Sparquoten der privaten Haushalte Ein Vergleich zwischen den Vereinigten Staaten, Japan und der Euro-Zone

09/06/2004 - Die Europäische Zentralbank und die OECD haben heute eine gemeinsame Studie veröffentlicht, in der die Sparquoten der Haushalte der USA, Japans und der Euro-Zone verglichen werden.

Die privaten Haushalte spielen eine bedeutende Rolle in der Volkswirtschaft eines Landes. Ihre Sparquoten ermöglichen Aussagen über ihr Einkommen, die Höhe des privaten Konsums und der Sparaktivitäten.* Die veröffentlichten Sparquoten sind nicht vollständig harmonisiert und international gesehen nur bedingt vergleichbar. Die heute veröffentlichte Studie präsentiert erstmals versuchsweise vergleichbare Sparquoten für die Euro-Zone, die USA und Japan. Obwohl die Quoten von allen drei Währungsräumen im Verlauf der neunziger Jahre gesunken sind, ist der Unterschied bei den Sparquoten der Euro-Zone (9,6 % im Jahr 2002) und den Vereinigten Staaten 2,4 % im Jahr 2002) sehr ausgeprägt und hat sich während dieses Zeitraums sogar erhöht. Die japanische Sparquote kam jener des Euro-Raums sehr nahe, wobei 2001 und 2002 (5,2 %) eine Ausnahme bildeten.

Ein Teil dieser Differenz lässt sich möglicherweise durch die unterschiedlichen gesetzlichen und administrativen Regelungen in diesen Gebieten erklären. Die Studie analysiert am Beispiel von drei verschiedenen Regelungen die möglichen Auswirkungen auf die Sparquoten der privaten Haushalte: (1) das Ausmaß der Inanspruchnahme von öffentlichen Dienstleistungen durch die privaten Haushalte; (2) die Finanzierung der öffentlichen Ausgaben über die Einkommenssteuer oder Steuern auf Importe und den Verbrauch von Gütern (z.B. Mehrwertsteuer); und (3) die Organisation von Ruhestandsregelungen durch Sozialversicherungssysteme oder private Pensionssysteme. Jede dieser Ursachen könnte zumindest für einen Teil der Unterschiede bei den Sparquoten der privaten Haushalte ausschlaggebend sein, aber - insgesamt gesehen - vergrößert sich die Divergenz zwischen den drei betrachteten Währungsräumen. Eine Reihe anderer Faktoren wie z.B. die Einstellung der Konsumenten gegenüber dem Verbrauch und dem Sparen sowie der Besitz von dauerhaften Konsumgütern bilden auf jeden Fall eine der möglichen Ursachen für die Unterschiede bei den Sparquoten der Vereinigten Staaten, Japans und der Euro-Zone.

Für weitere Informationen stehen die Pressestelle der OECD (Tel: + 33 1 45 24 97 00 ) und die Presse- und Informationsabteilung der Europäischen Zentralbank (Tel: + 49 69 13 44 74 55 oder Fax: 0049 69 1344 7404) zur Verfügung.

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* Die Sparquoten der privaten Haushalte werden definiert als die Nettoersparnisse der Haushalte dividiert durch das verfügbare Nettoeinkommen. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte setzt sich zusammen aus  dem gegenwärtige Einkommen der privaten Haushalte aus der Erwerbstätigkeit plus den Einnahmen aus dem Eigentum an Immobilien und Liegenschaften und den Einnahmen aus Transferleistungen wie Zinsen, Dividenden und Sozialleistungen) abzüglich Ausgaben (wie z.B. Zinszahlungen für Kredite oder die entrichtete Einkommenssteuer). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte wird entweder für den Verbrauch verwendet oder gespart.

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