Nach Erkenntnissen von drei Studien besteht ein enger Zusammenhang zwischen den Leistungen im PISA-Lesekompetenztest und späteren Ergebnissen wie Abschluss der Sekundarstufe II und Teilnahme an postsekundärer Bildung.
Bei der in Kanada durchgeführten Studie Canadian Youth in Transition Survey (YITS) handelt es sich um eine Längsschnittstudie, die Muster und Einflussfaktoren bei wichtigen Übergängen im Leben Jugendlicher zu weiterführender Bildung, Ausbildung und Erwerbstätigkeit untersucht. Im Jahr 2000 nahmen in Kanada 29 330 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren an PISA teil. Vier Jahre später wurden die Bildungsergebnisse derselben – inzwischen 19-jährigen – Personen untersucht und in Verbindung mit den in PISA erfassten Lesekompetenzen im Alter von 15 Jahren betrachtet.
Die Analyse zeigte, dass die Leistungen der Betreffenden beim PISA Lesekompetenztest im Alter von 15 Jahren als ein sehr guter Prädiktor für einen Sekundarschulabschluss und einen erfolgreichen Übergang der Schülerinnen und Schüler zur postsekundären Bildung im Alter von 19 Jahren angesehen werden konnten.
Wie aus der nachstehenden Abbildung hervorgeht, hatte unter den Jugendlichen mit der niedrigsten Lesekompetenz (Kompetenzstufe 1 und darunter) rund ein Viertel (28%) eine postsekundäre Bildung der einen oder anderen Art aufgenommen. Bei Personen, die höhere Kompetenzstufen erreicht hatten, stieg dieser Anteil auf 45% (Stufe 2), 65% (Stufe 3), 76% (Stufe 4) und 88% (Stufe 5). Die Lesekompetenz der Jugendlichen hat auch dann noch einen sehr starken Effekt auf die Teilnahme an postsekundärer Bildung, wenn andere Faktoren wie Geschlecht, Bildungsstand der Eltern, Muttersprache, Familieneinkommen oder Wohnort, die die Teilnahme an postsekundärer Bildung bekanntermaßen beeinflussen, berücksichtigt werden.

Eine weitere Analyse verdeutlicht, dass bei Schülerinnen und Schülern, die im Alter von 15 Jahren die Lesekompetenzstufe 2 erreicht hatten, die Wahrscheinlichkeit einer Teilnahme an postsekundärer Bildung im Alter von 19 Jahren selbst nach Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren doppelt so hoch und bei Schülern, die sich auf Kompetenzstufe 5 befunden hatten, fast 17-mal so hoch war.
Eine in Dänemark durchgeführte Studie kam zu ganz ähnlichen Ergebnissen, denn sie stellte fest, dass der Prozentsatz der Jugendlichen, die im Alter von 19 Jahren nach der Pflichtschulzeit einen allgemein- oder berufsbildenden Abschluss der Sekundarstufe II (ungdomsuddannelse) erworben hatten, in engem Zusammenhang mit ihrer in PISA erfassten Lesekompetenz im Alter von 15 Jahren stand.
In Australien wurde die Kohorte von PISA 2003 betrachtet, wobei die Leistungen in Mathematik als Indikator für den künftigen Bildungserfolg betrachtet wurden. Die erste Folgestudie wurde 2006 durchgeführt und gelangte zu ähnlichen Ergebnissen wie die kanadische Studie, nämlich dass die Wahrscheinlichkeit, die Sekundarstufe II abzuschließen, mit jeder Kompetenzstufe zunimmt, die im Alter von 15 Jahren in Mathematik erreicht wurde.
=> Canadian Youth in Transition Survey (kanadische Studie)
=> ACER Programs Projects Reports (australische Studie).
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