung zu verbessern. Die Länder haben damit begonnen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft enger in die Festsetzung der Forschungsprioritäten einzubinden und die Forschungsmittel mit den identifizierten vorrangigen Forschungsfeldern zu verzahnen. Die Regierungen räumen den öffentlichen Forschungsinstitutionen auch eine größere Autonomie ein bei der Entwicklung von Curricula, beim Humanressourcenmanagement und beim Aushandeln von Forschungs- und Lizenzabkommen mit der Industrie. Es werden auch Anstrengungen unternommen, um multidisziplinäre Forschungszentren zu forcieren, die die Zusammenarbeit zwischen Forschern aus verschiedenen Fachgebieten fördern.
Aber es muss mehr getan werden, um die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Institutionen auf lange Sicht sicherzustellen. Die Forschungsfinanzierung muss durch entsprechende Mittelerhöhungen für Forschungsanlagen und -infrastruktur angepasst werden. Weitere Verbesserungen sind auch bei der Humanressourcenpolitik erforderlich, um die Beschäftigungsflexibilität zu steigern, während den jüngeren Forschern gleichzeitig langfristige Chancen eingeräumt werden müssen.
Für weitere Informationen über die Tagung der OECD Wissenschafts- und Technologieminister steht die OECD Pressestelle (Tel: + 33 1 4524 97 00) Journalisten gerne zur Verfügung. Ansprechpartner zu Fragen der öffentlichen Forschung: Daniel Malkin , Leiter der OECD Abteilung für Wissenschafts- und Technologiepolitik.
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