Geringere Steuerbelastung in den OECD Ländern auf Grund von niedrigeren Steuersätzen und lahmender Konjunktur

Wie bereits im Jahr davor langte der Fiskus in den OECD Ländern auch im Jahr 2002 weniger kräftig zu, so das Fazit der neuesten Ausgabe der OECD Revenue Statistics. Die wichtigsten Gründe dafür: Steuersenkungen und Konjunkturrückgang.

Die Steuerbelastung sank in 16 der 27 OECD Länder, für die Daten zur Verfügung stehen (siehe Tabelle A). Die meisten dieser Länder sind Mitglieder der Europäischen Union, wo der Anteil des Steueraufkommens am Bruttoinlandsprodukt von 41,0 % im Jahr 2001 auf 40,5 % im Jahr 2002 zurückging. Nach einer fünfjährigen Periode steigender Steuerbelastungen gab es zum zweiten Mal hintereinander einen Rückgang. Damit zeichnet sich eine eindeutige Umkehrung des Aufwärtstrends ab.

Die Veränderungen waren von Land zu Land unterschiedlich. In sieben Ländern fiel die Steuer- und Abgabenquote um mehr als einen Prozentpunkt: Österreich, Ungarn, Großbritannien, Kanada, Irland, Griechenland und Türkei. Andererseits stieg sie in drei Ländern um mehr als einen Prozentpunkt: Luxemburg, Slowakische Republik und Neuseeland. Ein Teil der niedrigeren Steuerbelastung lässt sich auf eine Welle von Steuersenkungen seit 2000 zurückführen. Fünfzehn OECD Länder verringerten ihre Spitzensteuersätze bei der Einkommensteuer in diesem Zeitraum. Zwölf Länder senkten die Steuersätze bei den wichtigsten Unternehmenssteuern.

Die flaue Konjunktur trägt ebenfalls erheblich zum Rückgang beim Steueraufkommen bei. Während hohes Wachstum die Unternehmensgewinne in die Höhe schnellen lässt, hat die jüngste Periode niedrigen Wachstums den umgekehrten Effekt gehabt. Ähnlich sieht es bei den Einkommen natürlicher Personen wegen der Steuerprogression aus: niedrigeres Wirtschaftswachstum führt bei vielen Menschen zu geringeren Einkommen und einer niedrigeren Steuerstufe. Wie Tabelle B zeigt, hängen die niedrigeren Steuerquoten in Österreich, Kanada, Griechenland, Irland, Türkei und Großbritannien größtenteils mit dem Rückgang bei den Einnahmen aus der Einkommensteuer zusammen, während höhere Einnahmen aus der Besteuerung der Einkommen für die höheren Steuerquoten in Luxemburg und Neuseeland ausschlaggebend waren.

Ein Sonderbeitrag in der diesjährigen Ausgabe der Revenue Statistics untersucht, inwieweit die OECD Länder Steuerfreibeträge und Steuergutschriften zum Erreichen der Regierungspolitik nutzen und wie sich das auf die Steuerquoten auswirkt. Viele Länder gewähren Steuergutschriften für Kinder. Deutschland z.B. gewährte 2002 eine Steuergutschrift von 1800 Euro für jedes Kind, um die zusätzlichen Kosten des Großziehens von Kindern auszugleichen. Die Gutschrift wird von der zu entrichtenden Einkommenssteuer der Eltern abgezogen.

Journalisten können ein Presseexemplar des Berichts von der passwortgeschützten OECD Webseite herunterladen oder von der OECD Pressestelle (Tel: 0033 1 4524 9700) anfordern. Christopher Heady, OECD Zentrum für Steuerpolitik und Verwaltung (Tel: 0033 1 4524 9322) steht Journalisten für weitere Informationen zur Verfügung.

 

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