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Trends im Agrarsektor und politische Rahmenbedingungen
(2. Juni 2008) Die Bedeutung der Landwirtschaft an der Gesamtwirtschaft ist gering und nimmt weiter ab, derzeit entfallen auf die Landwirtschaft weniger als 2 % des BIP und ungefähr 4% der Beschäftigten. Die landwirtschaftliche Produktivität hat mit einem Anstieg des Produktionsvolumens zwischen 1990-92 und 2002-04 um 10% zugenommen, wobei die landwirtschaftlich genutzte Fläche gleichzeitig um 3% zurückgegangen ist (Abbildung 1). Obwohl eine gewisse Ertragssteigerung im Ackerbau verzeichnet werden konnte, ist ein Großteil der Produktionssteigerung auf eine Steigerung in der tierischen Produktion, vor allem aus der Milchproduktion, zurückzuführen. Auf die tierische Produktion entfallen mehr als 55% des gesamten landwirtschaftlichen Produktionswertes.
Die Produktionsintensität ist im Zeitraum zwischen 1990-92 und 2002-04 deutlich zurückgegangen. Wie man anhand der Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion im Verhältnis zur Verwendung zugekaufter landwirtschaftlicher Betriebsmittel erkennen kann. Diese ging um 40% bzw. 20% für mineralische Phosphor- und Stickstoffdünger zurück. Der Rückgang bei Pestiziden betrug 24% und beim Energieverbrauch direkt am landwirtschaftlichen Betrieb 13% (Abbildung 1). Dieser Rückgang bei der Verwendung landwirtschaftlicher Chemikalien spiegelt teilweise die beinahe Verdopplung des Anteils des ökologischen Landbaus an der gesamten Landwirtschaft im Laufe des letzten Jahrzehntes wieder. 2005 wurde ein Anteil von 10% erreicht, der zu den höchsten Werten innerhalb der OECD zählt. Seit Anfang der 90er Jahre ist die Anzahl der Biobetriebe um das Zehnfache angestiegen und betrug 2003 ungefähr 20.000. Mehr als 60% der landwirtschaftlichen Flächen sind Dauergrünland, ein Großteil davon liegt im Berggebiet, wo die meisten Betriebe als benachteiligt eingestuft sind.
Die Landwirtschaft wird hauptsächlich durch die Gemeinsame Agrarpolitik aber auch durch nationale Zuwendungen im Rahmen der GAP unterstützt. Die Agrarförderungen gingen in der EU(15) von 39% der landwirtschaftlichen Einkommen Mitte der 80er Jahren auf 34% im Zeitraum 2002-04 zurück (gemäß dem OECD Producer Support Estimate, der geschätzten Produzentenbeihilfen). Im Vergleich dazu betrugen die durchschnittlichen Agrarförderungen in der OECD 30%. Beinahe 70% der Agrarförderungen in der EU(15) sind an die Produktion oder an Produktionsfaktoren gekoppelt, dieser Anteil betrug jedoch Mitte der 80er Jahre über 98%. Zusätzlich zu den EU-Förderungen betrug das gesamte österreichische Agrarbudget 2004 952 Millionen € (1.200 Millionen $) oder 18% der landwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung. Ungefähr 20% der durch die öffentliche Hand finanzierten landwirtschaftlichen Forschung sind auf Agrar-Umweltbelange ausgerichtet.
Agrarumweltmaßnahmen zielen auf die Förderung von extensiven landwirtschaftlichen Methoden, Biodiversität und Landschaftsschutz ab. Diese Maßnahmen sind Teil des Österreichischen Agrarumweltprogrammes ÖPUL, das 1995 ins Leben gerufen wurde. Beinahe ein Drittel des Agrarbudgets entfallen auf ÖPUL, wobei 2003 pro landwirtschaftlichen Betrieb ungefähr 4.000 € (4.520 $) zur Verfügung standen. Die Landwirte werden eher für die aufgrund von Produktionseinschränkungen (z.B. geringerer Viehbestand) erlittenen Einkommensverluste aus der Landwirtschaft und weniger für den direkten Umweltnutzen entschädigt. ÖPUL ist ein auf freiwilliger Basis beruhendes Programm, welches 32 Maßnahmen beinhaltet, die sechs Maßnahmenkategorien umfassen. Diese Maßnahmen beinhalten oft Beratungsdienste für Landwirte und Kontrollen zur Überwachung der Einhaltung von Auflagen wie zum Beispiel im Ökologischen Landbau, Verzicht auf Pestizide und Handelsdünger, Fruchtfolge, extensive Getreideproduktion und extensive Grünlandwirtschaft. Die Landwirte, die bereits am ÖPUL teilnehmen, haben Anspruch auf zusätzliche Zahlungen, wenn sie Maßnahmen wie die Umwandlung von Acker- zu Grünlandsetzen, eine Gründecke im Winter anlegen oder Nährstoffbilanzen führen. Ungefähr 14% (2004: 86 Millionen EURO – 110 Millionen $ der Mittel zur Finanzierung von ÖPUL Maßnahmen sind für den ökologischen Landbau vorgesehen. Da Biobetriebe sich jedoch auch an anderen ÖPUL-Maßnahmen beteiligen können (zum Beispiel am Erhalt der Kulturlandschaft durch die Mahd von Steilflächen) macht der Anteil der Prämien, die an Biobetriebe ausbezahlt werden, 24% des ÖPUL-Budgets aus. Förderungen werden auch für die in-situ Erhaltung von gefährdeten Pflanzensorten und Tierrassen gewährt.
Die Landwirtschaft spielt auch eine Schlüsselrolle bei der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung und wird von nationalen Steuerpolitiken und internationalen Umweltabkommen beeinflusst. Das Wasserrechtsgesetz enthielt zwar bereits verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffbelastung durch die Landwirtschaft, wurde aber trotzdem mit Österreichs Beitritt zur EU 1995 reformiert (einschließlich der Abschaffung einer Mineraldüngemittelsteuer. Dieses Gesetz wurde an die EU Nitratrichtlinie angepasst. Das Nitrat Aktionsprogramm von 1999 enthält spezielle Strategien, die darauf abzielen, die Nitratemissionen durch die Landwirtschaft zu reduzieren, einschließlich des Verbots der Ausbringung von Wirtschaftsdünger im Winter und der Anwendung von guten landwirtschaftlichen Praktiken, wie Pufferzonen an Flussufern und Obergrenzen für die Ausbringung von Handelsdüngern [4]. Seit 2005 existiert eine Förderung für am landwirtschaftlichen Betrieb verbrauchten Dieseltreibstoff in Form einer Steuerrückerstattung. Damit werden Budgeteinnahmen in der Höhe zwischen 40 Millionen. € und 50 Millionen € (50–60 Millionen $) jährlich refundiert.
Die Landwirtschaft ist von internationalen Umweltabkommen betroffen. In Hinblick auf die Begrenzung folgender Luftemissionen: Ammoniak (Göteborg Protokoll), Methylbromi (Montreal Protokoll) und Treibhausgase (Kyoto Protokoll). Als ein Teil der Verpflichtungen gemäß dem Kyoto Protokoll werden jährlich ungefähr 20 Millionen € (25 Millionen $) zur Förderung von Biomasse und bäuerlicher Forstwirtschaft im Rahmen des Bundesumweltfonds und des Landwirtschaftlichen Biomassefonds zur Verfügung gestellt, um die Erzeugung erneuerbarer Energie und die Verbesserung der Energieeffizienz zu fördern. Die Förderung der Stromgewinnung aus erneuerbaren Energiequellen, einschließlich Biomasse, erfolgt durch garantierte Einspeistarife, die für erneuerbare Energie über dem Marktwert liegende Preise sicherstellt und einer Verpflichtung der Energieversorger, einen Mindestanteil an erneuerbarer Energie anbieten zu müssen.
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"Environmental Performance of Agriculture in OECD Countries since 1990"
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