Anteil der Studienanfänger in der Schweiz stabil, während er im OECD-Schnitt weiter wächst

(Berlin/Paris – 9. September 2008) In der Schweiz hat sich der Anteil der Studienanfänger je Schulabschlussjahrgang in den vergangen Jahren kaum verändert, während er im OECD-Mittel von einem deutlich höheren Niveau weiter gestiegen ist. Dies geht aus der diesjährigen Ausgabe der Studie "Bildung auf einen Blick" hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung" (OECD) heute in Berlin vorgestellt hat.

So haben 2006 in der Schweiz 38 Prozent der Schulabgänger ein Studium begonnen, ebensoviel wie im Jahr 2003. OECD-weit ist die Studienanfängerquote im gleichen Zeitraum allerdings von 53 auf 56 Prozent eines Jahrgangs gestiegen. Der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen am typischen Abschlussjahrgang lag 2006 bei 30 Prozent und damit drei Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Im OECD-Mittel haben 37 Prozent eines Jahrgangs eine Hochschulausbildung abgeschlossen. Bei den Postgraduierten (Promotion oder vergleichbar) nimmt die Schweiz auch 2006 mit einem Anteil von 3,1 Prozent je Jahrgang nach Portugal in der OECD eine Spitzenstellung ein. Die Studienabbrecherquote liegt mit rund 30 Prozent ungefähr im OECD-Schnitt.

Mit einem Anteil von 47 Prozent an allen Studienanfängern sind Frauen in der tertiären  Bildung (Hoch- und Fachhochschule sowie höhere berufliche Bildung) in der Schweiz deutlich schlechter vertreten als in den anderen OECD-Ländern, wo im Schnitt 54 von 100 Studienanfängern Frauen sind. Lediglich in den Geisteswissenschaften sind in der Schweiz Frauen mit 68 Prozent der Studienanfänger ähnlich stark präsent wie im OECD-Schnitt.

Trotz der nach wie vor geringen Abschlussquoten ist der Anteil der Hochqualifizierten mit naturwissenschaftlich-technischer Spezialisierung an den Erwerbstätigen vergleichsweise hoch. So kamen in der Schweiz 2006 auf 100.000 Erwerbstätige im Alter von 25 bis 34 Jahre 1825 Hochqualifizierte im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Im OECD-Schnitt waren es dagegen nur 1649 je 100.000 Erwerbstätige.

88 Prozent der 25 bis 34-Jährigen haben mindestens eine abgeschossene Berufsausbildung oder Matura. Das ist deutlich über dem OECD-Schnitt von 78 Prozent, aber bleibt hinter den Spitzenwerten von Korea (97 Prozent) oder Tschechien (94 Prozent) sowie hinter den skandinavischen Ländern zurück

Der Einkommensvorteil für Inhaber von tertiären Abschlüssen gegenüber einer Berufsausbildung lag 2006 in der Schweiz bei 56 Prozent und hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Im OECD-Vergleich ist das ein durchschnittlicher Gehaltsaufschlag für die höhere Qualifikation.

Der Anteil der Bildungsausgaben an der Wirtschaftsleistung entsprach 2005 mit 6,1 Prozent dem, was die OECD-Länder insgesamt an ihrer Wirtschaftsleistung für Bildung ausgeben. Die Ausgaben pro Schüler bzw. Student liegen aber in der Schweiz deutlich höher als im OECD-Schnitt. Sowohl in der Sekundarstufe als auch im Tertiärbereich sind die Ausgaben pro Schüler bzw. Student die zweithöchsten in der OECD (nach Luxemburg bzw. den USA).

Mit einem Anteil von 19,2 Prozent war die Schweiz 2006 im OECD-Vergleich eine beliebte Destination für internationale Studenten. Nur in Luxemburg, Neuseeland, Australien und Großbritannien lag der Anteil der ausländischen Studierenden höher. Allerdings ist in der Schweiz der Anteil ausländischer Studierender von 2000 bis 2006 lediglich um die Hälfte gewachsen. Im OECD-Schnitt hat sich der Anteil der ausländischen Studierenden im gleichen Zeitraum hingegen mehr als verdoppelt.

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