Die Schweiz würde von einer höheren Akademikerquote profitieren

Die Schweiz erreicht nach den Reformen im Hochschulwesen der vergangen Jahre in technisch-naturwissenschaftlichen Fächern eine dem OECD-Schnitt vergleichbare Absolventenrate und das obwohl die Absolventenrate insgesamt deutlich unter dem OECD-Schnitt liegt. Vergleichsweise gering sind die Abschlussquoten dagegen in den Bereichen Gesundheit, Pädagogik, Kunst und Geisteswissenschaften. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Bildung auf einen Blick“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die heute in Berlin vorgestellt wurde.

Insgesamt liegt der Anteil der Hoch- und Fachhochschulabsolventen trotz der Reformen der vergangen Jahre mit 27 Prozent deutlich unter dem OECD-Schnitt von 36 Prozent. Da aber in der Schweiz Natur- und Ingenieurwissenschaften vergleichsweise beliebte Studienfächer sind, erreichen immerhin 7,7 Prozent eines Jahrgangs Abschlüsse in diesen Fächern, im OECD-Schnitt sind es 9,1 Prozent. Bereichen Gesundheit, sowie Pädagogik, Kunst und Geisteswissenschaften liegen die Abschlussquoten in der Schweiz dagegen nur etwa halb so hoch wie im OECD-Schnitt.

Die Einkommen von Inhabern tertiärer Abschlüsse liegen in der Schweiz etwas über 50 Prozent über denen von Berufstätigen ohne nachobligatorische Ausbildung oder mit einem Abschluss auf der Sekundarstufe 2 (eine abgeschlossene berufliche Grundbildung, Maturitätsabschluss). Anders als etwa in Deutschland haben diese Einkommensvorteile in den vergangen Jahren nicht zugenommen.

Einen deutlichen und wachsenden Vorteil haben Hochqualifizierte dagegen bei der Arbeitsplatzsicherheit. So ist bei Inhabern eines tertiären Abschlusses die Arbeitslosigkeit zwischen 1991 und 2005 nur von 1,3 auf 2,7 Prozent gestiegen. Zwischen 2003 und 2005 war sie sogar rückläufig. Für Absolventen einer Berufsausbildung lag die Arbeitslosigkeit 2005 bei 3,7 Prozent. Für Geringqualifizierte ohne Berufsausbildung ist sie hingegen zwischen 1991 und 2005 von 1,2 auf 7,7 Prozent deutlich angestiegen.

Auch in Länder, in denen sich die Zahl der Hochschulabsolventen deutlich über dem Niveau der Schweiz liegt, steigen die Bildungsrenditen weiter. „Die Bildungsexpansion war sowohl für die Individuen wie auch für die Volkswirtschaften als Ganzes positiv. Es gibt nach wie vor keine Anzeichen, dass eine Inflation universitärer Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt stattgefunden hat“; so OECD-Generalsekretär Angel Gurría bei der Präsentation der Studie. Dass eine höhere Zahl an Hochqualifizierten Arbeitnehmern ohne eine solche Ausbildung schadet lässt sich derzeit nicht erkennen. Im Gegenteil. „Wenn die Wirtschaft auf eine ausreichende Zahl Hochqualifizierter zurückgreifen kann, dann wächst sie schneller und auch Geringqualifizierte finden dann leichter einen Job“, sagte Gurría.

Bei Fragen oder Interviewwünschen wenden Sie sich bitte an Matthias Rumpf im OECD Berlin Centre (Tel.: +49 (30) 28 88 35 41 oder Matthias.Rumpf@oecd.org). Journalisten können über das OECD Berlin Centre ein Presseexemplar dieser Studie als PDF-Datei beziehen. Diese Anfragen richten Sie bitte an berlin.centre@oecd.org.

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