Bei einem Ländervergleich der Schülerleistungen stellt sich die Frage, inwieweit die Ergebnisse internationaler Tests dadurch beeinflusst werden, wie sehr sich die Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Ländern bei der Beantwortung der Aufgaben anstrengen. Aus den eigenen Angaben der Schülerinnen und Schüler zu dieser Frage kann aber geschlossen werden, dass die Intensität der Anstrengungen der Schüler in den verschiedenen Ländern ziemlich identisch war. Diese Feststellung widerlegt die Behauptung, wonach systematische kulturelle Unterschiede in Bezug auf die Anstrengungsintensität die Validität internationaler Vergleiche beeinträchtigen.

In PISA 2003 wurden die Schülerinnen und Schüler gebeten, sich eine reale Situation vorzustellen, die für sie persönlich äußerst wichtig wäre, so dass sie ihr Bestes geben würden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Anschließend sollten sie auf dem unten abgebildeten „Anstrengungsthermometer“ im Vergleich zu dem Höchstwert für diese vorgestellte Situation angeben, wie sehr sie sich beim PISA Test angestrengt hatten und wie viel Mühe sie sich demgegenüber gegeben hätten, wenn ihre PISA Ergebnisse in ihre Schulnoten eingeflossen wären.
Zu dem unten abgebildeten Anstrengungsthermometer gehören drei 10-Punkte-Skalen für die 41 Teilnehmerländer von PISA 2003: die persönliche Höchstanstrengungsskala, die PISA Anstrengungsskala und die Schulnotenanstrengungsskala. Auf der ersten Skala ist der Wert angegeben, der der maximalen Anstrengung in einer Situation entspricht, die für die Schülerinnen und Schüler persönlich sehr wichtig ist. Der Wert auf der zweiten Skala misst die Anstrengungen, die die Schüler im Vergleich dazu bei PISA 2003 investiert haben. Die dritte Skala zeigt, wie sehr sich die Schülerinnen und Schüler vermutlich angestrengt hätten, wenn der Test in ihrem persönlichen schulischen Kontext für sie sehr wichtig gewesen wäre.
Im Allgemeinen gaben die Schülerinnen und Schüler die realistische Antwort, dass sie sich mehr anstrengen würden, wenn die Testergebnisse für ihre Schulnoten zählen würden. Dem ersten der beiden unten stehenden Säulendiagramme ist zu entnehmen, wie sehr sich die Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Ländern laut eigenen Angaben bei PISA 2003 angestrengt hatten. Das zweite Säulendiagramm gibt die relative Intensität der Anstrengungen der Schülerinnen und Schüler bei PISA 2003 im Vergleich zu schulischen Prüfungen wieder.
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