Kalte Progression (Österreich)

 

Bei progressiven Steuertarifen steigt über die Jahre die Steuerlast gleichsam automatisch, ohne dass per Gesetz eine Steuererhöhung beschlossen werden muss. Diese schleichende Steuererhöhung durch die Hintertür oder kalte Progression kommt zustande, weil Steuersätze in der Regel abhängig vom nominalen Einkommen festgesetzt werden.

Durch die kalte Progression ist trotz Steuersenkung die Belastung für Durchschnittsverdiener gestiegen

Lohnerhöhungen, die nur die Inflation ausgleichen, also real keinen Zugewinn bringen, führen so trotzdem dazu, dass ein immer größerer Teil des Einkommens als Steuer abgeführt werden muss.

Zudem rücken bei steigenden Realeinkommen immer mehr Steuerzahler in die höheren Steuertarife auf. Was einmal ein Steuersatz für Spitzeneinkommen war, muss dann schon ein Durchschnittsverdienern abführen.

Auch Transferzahlungen wie das Kindergeld, die nicht regelmäßig an die Preis- und Lohnentwicklung angepasst werden, werden so über die Jahre entwertet. Da für Geringverdiener und Familien Transfers eine relativ große Bedeutung haben, sind diese Gruppen von kalter Progression in der Regel besonders stark betroffen.

Um diesen Effekt zu korrigieren oder abzumildern, wird in vielen OECD-Ländern die kalte Progression korrigiert. Dies geschieht teilweise automatisch, zum Teil auch durch regelmäßige Beschlüsse des Gesetzgebers. 

Quelle: Taxing Wages 2007

In vielen OECD-Ländern werden die Effekte
der kalten Progression regelmäßig und automatisch korrigiert

Studien zum Thema

Taxing Wages 2006-2007

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