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Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung deutlich unter dem OECD-Schnitt – Zuwanderung trägt dazu bei, den Rückgang der Erwerbsbevölkerung auszugleichen
(Paris/Berlin – 10. September 2008) In Österreich haben sich 2006 entgegen dem OECD-Trend deutlich weniger Ausländer niedergelassen als in den Jahren zuvor. Kamen 2004 noch 57.100 Migranten mit einem auf Dauer angelegten Aufenthaltstitel nach Österreich, waren es 2006 nur noch 46.400. Im gesamten OECD-Raum ist die Zahl dieser Migranten im gleichen Zeitraum dagegen um etwa 18 Prozent gestiegen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung liegen die Zuzüge nach Österreich jedoch nach wie vor um rund ein Drittel über dem Schnitt über 19 OECD-Länder, für die Daten vorliegen. Dies geht aus dem International Migration Outlook 2008 hervor, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) heute in Paris vorgestellt hat.
Mit einem Anteil von etwa 19 Prozent kam 2006 knapp jeder fünfte Migrant aus Deutschland, gefolgt von Serbien und Montenegro (neun Prozent), Polen (sieben Prozent) sowie der Türkei und Rumänien. Die Zusammensetzung der Migranten nach Herkunftsland hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. So war der Anteil der Deutschen 2006 um mehr als ein Drittel größer als in den Jahren 1995 bis 2005 im Schnitt. Auch der Anteil der Polen ist gestiegen. Gleichzeitig hat die Migration aus Serbien und Montenegro sowie der Türkei an Bedeutung verloren. Insgesamt hatte 2006 in Österreich die im Ausland geborene Bevölkerung einen Anteil von rund 14 Prozent. Das ist ein Drittel mehr als noch im Jahr 2000. Dennoch liegt Österreich mit dieser Quote nur knapp über dem OECD-Durchschnitt von 13 Prozent (22 Ländern, für die Daten vorliegen).
Würde sich die Zuwanderung im Umfang der vergangen Jahre (2001 bis 2005) fortsetzen, dann könnte Österreich den demografisch bedingten Rückgang der Erwerbsbevölkerung ausgleichen. Bis 2020 würde dann die Erwerbsbevölkerung sogar um rund sechs Prozent wachsen. Ohne Zuwanderung würde sie im gleichen Zeitraum dagegen um rund drei Prozent zurückgehen. "In vielen OECD-Ländern spielt Migration mittlerweile neben der Mobilisierung inländischer Ressourcen eine wichtige Rolle bei der Deckung des Arbeitskräftebedarfs", sagte OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig.
In einem Schwerpunktkapitel beschäftigt sich der Bericht mit dem Management der Migration von niedrigqualifizierten Arbeitnehmern und der temporären Migration, die vor allem auf EU-Ebene ins politische Rampenlicht gerückt ist. In Österreich spielt diese Form der Migration mit 4000 Migranten und einem Anteil von 0,05 Prozent an der Gesamtbevölkerung mittlerweile eine untergeordnete Rolle. 2003 waren es noch 30.000 Personen, die in diesem Rahmen nach Österreich gekommen sind. Der Report zeigt auch eine umfassende Übersicht über die Beschäftigungs- und Lohnsituation der Zuwanderer und die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Migrationspolitik.
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